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Australien: Keine Wetterbesserung in Sicht
Aus SRF 4 News aktuell vom 09.01.2020.
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Brände in Australien Mindestens eine Milliarde tote Tiere

Die anhaltenden Buschbrände in Australien fordern viele Opfer: Und es ist kein Ende in Sicht.

Welches Ausmass hat die Zerstörung? Seit Wochen brennen in Australien unkontrolliert Wälder ab. Die zahlreichen Buschfeuer an der Ost-und Westküste des Kontinents haben mittlerweile mehr als 10.7 Millionen Hektar Land zerstört. Das ist eine Fläche, die grösser ist als Portugal. Mindestens 26 Menschen sind umgekommen. Gemäss einer Mitteilung von Chris Dickmann, Professor für Ökologie an der Universität Sydney, sind auch rund eine Milliarde Tiere ums Leben gekommen. Das sei allerdings eine vorsichtige Schätzung, so der Professor, die tatsächliche Anzahl der toten Tiere dürfte deutlich höher liegen. Frösche, Insekten und andere wirbellose Tiere seien nicht mitgezählt.

Was die Wetterprognosen sagen: Wie der australische Wetterdienst verbreitet, ist keine Wetterbesserung in Sicht. «Es ist schon länger bekannt, dass diese Hitzeperiode weit ins Jahr hinaus dauern wird», sagt SRF-Mitarbeiter Urs Wälterlin. Für Freitag sei beispielsweise im Bundesstaat New South Wales wieder ein Hitzesturm angekündigt. Es müsse mit mehr als 40 Grad gerechnet werden. «Die letzten Tage, als das Wetter etwas kühler war, haben die Feuerwehren genutzt, um das Feuer einzudämmen. Es hat sogar an manchen Orten etwas geregnet.»

Feuerperiode länger als sonst: «Offiziell hat die Feuersaison erst im Dezember begonnen», sagt Wälterlin. Allerdings hätten dieses Mal bereits im September Massenfeuer gelodert. Das sieht auch die Wissenschaft so: In diesem Sommer seien in Australien mehrere erschwerende Faktoren zusammengekommen, sagt Klimawandel-Forscher Marc Howden von der Australischen Nationaluniversität. Die extrem hohen Temperaturen und die grosse Trockenheit durch fehlenden Niederschlag. 2019 war das trockenste Jahr in Australien seit Beginn der Wetteraufzeichnungen.

Die Gründe der Katastrophe: Der Analyse australischer Forscher zufolge hat es in der Region in vorindustrieller Zeit etwa einmal in 500 Jahren eine extreme Dürre gegeben. Inzwischen, mit einem Grad mittlerer Erdtemperatur mehr, passiere das ungefähr alle 50 Jahre, wie die deutsche Forscherin Kerstin Thonicke sagt. Das Pendel schwinge immer weiter aus, es gibt immer neue Rekorde bei Temperaturen, Trockenheit, Hitzewellen-Dauer und Niederschlagsdefizit. Eine Ursache für die Feuer sind auch die natürlich vorkommenden Temperaturschwankungen im Indischen Ozean, der Indische-Ozean-Dipol. Vor allem im Zentrum und im Südosten Australiens fiel deshalb im Winter und im Frühling weniger Regen.

Wie sich die Natur anpasst: In Australien wachsen viele Eukalyptus-Bäume. Sie enthalten viel ätherische Öle und Wachse. Im Gegensatz zu Holz, das sich etwa bei 300 Grad entzünden kann, brennen Öle und Wachse schon bei wesentlich niedrigeren Temperaturen. Eukalyptus-Bäume könnten so gar als Brandbeschleuniger wirken. Allerdings sind gerade Eukalyptus-Bäume an regelmässige Feuer angepasst. Sie treiben einfach wieder aus, sagt Forscherin Thonicke, bei manchen Arten wachsen sogar Blätter direkt aus der verkohlten Krone.

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Verheerende Buschbrände in Australien
Aus 10vor10 vom 03.01.2020.
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