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FOKUS: Grossbritannien – das TV-Duell
Aus 10vor10 vom 06.12.2019.
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Britischer Wahlkampf Johnson im TV-Duell vor Corbyn

  • Das letzte TV-Duell von Labour-Chef Corbyn und Premier Johnson entschied der Regierungschef laut Umfragen nur knapp für sich.
  • Insbesondere beim Thema Brexit ging es wieder einmal hoch her.

Es war das letzte TV-Duell vor der britischen Parlamentswahl am 12. Dezember. Doch der erhoffte klare Punktsieg für Oppositionschef Jeremy Corbyn von der Labour-Partei blieb nach Auffassung vieler Beobachter aus.

Labour-Chef: Johnsons Versprechen nicht einzuhalten

Corbin erhöhte zwar den Druck auf den konservativen Premierminister Boris Johnson. Ein klarer Durchbruch scheint ihm aber nicht gelungen zu sein.

Umfrage: Hauchdünner Sieg für Johnson

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  • Einer YouGov-Umfrage, Link öffnet in einem neuen Fenster zufolge waren 52 Prozent der Befragten nach dem TV-Duell vom Freitagabend der Meinung, dass Johnson diese letzte Fernseh-Debatte vor dem Urnengang am 12. Dezember für sich entschieden hat.
  • Dabei konnte jeder der beiden Kontrahenten insbesondere bei ihren jeweiligen Spitzenthemen punkten. Johnson etwa bei Brexit und Innerer Sicherheit, Corbyn bei Fragen rund um das nationale Gesundheitssystem.

Johnson lasse Offenheit vermissen, wenn es um seine Brexit-Pläne gehe, sagte der Chef der britischen Sozialdemokraten beim Duell im BBC-Fernsehen am Freitagabend. Das Versprechen des Regierungschefs, mit seinem Brexit-Deal das Gezerre um den EU-Austritt zu beenden, sei nicht einzuhalten.

Der Labour-Chef warnte zudem vor langwierigen Verhandlungen über Freihandelsabkommen mit den USA und der EU. Johnson seinerseits konterte, dass Corbyn noch immer keine klare Haltung zum EU-Austritt einnehme.

«Ganz und gar erbärmlich»

Schottlands Regierungschefin Nicola Sturgeon, deren Schottische Nationalpartei SNP drittstärkste Kraft im Parlament werden dürfte, sah sowohl Johnson als auch Corbyn als Verlierer: «Das war ganz und gar erbärmlich. Zwei Männer ohne Inspiration, beide ungeeignet, Premierminister zu sein», schrieb sie auf Twitter.

Harsche Kritik von Schottlands Regierungschefin

Vor der Debatte hatten sich auch die beiden ehemaligen Premierminister John Major (Konservative) und Tony Blair (Labour) zu der Wahl geäussert. Beide riefen dazu auf, für Kandidaten zu stimmen, die Johnsons Brexit-Deal ablehnen.

Zeit für Corbyn läuft ab

In jüngsten Umfragen führen Johnsons Konservative mit grossem Abstand vor den Sozialdemokraten. Weniger als eine Woche vor dem Wahltag läuft die Zeit für Corbyn ab, das Ruder noch einmal herumzureissen.

Johnson will das Land mit seinem neu verhandelten Austrittsabkommen zum 31. Januar 2020 aus der Europäischen Union führen. Dafür braucht er eine stabile Mehrheit. Seine Amtsvorgängerin Theresa May war mit ihrem Abkommen drei Mal im Parlament gescheitert.

Neues Referendum zu neuem Deal?

Corbyn hingegen will den Austritt noch einmal verschieben und innerhalb von drei Monaten ein neues Abkommen mit Brüssel aushandeln. Ihm schwebt ein Brexit mit sehr enger Bindung an die EU vor. Seinen Deal will er den Briten in einem Referendum zur Abstimmung vorlegen. Die Alternative wäre ein Verbleib in der Staatengemeinschaft. Corbyn selbst will dabei neutral bleiben.

Labour hat kaum Aussichten auf eine eigene Mehrheit und müsste darauf hoffen, nach der Wahl mithilfe von kleineren Parteien eine Minderheitsregierung bilden zu können.

Gesundheitsdienst und Terror als weitere Themen

Die Brexit-Debatte war jedoch nicht das einzige Thema im Duell der zwei Parteichefs. So versprachen beide massive Investitionen in den maroden Nationalen Gesundheitsdienst (NHS), dessen Misere ein weiteres Aufregerthema im Wahlkampf ist.

Eine Woche nach dem tödlichen Anschlag an der London Bridge spielte auch die Diskussion über vorzeitige Haftentlassungen eine Rolle. Johnson forderte härtere Strafen für Gewalt- und Schwerverbrecher. Corbyn kritisierte Kürzungen bei der Polizei und im Strafvollzug und versprach Investitionen, um ähnliche Fälle künftig zu vermeiden.

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Georg Schneider  (Merguez)
    Nicola Sturgeon hat mit ihrem Tweet den Nagel auf den Kopf getroffen. Johnson führt sich auf wie ein Clown und manipuliert die Wähler mit erfundenen Zahlen und Falschaussagen. Corbyn indes hat keinen Plan für gar nichts und hat weniger Biss als ein Opa, der seine Zahnprothese vergessen hat einzusetzen. Sie sind beide tatsächlich unwählbar!
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  • Kommentar von Denise Casagrande  (begulide)
    Und alles auf SteuerzahlerInnen-Kosten! Was ist Volks-Politik und was Eigeninteressen-Verfolgung auf deren Kosten?
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  • Kommentar von Manuela Fitzi  (Mano)
    Corbyn ist der eigene Machterhalt eindeutig wichtiger, als die Interessen des Landes. Er predigt Stabilität und Zusammenführung, doch in Wahrheit er ist derjenige, der sein passives, bockiges Verhalten das Land in einer veritablen Sinnkrise belässt.
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    1. Antwort von Beat Kessler  (KLERUS)
      Aber Johnson ist besser? Nationalismus ist immer eine Sackgasse..
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    2. Antwort von Manuela Fitzi  (Mano)
      @Kessler: Nationalismus ist keine Sackgasse. In Tat und Wahrheit existieren viel mehr Nationalstaaten auf der Welt, als EU-ähnliche Bündnisse. Von der EU einen Suprastaat machen zu wollen ist eine Utopie. Die Ostländer würden dazu nie und nimmer zustimmen. De facto ist die Schweiz auch ein Nationalstaat und der "freie Schweizer" als kulturbestimmendes Element hält sich seit Jahrhunderten. Wer da Sackgasse vermutet, hat schlichtweg keine Idee.
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    3. Antwort von L. Leuenberger  (L.L.)
      @Kessler. Gegen die teilweise unannehmbaren durchgeboxten EU-Bedingungen und die Rechtssprechung zu sein bedeutet keinesfalls, ein Nationalist im negativen Sinne zu sein. Mit dieser Einstellung haben einige Politiker und Parteien die Zustimmung der Bürger und ihr Vertrauen in die Demokratie verspielt und verloren.
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    4. Antwort von Manuela Fitzi  (Mano)
      @Leuenberger: Fangen wir mal damit an, dass Nationalismus gar kein negativ behafteter Begriff war, sondern - wie Sie schreiben - von manipulativen EU-Politikern bzw. Schweizer EU-Turbos negativ konnotiert wurde. Leider spielt hierbei die Presse kräftig mit. Eine Diskussion, welche Nationalismus in seiner historischen Bedeutung sieht, wird ja gar nicht zugelassen.
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