Zum Inhalt springen

Header

Audio
Balten wollen Belarus mit Stromboykott belegen
Aus Echo der Zeit vom 01.09.2020.
abspielen. Laufzeit 02:55 Minuten.
Inhalt

Proteste in Belarus Baltikum droht Lukaschenko mit Stromboykott

Estland, Lettland und Litauen wollen keinen Strom mehr aus Belarus nach Europa leiten. Dem Land entgehen damit Einnahmen.

Für die Führungsriege in der belarussischen Hauptstadt Minsk gibt es seit Anfang dieser Woche im benachbarten Baltikum nichts mehr zu holen. Die Regierungen der drei baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen haben gegen Staatschef Alexander Lukaschenko und 30 führende belarussische Politikerinnen und Politiker ein Einreiseverbot und Finanzsanktionen erhoben.

SRF nennt Weissrussland neu Belarus

Box aufklappenBox zuklappen

SRF nennt Weissrussland jetzt gemäss der amtlichen Kurzform Belarus. Damit passt sich SRF der Mehrheit der deutschsprachigen Medien an. Auch die Diplomatie der deutschsprachigen Länder Schweiz, Österreich und Deutschland bezeichnen das Land als Belarus, zumindest im zwischenstaatlichen Gebrauch.

Gleichzeitig stärken die Balten ihre Unterstützung für die Demokratiebewegung in Belarus; politisch, logistisch und ökonomisch. Und damit nicht genug: Gegenwärtig laufen in den drei Hauptstädten Tallinn, Riga und Vilnius letzte Verhandlungen über einen gemeinsamen Stromboykott gegenüber Belarus. Konkret wollen die Balten es der belarussischen Regierung künftig verunmöglichen, Strom in die EU zu liefern.

Netzanschluss aus der Sowjetzeit

Dabei handelt es sich um günstige Elektrizität, die keine der in der EU üblichen Umweltauflagen erfüllt. Möglich war dies bislang durch den Umstand, dass das Baltikum seit gut zehn Jahren mit dem nordeuropäischen Stromnetz verbunden ist, gleichzeitig aber auch immer noch über einen Netzanschluss nach Osten aus der Zeit der Sowjetunion verfügt.

Dabei ist der Vorschlag eines Boykotts von Stromlieferungen aus Belarus schon viel älter als die jüngsten politischen Reaktionen auf die mutmasslich manipulierte Präsidentenwahl. Er hat mit dem Bau eines umstrittenen Atomkraftwerkes in Astrawez gleich hinter der litauisch-belarussischen Grenze zu tun.

Dieses AKW, dessen Sicherheitsvorschriften bislang nicht von internationalen Überwachungsbehörden geprüft werden konnten, soll nach dem Willen der Führung in Minsk bereits in wenigen Monaten ans Netz gehen und insbesondere Strom ins Baltikum liefern.

Litauen hat Sicherheitsbedenken

Während Litauen diesen Plänen seit Langem aus Sicherheitsgründen ablehnend gegenübersteht, sprachen sich Lettland und Estland noch vor wenigen Wochen für einen Stromimport aus Belarus aus. Die Entwicklungen der letzten Wochen und Tage haben aber auch dies geändert.

Für den belarussischen Langzeitherrscher Lukaschenko wird nicht nur die politische Luft im eigenen Land immer dünner. Unter seiner Führung dürfte nun auch aus den erhofften Gewinnen des Stromexports ins Baltikum nichts mehr werden.

Echo der Zeit, 01.09.2020, 18:00 Uhr

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

26 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Peter Zuber  (Hä nuuh)
    In Belarus werden AKW gebaut um die EU mit Strom zu versorgen. In Frank%reich werden AKW gebaut um die Schweiz zu versorgen. Wenn die Grünen es ernst meinen würden dann müssten sie den Import von mit Kohle oder nuklear erzeugter Energie verbieten. Dann wären aber nicht nur die hier damit verbundenen Arbeitsplätze weg. Dann ginge hier auch ganz schnell das Licht aus. Auch der schöne Tesla würde stehenbleiben. Die Grünen wären dann alleridings auch schnell weg. So gesehen hat alles sein Gutes.
  • Kommentar von Franz NANNI  (Aetti)
    Jetzt wird es eng fuer den Lukaschenko... jetzt wird die Wirtschaft und der Komfort gestoert... das wollen die Menschen garantiert nicht ...auch nicht sein Freunde....
  • Kommentar von Peter König  (Vignareale)
    Nur der Volksaufstand kann
    Lukoschenko sturzen
    Weder die EU noch Teile davon (Baltikum) das Volk und Putin, und der ist nicht an einem Regimewechsel
    In Minsk interessiert solange die EU nicht
    bereit ist Russland als gleichwertigen Staatbzu behandeln und die NATO auf Druck der USA die Marschflugkoerper an der Grenze belaesst das Verhalten von NATO gilt im Kremel als Gefahr. Der deutsche
    Angriff von 1940 sitzt den Russen in den Knochen.
    24 Millionen Tote