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Lage in Bolivien spitzt sich zu
Aus Tagesschau vom 16.11.2019.
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Chaos in Bolivien Fünf Morales-Anhänger getötet

  • In Bolivien sind bei Zusammenstössen zwischen Anhängern des ehemaligen Präsidenten Evo Morales und Sicherheitskräften mindestens fünf Menschen getötet worden.
  • Weitere 34 Menschen seien bei den Zusammenstössen in der Nähe der Stadt Cochabamba verletzt worden.
  • Die Sicherheitskräfte nahmen 169 Personen fest.

Die Anhänger von Morales – Kokabauern – versuchten, über Cochabamba nach La Paz zu marschieren, um ihre Unterstützung für den Ex-Präsidenten zu zeigen. Die Polizei und das Militär versperrten den Demonstranten den Weg auf einer Brücke in Sacaba, einem östlichen Vorort von Cochabamba.

Laut dem Ombudsmann der Stadt Cochabamba, Nelson Cox, wiesen die Toten Schusswunden auf. Der Polizeichef von Cochabamba, Jaime Zurita, erklärte, die Kokabauern hätten die Sicherheitskräfte mit Schusswaffen angegriffen.

ambulanz von innen.
Legende: Die bolivianischen Rettungskräfte müssen bei Cochabamba verletzte Demonstrierende behandeln. Reuters

Ausländische Mitkämpfer?

Boliviens Übergangspräsidentin Jeanine Áñez sagte, bewaffnete Gruppen, in denen auch Ausländer seien, hätten vor, Blockaden um die wichtigsten Städte aufzustellen, um die Zufuhr von Treibstoff, Gas und Lebensmitteln zu verhindern. Die Regierung werde gegen diese Gruppen mit den in der Verfassung verbrieften Mitteln vorgehen.

Es gebe Beweise für die Beteiligung venezolanischer Bürger an gewaltsamen Protesten gegen die Übergangsregierung, erklärte die neue kommissarische Aussenministerin, Karen Longaric. Neun Venezolaner, bei denen grosskalibrige Waffen gefunden worden sein sollen, wurden festgenommen. Die Übergangsregierung will alle Diplomaten Venezuelas wegen Einmischung in interne Staatsangelegenheiten ausweisen, sagte Longaric.

Bolivien trete zudem aus dem auf Initiative Venezuelas gegründeten Regionalbündnis Alba-TCP (Bolivarianische Allianz für Amerika) aus und prüfe einen Austritt aus dem Staatenbund Unasur, sagte Longaric. Auch Hunderte kubanische Ärzte sollen Bolivien verlassen. Nach einer Mitteilung des kubanischen Aussenministeriums vom Freitag traf der Inselstaat diese Entscheidung, nachdem vier kubanische Mediziner am Mittwoch in Bolivien festgenommen worden waren. Ihnen werde vorgeworfen, Proteste dort finanziert zu haben – das seien Lügen, hiess es.

Kniende Menschen mit Händen über Kopf. Daneben Polizei.
Legende: Die Polizei nimmt fast 170 Menschen fest. Keystone

Chaos nach Rücktritt des Präsidenten

Morales, der das Andenland seit 2006 als erster indigener Präsident regiert hatte, war am Sonntag – nur drei Wochen nach seiner umstrittenen Wiederwahl – unter dem Druck von Militär und Polizei zurückgetreten.

Der Sozialist, der für eine vierte Amtszeit kandidiert hatte, hatte sich nach der Abstimmung am 20. Oktober zum Sieger in der ersten Runde erklärt. Die Opposition und internationale Beobachter hatten ihm Wahlbetrug vorgeworfen. Morales, der seit Dienstag im Exil in Mexiko ist, sprach von einem Putsch. Mindestens 15 Menschen kamen bei den Protesten nach der Wahl ums Leben.

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Proteste in Bolivien (unkomm.)
Aus News-Clip vom 16.11.2019.
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12 Kommentare

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  • Kommentar von Jakob Tschudi  (Jake7)
    Das von der Bevölkerung gewählte Oberste Gericht hat die Kandidatur von Morales bestätigt. Morales hat die Wahl deutlich gewonnen. Mit seinem formal erklärten Rücktritt folgte er dem Druck durch das Militär und die Gewalt auf der Straße. Rechte Milizen haben Abgeordneten der MAS den Zugang zum Parlament verweigert. Deshalb gab es dort keine Sitzung, in der der Rücktritt hätte akzeptiert werden können. Das ist ein klassischer Staatsstreich, und den muss man auch als solchen benennen.
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    1. Antwort von martin blättler  (bruggegumper)
      Jagen Bürger,politisch rechts der Mitte stehend,einen
      Wahlbetrüger aus dem Amt,ist es ein Putsch.
      Putschen Kommunisten gegen gewählte Regierungen,
      ist es ein Volksaufstand.
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  • Kommentar von M. Berger  (Mila)
    Wichtig zu wissen um die Proteste und Unruhen in Chile, Bolivien, etc. ist, dass im sogenannten Lithium-Dreieck nebst anderen Rohstoffen 70% des weltweit vorkommenden Rohstoffs Lithium ist, welcher dringend benötigt wird für die Herstellung der Akkus für z.B. E-Autos. Dahinter stehen handfeste Interessen der Automobilindustrie in Europa, Asien und Amerika. Ich denke, kein Zufall, dass Evangelikale von rechts aussen in diesen Ländern sehr aktiv sind mit Connections bis ins weisse Haus der USA.
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  • Kommentar von daniel linggi  (drzakk)
    Als Bolivianer sage ich dass die gesetzt verletzt war. Nur 2 konsekutive Amtzeiten sind erlaubt. Er hat schon drei mit 14 Jahren hinten sich. Die vierte wurde von der Volk durch ein Referendum abgelehnt aber hat er trotzdem die gesetzt nach seiner Meinung geändert. Die TSE hat seine Bedürfnisse berücksichtigt nicht der Volk wie es klar ist. Möglich weil es geht um Korruption und die macht zu behalten. Maduro und Evo Tauschen sich kräfte um, um Gewalt zu steuern. Das ist nicht neues bei uns.
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    1. Antwort von Reto Camenisch  (Horatio)
      Sehr gut beschrieben. Auch jedem, der für gewisse Leistungen Morales' Regierung Sympathien hat, sollte mindestens auch die von Ihnen beschriebenen Fakten als Demokrat anerkennen.
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    2. Antwort von M. Berger  (Mila)
      Danke Daniel Linggi für die Information! Schade, Evo Morales schien ein Hoffnungsträger zu sein. - Persönlichkeiten wie José Mujica in Uruguay sind wohl die Ausnahme.
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