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Weitere Gewalt zwischen Israel und Palästinenser
Aus Tagesschau vom 15.05.2021.
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Chronologie Nahostkonflikt Seit mehr als 70 Jahren Krieg

Die Region kommt seit Jahrzehnten nicht zur Ruhe – seit der Gründung Israels nach dem Zweiten Weltkrieg.

Seit Gründung des Staates Israel vor mehr als 70 Jahren kommt es immer wieder zu bewaffneten Auseinandersetzungen mit den Nachbarn. Der erste Nahostkrieg war für Israel ein Unabhängigkeitskrieg – für die Palästinenser hingegen der Beginn der «Nakba» (Katastrophe), ihrer Flucht und Vertreibung.

29. November 1947: Die Vollversammlung der Vereinten Nationen ruft zur Teilung des britischen Mandatsgebiets Palästina in einen jüdischen und einen arabischen Staat auf (Resolution 181). Die Juden stimmen zu, die Araber in Palästina und die arabischen Staaten lehnen den Plan ab.

14. Mai 1948: David Ben Gurion verliest Israels Unabhängigkeitserklärung in Tel Aviv. Am Tag darauf erklären die arabischen Nachbarn Ägypten, Jordanien, Libanon, Irak und Syrien den Krieg. Im Kampf kann der neue Staat sein Territorium vergrössern und den Westteil Jerusalems erobern. Rund 700'000 Palästinenser fliehen.

Gurion liest vor, am Tisch sitzen Männer.
Legende: David Ben Gurion verliest 1948 die Unabhängigkeitserklärung Israels. Keystone Archiv

Oktober 1956: In der Suez-Krise kämpfen israelische Truppen an der Seite Frankreichs und Grossbritanniens um die Kontrolle des Suez-Kanals, den Ägypten zuvor verstaatlicht hatte.

Juni 1967: Im Sechstagekrieg erobert Israel den Gazastreifen, die Sinai-Halbinsel, das Westjordanland, Ostjerusalem und die Golanhöhen.

Israelische Panzer in der Wüste.
Legende: Im Sechstagekrieg fügt Israel seinen arabischen Nachbarn eine schwere militärische Niederlage bei. Keystone Archiv

Oktober 1973: Eine Allianz arabischer Staaten unter Führung von Ägypten und Syrien überfällt Israel an Jom Kippur, dem höchsten jüdischen Feiertag. Nur unter schweren Verlusten gelingt es Israel, den Angriff abzuwehren.

März 1979: Israels Regierungschef Menachem Begin und Ägyptens Präsident Anwar al-Sadat schliessen einen von den USA vermittelten Friedensvertrag.

Die drei Staatsmänner lachen und geben sich die Hände.
Legende: 1979: Ägyptens Präsident Anwar el-Sadat (links) schliesst unter Vermittlung von US-Präsident Jimmy Carter (Mitte) Frieden mit Israels Ministerpräsident Menachem Begin. Keystone Archiv

Juni 1982: Beginn der Operation «Frieden für Galiläa». Israel greift Stellungen der Palästinensischen Befreiungsorganisation PLO im Libanon an und marschiert ins Nachbarland ein.

September 1982: Christliche libanesische Milizionäre verüben in einem palästinensischen Flüchtlingslager das Massaker von Sabra und Schatila – in Sichtweite israelischer Kontrollposten. Israels Verteidigungsminister Ariel Scharon wird eine politische Mitverantwortung angelastet.

Dezember 1987: Ausbruch des ersten Palästinenseraufstands («Intifada»).

September 1993: Israels Ministerpräsident Izchak Rabin und PLO-Chef Jassir Arafat unterzeichnen die Oslo-Friedensverträge.

Rabin, Clinton, Arafat.
Legende: 1993 unterzeichnen Rabin und Arafat den Osloer Friedensvertrag. Der damalige US-Präsident Bill Clinton reist als Garant an. Zwei Jahre später wird Rabin von einem extremistischen Israeli ermordet. Reuters

4. November 1995: Rabin wird nach einer Friedenskundgebung in Tel Aviv von einem jüdischen Fanatiker erschossen.

September 2000: Nach einem Besuch von Israels damaligem Oppositionsführer Ariel Scharon auf dem Tempelberg in Jerusalem bricht die zweite Intifada aus.

2002: Israel beginnt mit dem Bau einer 750 Kilometer langen Sperranlage rund ums Westjordanland. Zäune und Mauern verlaufen zum Teil auf palästinensischem Gebiet.

