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Die CDU gewinnt letzten Stimmungstest vor der Bundestagswahl
Aus Echo der Zeit vom 06.06.2021.
abspielen. Laufzeit 05:32 Minuten.
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CDU-Sieg bei Landtagswahl Armin Laschet nimmt Fahrt auf

Dieser Wahlsieg der CDU in Sachsen-Anhalt ist der Sieg von Ministerpräsident Rainer Haseloff. Er ist vor Ort mit klarem Vorsprung der beliebteste Politiker, beliebter als Angela Merkel. Und dies in einem Bundesland, das seit 1990 einen Viertel seiner Bevölkerung verloren hat und bis 2038 aus der Kohle, einem wichtigen Arbeitgeber, aussteigen wird.

Das wäre eigentlich Futter für die AfD. Aber Haseloff hat sich den Ausstieg aus der Kohle vergolden lassen und stand immer ohne Wenn und Aber gegen eine Koalition mit der AfD.

Der grüne Honeymoon ist vorbei

Haseloff hat nun drei Koalitionsoptionen, darunter eine Fortsetzung der bisherigen Regierung mit SPD und Grünen oder – und das ist bei der Mehrheit der CDU-Wähler die bevorzugte Variante – eine sogenannte Deutschlandkoalition von CDU, SPD und FDP.

Gerade diese Variante wird die Grünen schockieren, denn dann wären sie in der Opposition in Magdeburg. Und eine solche Deutschlandkoalition ist laut aktuellen Umfragen auch in Berlin auf Bundesebene möglich. Die vermeintliche Gewissheit, dass es ohne die Grünen nicht geht, ist erschüttert. Zwar ist es noch immer sehr wahrscheinlich, dass die Grünen in der nächsten Bundesregierung beteiligt sein werden. Aber es gibt Alternativen.

Die Grünen haben in Sachsen-Anhalt zwar dazugewonnen, aber deutlich weniger als erwartet. Der Osten war immer ein hartes Pflaster für sie, aber in jüngster Zeit haben sie vor allem in den Städten gepunktet und der SPD Stimmen abgenommen. Der grüne Honeymoon ist vorbei. In der heissen Wahlkampfphase werden ihre Versprechen auf Kosten und Realisierbarkeit abgeklopft werden.

Unterschätzter Laschet

Der Wahlsieg der CDU in Sachsen-Anhalt wird deren Kanzlerkandidaten Armin Laschet Auftrieb geben. Er stand bislang in medialem Gegenwind und wurde massiv unterschätzt. Konkurrent Markus Söder, der bayerische CSU-Ministerpräsident, wird nun stiller werden. Als wahrscheinlichster nächster Kanzler – Stand jetzt – wird Laschet auch in den Medien wohlwollender betrachtet werden.

Bislang war die CDU unter Laschet ein schwerfälliger Tanker, der kaum Fahrt aufgenommen hat. Es gibt bislang weder ein Wahlprogramm, noch ein Wahlkampfteam. Nun hat dieser schwerfällige Tanker Wasser unter dem Kiel.

Peter Voegeli

Peter Voegeli

Deutschland-Korrespondent, SRF

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Peter Voegeli ist seit Sommer 2015 SRF-Korrespondent in Deutschland. Er arbeitet seit 2005 für Radio SRF, zunächst als USA-Korrespondent, danach als Moderator beim «Echo der Zeit».

Echo der Zeit vom 6.6.2021.

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20 Kommentare

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  • Kommentar von René Balli  (René Balli)
    Die Erwartungen an Politiker finde ich total kindisch. Was soll sich schon zum Besseren ändern wenn Laschet Bundeskanzler wird? Der CO2 Ausstoss, das Trinkwasser, das Flüchtlingsproblem, der Plastikmüll? Nichts wird sich ändern, diese Partei ist ja schon seit einer gefühlten Ewigkeit an der Macht.
    1. Antwort von Albert Planta  (Plal)
      Anscheinend sind viele Stimmbürger gar nicht so unzufrieden wie uns immer wieder vorgegaukelt wird.
    2. Antwort von Margot Helmers  (Margot Helmers)
      Ihre aufgeführten Punkte werden nicht auf Länderebene behandelt, resp. nicht zuständig. Landtagswahlen sind sowieso Persönlichkeitswahlen.
  • Kommentar von Patrick Lohri  (Patrick Lohri)
    Mir ist absolut schleierhaft wie die Leute noch Altparteien wählen können die derart abgewirtschaftet haben! Das lässt sich nur mit massiver Propaganda erklären!
    1. Antwort von Claudia Beutler  (Claudia)
      Stimmt, ich verstehe auch nicht, wie man bei dieser Klimakrise und Umwelt noch etwas anderes wählen kann als die Grünen. Das Leugnen durch die AFD ist Vogelstrauss Politik.
  • Kommentar von Alex Schneider  (Alex Schneider)
    Der Sieg der CDU basiert in Sachsen-Anhalt lediglich auf der Angst vor dem Aufkommen der AfD.
    1. Antwort von Ueli Lang  (Wochenaufenthalter)
      Muss aber ne Riesenangst gewesen sein und komischerweise haben alle anderen Anti AFD Kräfte, es waren ja eine Menge, davon so gut wie nichts profitiert. Daher greift aus meiner Sicht diese Erklärung viel zu kurz!
    2. Antwort von Sascha Ehring  (MountainmanSG)
      Herr Lang, es gab Ansprachen der Demokraten. Es haben auch nicht CDU-Wähler die CDU gewählt um sie stärker zu halten als die AFD. Das ist Gang und Gebe.