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Bilateraler Gipfel in Helsinki Sind richtig handfeste Resultate zu erwarten?

Legende: Audio Erster bilateraler Gipfel von Trump und Putin abspielen. Laufzeit 02:02 Minuten.
02:02 min, aus HeuteMorgen vom 16.07.2018.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der russische Präsident Wladimir Putin und US-Präsident Donald Trump treffen sich heute in Helsinki.
  • Es ist der erste bilaterale Gipfel der beiden Staatschefs.
  • Für Moskau habe das Treffen eine hohe symbolische Bedeutung, sagt der russische Politologe Alexej Malaschenko.
  • Doch sind richtig handfeste Resultate zu erwarten?

Syrien, die Ukraine und Sanktionen: Die Liste von Problemen, die Moskau mit den USA hat, ist lang. Doch nicht nur deswegen hat der russische Präsident Wladimir Putin lange auf ein Treffen mit US-Präsident Donald Trump hingearbeitet. «Für Putin ist das ein historisches Ereignis und so wird es am staatlichen Fernsehen auch gefeiert – als Gipfel zweier Supermächte», sagt der Politologe Alexej Malaschenko.

Putin und Trump an einem Tisch – das ist also auch ein Symbol für Russlands neue Wichtigkeit in der Welt. Zumindest sehen das die Russen so. Für Trump aber, glaubt Malaschenko, sei das Treffen mit Putin eines von vielen. «Das ist für Trump aussenpolitische Routine. Gestern hat er den Nordkoreaner Kim Jong-un getroffen, heute trifft er Putin, morgen dann sonst jemanden.»

Für Putin ist das ein historisches Ereignis und so wird es am staatlichen Fernsehen auch gefeiert – als Gipfel zweier Supermächte.
Autor: Alexej MalaschenkoPolitologe

Malaschenko arbeitet für den Kreml-nahen Think Tank «Dialog der Zivilisationen», dennoch: Er ist ein kritischer Beobachter der russischen Aussenpolitik. So wie er sehen den Gipfel auch die meisten anderen Experten in Moskau.

Dass Putin mit Trump redet, wird grundsätzlich positiv beurteilt. Doch bei den meisten Streitpunkten sei keine Lösung in Sicht, erklärt Malaschenko und sagt: «Eine Aufhebung der Sanktionen halte ich für ausgeschlossen. Eine Lösung für den Ukraine-Konflikt wird es nicht geben. Neue Beschränkungen bei den Atomwaffen? Ziemlich unwahrscheinlich.»

Das ist für Trump aussenpolitische Routine. Gestern hat er den Nordkoreaner Kim Jong-un getroffen, heute trifft er Putin, morgen dann sonst jemanden.

Das Problem: Die meisten Konflikte zwischen den USA und Russland sind so komplex, dass sie nicht einfach per Handschlag zweier Präsidenten aus dem Weg geräumt werden können. Das sieht auch der Kreml so.

Ein Berater von Präsident Putin hat erklärt, am Gipfel könne man sich vielleicht darauf einigen, was auf dem Weg zu besseren Beziehungen die nächsten Schritte sein könnten. Das tönt sehr unkonkret – wäre aber besser als nichts.

Bedeutung des Gipfels aus US-Sicht?

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Er könne erst nach dem Treffen mit dem russischen Präsidenten Vladimir Putin sagen, was das Ziel des Gipfels gewesen sei, sagt US-Präsident Donald Trump – und sorgt damit bei Politikern und Politbeobachtern für Stirnrunzeln.

So oder so symbolisiere das Treffen aber Versöhnung, meint SRF-USA-Korrespondentin Isabelle Jacobi. Und stehe ergo quer zur Sanktionspolitik des US-Kongresses. Mehr zur Bedeutung des historischen Treffens zwischen Trump und Putin aus US-Sicht lesen Sie hier.

USA und Russland im Vergleich

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50 Kommentare

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  • Kommentar von Christa Wüstner (Saleve2)
    Vor Beginn des Vieraugengespräch twittert Trump: die Beziehungen zu Russland seien so schlecht wie nie niemals zuvor. Grund für die Probleme seien viele Jahre der Unvernunft und Dummheit der USA. Ist das nun eine Einsicht oder so ein schneller Gedankensprung von Trump?
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    1. Antwort von Roger Stahn (jazz)
      Nein, kein Gedankensprung, dasselbe sagte er bereits klar und deutlich vor über ca. 20 Jahren in einem Interview und er gebrauchte sogar das Adjektiv wahnsinnig in Bezug auf die US-Regierung und ihre Kriege. Ebenso rügte er die Laschheit der US-Regierung (1999) im Umgang mit Nordkorea und er als erstes hart verhandeln würde, bevor Nordkorea die A-Bombe bauen könnte...
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    2. Antwort von Roger Stahn (jazz)
      Das ist eine Einsicht, die Donald Trump in Orlando am 15.12.2016 in einer Rede bereits formulierte: «Viel zu lange haben wir eine verantwortungslose Intervention nach der anderen in Länder unternommen, von denen die meisten von uns noch nicht einmal etwas gehört hatten; das ist Wahnsinn und muss ein Ende haben.»
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    3. Antwort von Roger Stahn (jazz)
      Korrektur: es war Freitag der 16. Dezember 2016 in Orlando. Ferner betonte er ebenso, dass die Aussenpolitik einen neuen Kurs nehmen werde und die USA ihr Land umgestalten werden, statt fremde Staaten umzugestalten.
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    4. Antwort von Christa Wüstner (Saleve2)
      Stimmt und genau so ist es jetzt geschehen. Bereits nach dem Gipfel hat es es zurückgenommen. Steht auch in einem Beitrag von SRF. Von den beiden anderen ä Aussagen wusste ich nichts. Danke ! Sehr informativ.
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  • Kommentar von Henriette Rub (ehb)
    Gemäss Foto sehen alle Beteiligten reichlich unzufrieden aus. Das ganz palavern wir also kaum grosse Resultate ergeben. Trump ist ein zwitscherndes Vogelmännchen, das öfters die Meinung wechselt und Putin gibt sich zugeknöpft und lässt sich nicht in die Karten schauen.
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  • Kommentar von Hans Bernoulli (H.Bernoulli)
    Die Grafik über Importe und Exporte zeigt auf, worum es geht, warum die USA gegen Russland hetzen, wie sie gegen jedes Land vorgehen, dass reich an Ressourcen ist aber die Regierung ihnen nicht hörig ist und die Gewinne den US-Konzernen vorenthält (siehe Chile 79, Iran 53, fast alle südamerikanischen Ländern, Irak, Libyen usw., siehe John Perkins "Bekenntnisse eines economic hit man", siehe Aussage des hochdekorierten General Smedley Butler, er habe immer nur für die US-Konzerne Krieg geführt.)
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    1. Antwort von Dölf Meier (Meier Dölf)
      Ist Trumpf doch nicht so dumm, wie ihm das die Journalisten und Kommentaristen unterstellen. America first, das tut anderen weh, wenn man ihnen wegnimmt. Zu beachten ist, die USA die zweit grösste Schuldnerstaat der Welt. Nun können die Schlauen weiterdenken.
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