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AfD-Parteitag: Jörg Meuthen bleibt im Amt
Aus Tagesschau vom 30.11.2019.
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Co-Parteivorsitz der AfD Chrupalla folgt auf Gauland

  • Die AfD hat den Bundestagsabgeordneten Tino Chrupalla zum zweiten Parteivorsitzenden neben Jörg Meuthen gewählt.
  • Der 44-Jährige tritt die Nachfolge von Alexander Gauland an, der sich aus dem Parteivorstand zurückgezogen und Chrupalla als Kandidaten vorgeschlagen hatte.
  • Chrupalla erhielt auf dem Bundesparteitag in Braunschweig in einer Stichwahl 54 Prozent der Stimmen. Sein Fraktionskollege Gottfried Curio unterlag mit 41 Prozent.

Chrupalla sagte in seiner Bewerbungsrede: «Die bürgerliche Mitte erreichen wir mit Vernunft. Nur mit überzeugenden Inhalten werden wir neue Wählerschichten erschliessen. Mit drastischer Sprache bewirkt man häufig das Gegenteil – besonders bei den Frauen.»

Öffnung zu Bündnis mit CDU

Der einflussreiche Gauland rief in seiner Rede vor den Delegierten dazu auf, sich Bündnissen mit der CDU zu öffnen. Mit Blick auf die Ergebnisse bei Landtagswahlen in Ostdeutschland sieht er die Chancen der CDU zu Regierungsbündnissen mit anderen Parteien schwinden. «Wenn Grüne, Rote und Dunkelrote zusammengehen, wird der Tag kommen, an dem eine geschwächte CDU nur noch eine Option hat – uns», sagte Gauland.

Tino Chrupalla lächelnd vor einem AfD-Logo.
Legende: Tino Chrupalla wurde zum Nachfolger von Alexander Gauland als zweiter Parteivorsitzender gewählt. Keystone

Jörg Meuthen im Amt bestätigt

Am AfD-Parteitag wurde zudem Jörg Meuthen in seinem Amt als einer der beiden Bundesvorsitzenden bestätigt. Der Europa-Parlamentarier setzte sich gegen die Mitbewerber Nicole Höchst und Wolfgang Gedeon mit 69 Prozent der Stimmen durch. Die Bundestagsabgeordnete Höchst kam auf 25 Prozent, der mit Buh-Rufen empfangene Gedeon nur auf knapp 4 Prozent.

Meuthen steht seit Juli 2015 an der Spitze der AfD – anfangs als Co-Vorsitzender neben Frauke Petry, später zusammen mit Alexander Gauland, der sich in Braunschweig vom Parteivorsitz zurückzog.

Die AfD will regieren – eine Einschätzung

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Portrait von Peter Voegeli.
Legende:Eine Kurzeinschätzung von Peter Voegeli, SRF-Korrespondent in DeutschlandSRF

Die entscheidende Frage des AfD-Parteitags in Braunschweig war nicht, ob sich die Gemässigteren gegen den völkisch-extremistischen Flügel der Partei durchgesetzt haben. Die entscheidende Botschaft war: Die AfD will regieren. Das ist das Signal von Braunschweig, das alle Vertreter aussandten, egal ob sie sich zu den Gemässigteren oder zum völkischen Flügel zählen, egal, ob sie aus dem Westen oder dem Osten Deutschlands stammen.

Die AfD müsse «erwachsen werden», sagte Gauland in seiner Abschiedsrede, müsse Revolutionsphantasien begraben, Deutschland sei nicht für Revolutionen gemacht. Wenn die AfD aber ohne Revolution auf Länderebene mittelfristig an die Macht wolle, komme nur die CDU als Regierungspartnerin in Frage. Mittelfristig bedeutet für die AfD nach dem Ende der Ära Merkel. Mit «erwachsen werden» meinte Gauland auch mehr Professionalität. Und auch das ist in Braunschweig gelungen.

Im Unterschied zu manchen Chaosparteitagen der Vergangenheit ging die Regie der Parteiführung in Braunschweig fast perfekt auf. Der neugewählte Wunschnachfolger von Alexander Gauland als Co-Chef der Partei, der 44-jährige Handwerksmeister Tino Chrupalla aus dem ostdeutschen Görlitz – pragmatisch und machiavellistisch – verkörpert dieses neue Ziel der AfD perfekt.

Die Partei insgesamt aber ist keine andere geworden. Und sie ist auch nicht weniger rechts als gestern. Wenn sich aber die CDU nach dem Rücktritt Merkels auf Regierungskoalitionen mit der AfD einlässt, wird sie in dieser Beziehung wahrscheinlich verlieren und die AfD gewinnen.

15'000 Menschen demonstrieren gegen AfD

Der von Polizisten aus mehreren Bundesländern geschützte Parteitag wurde von lautstarken Protesten begleitet. Mehr als 15'000 Menschen demonstrierten nach Angaben der Veranstalter gegen den AfD-Parteitag in Braunschweig.

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18 Kommentare

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  • Kommentar von Ueli von Känel  (uvk)
    Herr Balmer und R Andenmatten:Es ist keine klare Abgrenzung gegen ganz rechtsaussen bei der Afd zu erkennen,zumindest nicht durchgehend. Und wie auch immer das Wort Hitler gebraucht wurde, muss das misstrauisch machen.Es wird offenbar von der Afd toleriert, dass Sympathisanten „braune“ Parolen von sich geben, selbst wenn dies die Leitung z.Z. nicht tut. Dies macht mich auch misstrauisch.Natürlich ist es auch verwerflich,wenn allenfalls SPD-Mitglieder sich nicht klar gegen linksextrem abgrenzen.
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    1. Antwort von Albert Planta  (Plal)
      Andermatten: für sie ist demnach die Verharmlosung der Nazizeit durchaus vertretbar?
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  • Kommentar von Mario Rapelli  (CO2 ist Klimaneutral)
    Ich frage mich was die meisten von Ihnen an der AfD so schrecklich finden? Eine Partei die Tacheles redet, und die Missstände im eignen Land anspricht. Die versuchen das Deutsche Volk wach zu rütteln, um ihnen aufzeigen, dass es so nicht weitergehen kann. Sich endlich aus den US-Imperialistischen Klauen zu befreien. Endlich wieder ein eigenes selbstbestimmtes Land mit eigener Verfassung zu werden Art. 146!!! Keine Atomwaffen mehr auf Deutschen Boden. Keine Kriegseinsätze mehr in Fremden Ländern
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    1. Antwort von Peter Holzer  (Peter Holzer)
      Herr Rapelli: Ihre Aussage und Einschätzung der AfD ist trügerisch. Wenn man bei einem x-beliebigen Thema nur die vermeindlich positiven Eigenschaften nennt und das negative weglässt, verzerrt sich das Bild.

      Dies könnte man mit allen Parteien machen:

      Grüne: Was ist so schlecht die Natur und Umwelt zu schützen?
      SPD: Was ist so schlecht sich für soziale Gerechtigkeit zu engagieren.
      CDU: was ist so schlecht den christlichen Gedanken der Nächstenliebe in die Politik einzubringen.

      Merke?
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  • Kommentar von Ueli von Känel  (uvk)
    Fortsetzung: Und was mich weiter misstrauisch werden lässt gegenüber der AfD, ist, dass es eine merkwürdige Diskrepanz gibt: Beim Mord an Lübke sank die AfD gegen aussen in tiefes Schweigen. Beim Mord des Eritreers am deutschen Knaben geschah seitens der AfD ein lauter Aufschrei. Ich sage: Zu Recht. Aber dann wäre es ebenso sehr angezeigt gewesen, im Falle Lübke auch laut aufzuschreiben. Eben: Merkwürdig!
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    1. Antwort von Ueli von Känel  (uvk)
      Korrigenda: Richtig muss es heissen: „Aber dann wäre es ebenso sehr angezeigt gewesen, im Falle Lübke auch laut AUFZUSCHREIEN. Eben: Merkwürdig!“
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    2. Antwort von Walter Balmer  (WalBal)
      Bei den Altparteien war es gerade umgekehrt. Ein lauter Aufschrei beim Lübke Mord und tiefes Schweigen beim Mord des Eritreers und anderen Morden oder Massenvergewaltigungen durch Asylanten und Migranten. Merkwürdig, sehr merkwürdig.
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    3. Antwort von Peter Schnider  (peters)
      Wenn ich mich richtig entsinne, handelt es sich bei besagtem Eritreer um einen vor über zehn Jahren in die Schweiz eingewanderten, bis zum Vorfall unbescholtenen Mann.
      Aus dem Tod des Jungen, wahrscheinlich infolge einer psychischen Störung, politisches Kapital zu schlagen, ist einfach nur Geschmacklos. Aber das passt ja zu dieser Partei.
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