- Die USA lockern die Sanktionen, unter denen Belarus wegen des Ukraine-Krieges steht. Belarus entlässt dafür 250 politische Gefangene.
- Der US-Sondergesandte John Coale war in Minsk, um das Abkommen zu unterzeichnen.
- Auch soll laut Coale der belarussische Diktator bald von der US-Regierung zum Staatsbesuch empfangen werden.
Die US-Führung von Präsident Donald Trump bereitet nach Worten ihres Sondergesandten John Coale einen möglichen Besuch des autoritären belarussischen Staatschefs Alexander Lukaschenko vor. Bei Unterredungen in Minsk sprach Coale mit Lukaschenko über die Kriege im Iran und in der Ukraine sowie über bilaterale Beziehungen, wie die staatliche belarussische Nachrichtenagentur Belta meldete.
«Wir sprachen auch über eine mögliche Reise von Präsident Lukaschenko in die USA», sagte Coale vor Fernsehkameras. Auch ein Telefonat mit Trump sei möglich. US-Sanktionen gegen das belarussische Finanzministerium, zwei Banken sowie zwei Düngemittelhersteller würden aufgehoben. Anders als die EU, die Lukaschenko wegen seiner Menschenrechtsverstösse isoliert hat, setzen die USA auf Fortschritte durch direkte Kontakte nach Minsk.
Acht Polithäftlinge kommen frei
Beim mittlerweile dritten Besuch des US-Vertreters liess Lukaschenko erneut politische Gefangene frei. Zu den acht Freigelassenen zähle die Fernsehjournalistin Jekaterina Andrejewa, berichtete das oppositionelle belarussische Portal «Nascha Niwa». Andrejewa war wegen ihrer Reportagen über die Massenproteste gegen Lukaschenkos manipulierte Wiederwahl 2020 inhaftiert worden.
Immer noch zählen Bürgerrechtler in Belarus aber bis zu 1400 politische Häftlinge. Der Langzeitherrscher Lukaschenko ist der engste Verbündete von Kremlchef Wladimir Putin. Er hatte sein Land 2022 auch als Aufmarschgebiet für den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine zur Verfügung gestellt.