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Niederländische Hausärzte unterstützen Klinik-Kollegen
Aus HeuteMorgen vom 30.10.2020.
abspielen. Laufzeit 01:55 Minuten.
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Corona in den Niederlanden Amsterdamer Hausärzte entlasten Spitäler

  • Nicht nur in der Schweiz, auch in den Niederlanden steigen die Corona-Ansteckungen.
  • Parallel dazu nimmt der Druck auf die Spitäler zu. Um diese zu entlasten, wollen Amsterdamer Hausärzte ihre Patientinnen und Patienten zu künftig zu Hause mit Sauerstoff und Medikamenten versorgen.

Seit Wochen ist Stella Zonneveld am Organisieren. Die Amsterdamer Hausärztin und Koordinatorin spricht mit Spitalleitungen, Testlabors, Virologen, Lungenspezialisten – kurzum mit allen, die helfen können, damit Covid-19-Erkrankte früher aus dem Spital entlassen werden können – oder erst gar nicht eingewiesen werden müssen.

Positive Testergebnisse direkt an den Hausarzt

Eine zentrale Rolle spielen in diesem Vorhaben die Testlabors. Zukünftig sollen sie nicht nur die Getesteten über das positive Ergebnis informieren, sondern auch deren Hausarzt oder Hausärztin. Denn diese wüssten, ob es sich um einen Risikopatienten handle, erklärt die Koordinatorin auf Anfrage von Radio SRF.

In einem solchen Fall nehme der betreffende Hausarzt direkt telefonischen Kontakt auf mit dem Patienten. So könne er an seiner Stimme hören, ob dieser – beispielsweise – Atembeschwerden hat und deshalb direkt ins Spital eingewiesen werden muss. Rasches Eingreifen kann die Erkrankung mildern und den Spitalaufenthalt verkürzen, das ist inzwischen bekannt.

Auch frühere Entlassung aus dem Spital als Ziel

Die Erfahrung der ersten Corona-Welle im Frühling hat gezeigt, dass Patienten oft so lange mit dem Anruf beim Hausarzt gewartet haben, bis sie direkt per Ambulanz ins Spital eingewiesen werden mussten.

Die Amsterdamer HausärztInnen wollen aber auch erreichen, dass Covid-19-Patienten früher aus dem Spital entlassen werden. Wer drei Tage stabil sei, können ohne weiteres vom Hausarzt zusammen mit der Spitex zu Hause mit Sauerstoff und mit dem entzündungshemmenden Dexamethason versorgt werden, erläutert die Hausärztin.

Neue Methode schlägt grosse Wellen

Schneller reagieren und früher aus dem Spital entlassen, mit dieser neuen Methode der Hausärztinnen und Hausärzte könnten jede Woche 50 Spitalbetten im Hotspot Amsterdam gespart werden. In voraussichtlich einer Woche soll damit begonnen werden.

Diese neue Amsterdamer Methode hat grosse Wellen geworfen, auch Hausärzte in anderen niederländischen Städten möchten zukünftig so vorgehen.

SRF 4, Heute Morgen, 06:00 Uhr

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8 Kommentare

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  • Kommentar von Olaf Schulenburg  (freier Schweizer)
    Wer den Text aufmerksam liest stellt fest, dass es um die Verabreichung von Sauerstoff geht. Das ist nicht dasselbe wie die Beatmung auf einer Intensivstation. In allen Pflegeheimen machen dass das Pflegepersonal und der Hausarzt schon immer, und viele Menschen deren O2 Sättigung trotz Covid über 90% bleibt sind schon jetzt zu Hause vom Hausarzt behandelt worden sofern es Hausärzte gibt die Hausbesuche machen. Sobald die Sättigung sinkt muss der Patient trotzdem in den Spital.
    1. Antwort von Eva Wädensweiler  (E. W.)
      Nur, dass hinter der Massnahme der Beatmung, wofür die Kranken ins künstliche Koma versetzt werden, mittlerweile als unnötig angezweifelt wird.
      In erster Linie leiden die Menschen unter Atemnot. Das tun Lungenkranke & Asthmatiker auch. Diese inhalieren dann einfach Sauerstoff oder tragen Sauerstoffmasken.
      Ohne künstliche Beatmung wäre dann auch das Pflegepersonal entlastet & Menschen könnten via Hausbesuche betreut werden.
      Kosten sind von der KK zu übernehmen.
  • Kommentar von Olaf Schulenburg  (freier Schweizer)
    Wenn Ärzte und Spitex solche Behandlungen zu Hause übernehmen ist das grundsätzlich eine ganz gute Sache. In der Schweiz kommt allerdings schnell die Frage nach der Finanzierung denn die Bezahlung ambulanter Therapien und der Spitex wird von den KK nicht im gleichen Rahmen übernommen wie eine Spitin Behandlung. Dennoch natürlich eine gute Sache, ich jedefalls werde zu Hause eher gesund als im Spital, wenn sinnvoll. Eine Entlastung der Intensivpflege- und Beatmungsplätze bringt das aber nicht.
  • Kommentar von Kurt Looser  (Dremel)
    Die gesamte Einschüchterung der Bevölkerung trägt eben verschiedene Früchte. Viele gingen gar nicht mehr zum Arzt bis es fast zu spät war und ein großer Teil geht bei den ersten Anzeichen gleich ins Spital, die früher den Hausarzt konsultiert haben.
    Es wäre zentral den Mediengewittersturm herunter zu fahren, um wieder einen möglichst normalen Umgang mit Krankheiten zu finden, die die Lasten auf das gesamte Gesundheitssystem verteilen.