Zum Inhalt springen

Header

Audio
Wirtschaftsinteressen überwiegen im chinesisch-australischen Konflikt
Aus HeuteMorgen vom 22.07.2020.
abspielen. Laufzeit 01:52 Minuten.
Inhalt

Corona und Sicherheitsgesetz Zwischen China und Australien herrscht Kalter Krieg

Wieder entflammt Streit zwischen den beiden Staaten. Doch sie können sich einen Konflikt eigentlich gar nicht leisten.

Der australische Premierminister Scott Morrison weiss, wie man diplomatisches Geschirr zerschlägt. Australien sei immer unabhängig gewesen und habe sein nationales Interesse verfolgt – und das werde auch so bleiben, sagte Morrison. In diesem Aufruf mit patriotischem Unterton hatte Morrison gefordert, die Welt müsse die Ursachen des Coronavirus finden – und dies in China.

Viele Länder unterstützen diese Forderung heute, doch herrscht seither zwischen China und Australien Kalter Krieg. Canberra sei der verlängerte Arm von US-Präsident Donald Trump, monierte Peking und verhängte Handelssanktionen gegen Australien.

Australiens Premier Scott Morrison
Legende: Scott Morrison hält sich gegenüber China mit markigen Worten nicht zurück. Keystone

Australien rüstet auf

Nun reagiert Morrison mit dem grössten Aufrüstungsprogramm in der Geschichte Australiens – mit mehr Soldaten und Raketen, deren Radius bis ins Südchinesische Meer reicht. 176 Milliarden Franken kostet das Rüstungspaket. Das ist viel Geld in einer Zeit, in der Australien in eine Rezession und der Staat tief in die roten Zahlen rutschen.

Opposition gibt es kaum, denn viele Australierinnen und Australier glauben, dass China eine Bedrohung sei. Australien kämpft täglich gegen Hackerangriffe aus Peking. Experten warnen vor chinesischen Spionen. Grösste Sorge bereitet die scheinbare Übernahme des australischen Agrarlandes durch chinesische Firmen – auch wenn China nur gerade mal zwei Prozent kontrolliert.

Auslieferungsabkommen mit Hongkong ausgesetzt

Textbox aufklappenTextbox zuklappen
  • Infolge des umstrittenen Sicherheitsgesetzes für Hongkong hat Australien vor zwei Wochen sein Auslieferungsabkommen mit der chinesischen Sonderverwaltungsregion ausgesetzt.
  • Chinas Sicherheitsgesetz stelle eine «fundamentale Änderung» der Sachverhalte in Bezug auf Australiens Vereinbarung mit Hongkong zu Auslieferungen dar, sagte Premierminister Scott Morrison.
  • Bürgern Hongkongs, die durch Chinas umstrittenes Sicherheitsgesetz für die frühere britische Kronkolonie gefährdet sein könnten, werde Australien Sondervisa und einen Weg hin zu einer dauerhaften Aufenthaltsgenehmigung anbieten, erklärte Morrison weiter.

Kein Interesse an Eskalation

Weder Peking noch Canberra dürften wirklich Interesse an einer Eskalation haben. Denn beide können es sich nicht leisten, einen wichtigen Wirtschaftspartner zu verlieren. 30 Prozent aller Exporte Australiens gehen nach China – und Peking ist dringend auf australische Rohstoffe wie Eisenerz und Kohle angewiesen.

Heute Morgen, 22.7.2020, 6:00 Uhr

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Push-Mitteilungen aktivieren

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

55 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Misra Namana  (Misra Namana)
    Wieso wird hier eigentlich immer auf "die Person geschossen" also in diesem Fall China? Wenn Australien angst vor einer Übernahme der Agrarproduktion hat, dann braucht es halt ein Gesetzt dass nur x Prozent ausländisch sein darf.. egal ob China oder sonst wer. China betreibt lediglich vollkommen erlaubte Marktwirtschaft. Wenn ein Gesetz in HK ändert, dann passt man das eigene halt an. Das ist normal und nicht gegen ein Land. Ganz normale dinge die hier ablaufen. Hört sich nur bedrohlich an.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Karl Kirchhoff  (Charly)
      Sehe das auch so. China wirtschaftet, baut vor allem in Afrika Straßen, Eisenbahnen, Häfen und Flughäfen. Da sind viele neidisch, besonders die USA, dass sie das verpennt haben! Alles andere sind eher innere Angelegenheiten von China und diese Probleme löst niemand militärisch!
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Peter Beutler  (Peter Beutler)
    "Opposition gibt es in Australien kaum." Stimmt das? Wohl kaum. Die derzeitige Regierung steht im Gegenwind - von der eigenen Bevölkerung. China ist letztendlich nicht auf Australien angewiesen, aber Australien auf China. Die Kohle ist in China ein Auslaufmodell, es gibt auch Kohlegruben in China und anderen Ländern, diese reichen völlig aus. Das gilt auch für Erze. Viele Produkte, die für die australischen Industrie lebenswichtig sind, kommen aus China, nur aus China.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Mark R. Koller  (Mareko)
    Die Australier erinnern sich eben auch, wie sie "aus heiterem Himmel" im WKII aus Asien, damals von den militärisch expandierenden Japanern, angegriffen wurden. Wohl deshalb verfolgt Scott Morrison eine konsequente Strategie zur Verteidigungsbereitschaft gegenüber dem Machtstreben der VR China. Im Wohlstand- und Frieden-verwöhnten Europa wollen nur wenige sehen, wo überall gepokert wird, in der Türkei, in Arabien, in Asien ... die Schweiz hat sich von China abhängig gemacht, das ist gefährlich.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von reto brunner  (BRe)
      Volle Zustimmung! Europa ist naiv gegenüber potenziellen Risiken aus dem Osten und verlässt sich zu lange auf die NATO.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Reto Frischknecht  (refrisch)
      @Mareko, ich habe nichts gegen eine gute Verteidigungsarmee, ihre Begründung ist jedoch schon etwas abenteuerlich. Wenn sie in der Geschichte auf den WKII zurückgehen, so kann fast jede Aufrüstung begründet werden. Und weil mal im letzten Jahrtausend von den Japanern angegriffen wurde, muss man sich jetzt gegen die Chinesen schützen? Hier geht es wohl eher darum, den starken Mann zu markieren und den angeschlagenen, besten Präsidenten aller Zeiten mit einem fetten Auftrag etwas zu unterstützen.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen