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Israel weitet seine Angriffe aus
Aus Tagesschau vom 14.05.2021.
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Eskalation im Gazastreifen Das sind die Akteure im Nahost-Konflikt

Wer unterstützt die Hamas? Wie reagieren die Vereinigten Staaten? Die Konfliktparteien in der Übersicht.

Was ist das Ziel der Hamas? Die islamistische Palästinenserorganisation hat sich «die Vernichtung Israels» zum Ziel gesetzt. Die Hamas agiert primär im Gazastreifen und besteht aus einem politischen und einem militärischen Arm. Auf politischer Ebene verwaltet die Hamas den Gazastreifen, den sie seit 2007 vollständig kontrolliert. Der militärische Arm beschiesst immer wieder Israel mit Raketen. Das Arsenal wird dabei auf 5000 bis 6000 Raketen und die Zahl der Kämpfer auf 40'000 geschätzt. Seit Montagabend wurden über 1500 Raketen auf Israel abgefeuert.

In welcher Position steckt Israel? Eine zunehmende Eskalation des Konflikts wäre für Israel gefährlich. Zwar hätte das Land die militärischen Mittel, um etwa im Gazastreifen einzumarschieren und die Hamas zu zerschlagen. Das würde den Konflikt nicht lösen. Die allfällige Lücke, hinterlassen durch die Hamas, könnte sich mit anderen extremistischen Gruppierungen füllen.

Dazu erlebt Israel momentan eine politische Krise. Im März wurde zum vierten Mal in zwei Jahren das Parlament neu gewählt. Die Regierungsbildung scheitert und Premierminister Benjamin Netanjahu drohte die Machtablösung durch seine Kontrahenten. Der Zeitpunkt der Regierungskrise ist denkbar ungünstig für den aufflammenden Nahostkonflikt.

Was tut die Fatah? Die gemässigte Fatah führt die palästinensische Autonomiebehörde im Westjordanland und war bis 2007 auch im Gazastreifen vertreten. Eigentlich hätten kürzlich im ganzen Palästinensergebiet – also im Gazastreifen und Westjordanland – Neuwahlen stattfinden sollen, um Fatah und Hamas zu versöhnen. Jedoch sagte der 85-jährige Palästinenserpräsident Mahmud Abbas die Wahlen – die ersten seit 2006 – kurzfristig ab. Mit dieser Entscheidung büsste die Fatah weiter an Rückhalt in der Bevölkerung ein. Die fehlende Führung durch die Fatah nutzte die Hamas, um sich als Verteidigerin von Jerusalem aufzuspielen, was zur Eskalation des Konflikts führte.

Wie reagiert die USA? Die US-Regierung verurteilte die Angriffe der islamistischen Hamas aus dem Gazastreifen und fordert die Deeskalation aller Konfliktparteien. Dabei anerkennt sie das Recht Israels, sich gegen die Angriffe zu verteidigen. Abgesehen von diesen Erklärungen halten sich die Vereinigten Staaten zurück.

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Biden: «Israel hat Recht auf Selbstverteidigung» (engl.)
Aus News-Clip vom 13.05.2021.
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In früheren Jahren kam der USA als Supermacht eigentlich eine besondere Rolle zu. Sie versuchte, Friedensprozesse anzustossen, und unterstütze Israel wirtschaftlich wie auch militärisch. In der Regierung von Joe Biden ist aber der Nahost-Konflikt kein Kernthema. Die Bewältigung der Corona-Krise, das Verhältnis zu China oder das Atomabkommen mit dem Iran sind wichtiger.

Welche Rolle spielt der Iran? Seit Jahren unterstützt der Iran die Hamas, versorgt sich mit Geld, Raketenteilen und dem entsprechenden Know-how. Die islamische Republik sieht die Palästinenserorganisation als wichtigen Verbündeten im Kampf gegen Israel. Auch dieses Mal sichert Iran der Hamas seine Unterstützung nur zurückhaltend zu. Aufgrund der Wirtschaftskrise im eigenen Land und die Sorge um das Atomabkommen beherrscht sich der Iran.

Tagesschau, 14.05.2021, 12:45 Uhr;

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39 Kommentare

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  • Kommentar von Beat. Mosimann  (AG)
    Jerusalem sollte unter internationaler Verwaltung stehen. Die 1,3 Millionen Palästinenser bekamen rund 43 Prozent der Gesamtfläche des britischen Mandatsgebietes, die knapp 600.000 Juden gut 56 Prozent des Landes.
  • Kommentar von Beat. Mosimann  (AG)
    Wieso wollen Juden den Platz, auf dem schon jahrelang die Palästinenser Wohnen?
    Am 29. November 1947 beschloss die UN-Generalversammlung, Palästina in einen arabischen und einen jüdischen Staat zwischen Jordan und Mittelmeer zu teilen. Die im britischen Mandatsgebiet lebenden Palästinenser, die über 90 Prozent des Landes, darunter auch die Regionen der unfruchtbaren Negev-Wüste, besaßen, wurden nicht befragt.
  • Kommentar von Peter König  (Vignareale)
    Verhandeln auf Druck der unbeteiligten Öffentlichkeit im Westen wird nichts bringen. Die Hamas verstehen nur Waffengewalt den Israeli fehlt ein Führet vom Kaliber Moshe Dayan