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Demonstrationen trotz Repressionen
Aus Tagesschau vom 06.09.2020.
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Demonstrationen in Belarus Zehntausende protestieren gegen Lukaschenko – über 160 Festnahmen

  • In Belarus (Weissrussland) protestieren erneut zehntausende Menschen in der Hauptstadt Minsk.
  • Trotz eindringlicher Warnungen der Regierung, nicht erneut gegen Staatschef Lukaschenko zu demonstrieren, gab es landesweit Proteste.
  • Über 165 Demonstrierende wurden verhaftet.

Zehntausende Menschen haben sich in Minsk trotz Regenwetters versammelt, den vierten Sonntag in Folge. Sie protestieren mit der historischen weiss-rot-weissen Nationalflagge – es sind die Farben der Opposition. Sie riefen Parolen wie «Es lebe Belarus!»

In grösseren Gruppen zogen sie Richtung Stadtzentrum zum Palast der Unabhängigkeit, dem Sitz des Präsidenten. Doch der Unabhängigkeitsplatz war komplett mit Metallgittern abgeriegelt.

Proteste seit 28 Tagen

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Proteste seit 28 Tagen

Die Proteste dauern bereits seit genau vier Wochen an – seit der umstrittenen Präsidentenwahl vom 9. August. Die Demokratiebewegung fordert den Rücktritt Lukaschenkos, Neuwahlen und die Freilassung politischer Gefangener. Lukaschenko hatte sich mit 80.1 Prozent der Stimmen für eine sechste Amtszeit bestätigen lassen. Kritiker bezeichnen ihn als «letzten Diktator Europas».

Die Sicherheitskräfte waren mit einem Grossaufgebot vor Ort und versperrten den Demonstranten mit Barrikaden und Stacheldraht den Weg. Uniformierte reihten sich mit Schutzschilden aneinander.

Auf Videos und Fotos war zu sehen, wie Sicherheitskräfte gegen Demonstranten vorgingen und sie in Polizeibusse zerrten. Vor allem Männer wurden abgeführt. Das Menschenrechtszentrum Wesna sprach landesweit von über 165 Festnahmen.

Die belarussischen Behörden hätten landesweit mindestens 100 Demonstranten festgenommen, meldet die russische Nachrichtenagentur Interfax unter Berufung auf das Innenministerium von Belarus.

Auch in anderen Städten von Belarus gab es Proteste gegen den autoritären Präsidenten Lukaschenko. So war auf Videos in der Stadt Grodno an der Grenze zu Polen zu sehen, wie Uniformierte auf eine Gruppe von Demonstranten stürmten und Menschen auseinandertrieben. Es soll auch Tränengas eingesetzt worden sein, wie oppositionsnahe Kanäle im Messenger-Dienst «Telegram» berichteten.

Karte von Weissrussland.
Legende: SRF

SRF 4 News, 06.09.2020, 14:00 Uhr;

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10 Kommentare

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  • Kommentar von Alexander Markert  (garantiert-trollfrei)
    Das Neueste: Die wichtigste Person der Frauengruppe Maria Kolesnikova, die die Opposition in Belarus anführt und sich noch dort befindet, ist heute von Unbekannten entführt worden!
  • Kommentar von Marina Krebser  (marishka)
    Kein Wunder demonstrieren sie, da die EU eine grosse Summe an die Opposition kürzlich gespendet hat. "In der internationalen Politik geht es nie um Demokratie oder Menschenrechte. Es geht um die Interessen von Staaten. Merken Sie sich das, egal, was man Ihnen im Geschichtsunterricht erzählt." Egon Bahr
    1. Antwort von Reto Camenisch  (Horatio)
      Soso. Da die Demonstranten Euros bekommen demonstrieren sie? Vorher waren sie brav zu Hause, und hörten was Lukaschenko so sagte. Böse EU.
  • Kommentar von Janusz Kaltenbacher  (anti_sozialist)
    Noch ein anderer Aspekt, der gerne unterschlagen wird. Es gibt in Belarus keine flächendeckenden Streiks in Fabriken und Staatsbetrieben. Selbst in Fabriken mit einigen tausend Angestellten sind es nur wenige hundert Angestellte welche streiken. Und seit der Wahl ist nun schon ein Monat vorbei. So macht man keine Revolution.
    1. Antwort von Reto Camenisch  (Horatio)
      Wie macht man diese dann?