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Italien: Erste Geschäfte dürfen in einer Woche öffnen
Aus HeuteMorgen vom 27.04.2020.
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Corona-Massnahmen Italien gibt Startschuss für Lockerungen

  • Italien war das erste Land in Europa, das wegen des Coronavirus drastische Massnahmen verhängte. Jetzt werden sie wieder gelockert.
  • Ab dem 4. Mai werden die Industrie, das Gewerbe und die Baubranche wieder hochgefahren. Auch Sport im Freien soll bald wieder erlaubt sein.
  • Die Reise- und Bewegungsfreiheit der Menschen bleibt aber eingeschränkt.

Die bedeutendste von Premierminister Giuseppe Conte in Aussicht gestellte Lockerung betrifft die Wirtschaft. Millionen von Italienerinnen und Italienern können ab dem 4. Mai, also in einer Woche, wieder ihrer Arbeit nachgehen.

Sämtliche Industrie- und Gewerbebetriebe dürfen ab dann unter strengen Sicherheitsauflagen wieder produzieren. Das heisst aber nicht, dass nun einfach alle Menschen wieder auf die Strasse dürfen. Alle Beschränkungen aufzuheben, könne man sich nicht erlauben, sagte Conte am Sonntagabend in einer Fernsehansprache. Wer seine Wohnung verlässt, wird weiterhin ein Formular auf sich tragen müssen, auf dem vermerkt ist, warum genau er oder sie unterwegs ist.

Das Reisen zwischen den italienischen Regionen wird wie bis anhin nur in Ausnahmefällen möglich sein. Ziel der Regierung ist es, den viel weniger betroffenen Süden des Landes vor Neuansteckungen zu schützen.

Kinder bis im September zu Hause

Die Schulen in Italien werden wohl bis zum Beginn des neuen Schuljahrs im Herbst gar nicht mehr aufgehen. Das heisst, die Eltern müssen sich bis September selbst um ihre Kinder kümmern, auch wenn sie berufstätig sind.

Das ist eine schwere Belastung für viele Familien – vor allem auch, weil die Grosseltern nicht einspringen dürfen. Denn den über 65-Jährigen wird weiterhin dringend davon abgeraten, engen Kontakt zu Kindern zu haben.

Conte
Legende: Conte präsentierte ein Paket, das zusammen mit den Regionalregierungen geschnürt wurde. Dort sind auch Oppositionsparteien vertreten, etwa die rechte Lega. Unter dem Strich ist es deshalb ein relativ breit abgestütztes Vorgehen. Keystone

Auch der ganze Tourismussektor, Bars, Restaurants, Hotels – all diese Betriebe bleiben noch bis Anfang Juni weitgehend geschlossen. Ausländische Touristinnen und Touristen werden aber wohl auch darüber hinaus kaum ins Land kommen dürfen. Ein herber Schlag für Italien, das vom Tourismus lebt.

Kein Cappuccino, kein Haarschnitt

Conte bestätigte auch, dass in den Kirchen weiterhin keine Messen abgehalten und keine Kommunion gefeiert werden dürfen, unter anderem wegen der Verteilung der Hostien. Die Bischofskonferenz kritisierte dies umgehend scharf. Das sei ein Verstoss gegen die Religionsfreiheit.

Immerhin können nun Beerdigungen im kleinen Kreis von bis zu 15 Personen stattfinden. Warten muss ganz Italien weiterhin auf den ersten Cappuccino in einer Bar. Und auch die Haare darf man sich noch immer nicht schneiden lassen. Das soll erst ab Juni wieder möglich sein. Denn man darf nicht vergessen, dass in Italien täglich noch etwa 500 Personen am Virus sterben.

Niemand hat die Bilder aus Bergamo vergessen; die Militärkonvois mit den Särgen, die in andere Regionen zur Einäscherung gefahren wurden, weil die lombardischen Krematorien überlastet waren. Italien hat zu Recht Angst davor, dass sich solches auch an anderen Orten wiederholen könnte.

HeuteMorgen, 27.4.2020, 06:00 Uhr

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1 Kommentar

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  • Kommentar von Urs Dupont  (udupont)
    Das wundert mich sehr. IT steht zwar momentan noch leicht besser da (bei den relativen Fallzahlen), aber in IT ist die (Todes) fallentwicklung immer noch fast linear und nicht wie in CH stark degressiv. Es ist sogar absehbar, dass IT wie die USA bald schlechter da stehen als wir, wobei es überall extrem grosse regionale Unterschiede gibt.