Mauer und Häuser.
Legende: 2003 begann Israel mit dem Bau einer Sperrmauer. So soll verhindert werden, dass Palästinenser aus dem Westjordanland unkontrolliert ins israelische Kernland gelangen können. Keystone

August 2005: Gegen den Widerstand der Siedler räumt Israel alle Siedlungen im Gazastreifen und zieht seine Truppen aus dem Palästinensergebiet am Mittelmeer ab.

Juli 2006: Israel und die libanesische Hisbollah-Miliz liefern sich einen einmonatigen Krieg.

Juni 2007: Die radikal-islamische Hamas vertreibt in einem blutigen Machtkampf unter Palästinensern die Fatah von Mahmud Abbas aus dem Gazastreifen.

Jahreswende 2008/2009 bis August 2014: In drei Konflikten bekriegen sich das israelische Militär und die Hamas im Gazastreifen. Kurz vor dem Krieg 2014 scheitert der bisher letzte Versuch Israels und der Palästinenserführung von Abbas, am Verhandlungstisch einen Frieden zu vereinbaren.

Dezember 2017: US-Präsident Donald Trump verkündet den Umzug der US-Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem. Die Entscheidung stösst international auf heftige Kritik.

Protestierende fliehen vor Tränengas.
Legende: Bei wochenlangen Protesten an der Grenze zu Israel werden Dutzende Palästinenser im Gazastreifen erschossen. Reuters

Frühjahr 2018: Am Grenzzaun zwischen Israel und Gazastreifen beginnen wochenlange Demonstrationen von Palästinensern für das Recht auf Rückkehr ins Gebiet des heutigen Israels. Mehr als 100 Protestierende werden von der Armee erschossen. Die USA eröffnen ihre Botschaft in Jerusalem.

Januar 2020: Trump und Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu präsentieren einen Nahost-Friedensplan. Die Palästinenser sehen das Völkerrecht verletzt und lehnen ihn ab.

Mai 2021: In Jerusalem kommt es zu schweren Zusammenstössen zwischen israelischen Sicherheitskräften und Palästinensern. Aus dem Gazastreifen werden zahlreiche Raketen auf Israel abgefeuert, das mit massiven Luftangriffen reagiert. Dabei werden in Gaza Dutzende Palästinenser getötet. Israel mobilisiert Tausende von Reservisten. Internationale Unterhändler versuchen, möglichst bald eine neue Waffenruhe zu erreichen.

SRF Tagesschau vom 15.5.2021, 19.30 Uhr;

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94 Kommentare

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  • Kommentar von Denise Casagrande  (begulide)
    Was für ein menschliches Unvermögen, Versagen, Desaster von teuer bezahlten Regierungen!!
  • Kommentar von Gustav Gugger  (Gustav Gugger)
    Ich habe Hochachtung vor den Israeliten, die es in wenigen Jahrzehnten geschafft haben, das Land Israel zu begrünen und einen reichen Industriestaat zu schaffen, während ihre Nachbarn arm geblieben sind (mit Ausnahme der Ölemirate). Zudem wundere ich mich, wieso man während der Trumpzeit nichts mehr vom Nahostkonflikt gehört hat.
  • Kommentar von Norbert Zeiner  (ZeN)
    Zur Klarstellung, wie es zum Sechstagekrieg kam, was medial aber verschwiegen wird: Unter Führung des ägypischen Präsidenten Nasser war eine Alianz von arabischen Staaten kurz vor Marschbefehl, um, mit den Worten von Nasser, "die Juden ins Mittelmeer zu treiben und den Staat Israel auszulöschen". Dem kam Israel's Armee um Tage zuvor, und zerschlug unter Ausnutzung des Überraschungseffekts in 6 Tagen die ganze hochgerüstete Militärmacht dieser Staaten.
    1. Antwort von Maria Müller  (Mmueller)
      Naja, Nasser war eben eine Art "Sozialist". (Mit irgendner Mischung aus Sozialismus und Panarabismus. Aber eben durchaus engen Banden nach Moskau.)

      Das ist wohl mit ein Grund, warum er eine Art "Denkmalschutz" (und "nobles Stillschweigen") in vielen Medien geniesst. Man spuckt halt alten Verbündeten nicht gern in die Suppe.
    2. Antwort von Rok Humar  (Hurok)
      Nun, zuallererst, und Jahre bevor, hatten die Briten, mit militärischer Hilfe von Israel und Frankreich versucht, den Suezkanal wieder unter das britische Imperium zu bringen, welchen damals Nasser für Ägypten beanspruchte. Ausserdem wollte er die finanzielle Hilfe der Briten für den Assuan Staudamm nicht annehmen, liebäugelte mit den Russen, Währenddem die Briten Israel weiter unterstützten. Klingt eher nach schiefgegangenem PostKolonialismus.