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Rufe nach einer sofortigen Öffnung in Italien werden leiser
Aus SRF 4 News aktuell vom 12.04.2021.
abspielen. Laufzeit 03:55 Minuten.
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Coronavirus in Italien Sardinien kurz nach Lockerungen wieder in der roten Zone

So schnell kann es gehen: Einen Monat nach der Öffnung steigen auf der italienischen Insel die Coronazahlen wieder.

Was ist auf Sardinien passiert? Vor einem Monat herrschte Freude. Die Insel wurde als einzige Region Italiens als «zona bianca» eingestuft – als weisse Zone fast ohne Coronafälle. Deshalb durften alle wieder öffnen: Bars, Terrassen, Restaurants, Läden. Jetzt geht alles wieder zu, denn nirgendwo sonst in Italien breitet sich das Virus schneller aus. Sardinien ist wieder «zona rossa».

Wieso ist die Situation gekippt? «Diese Frage ist schnell beantwortet», sagt SRF-Italien-Korrespondent Franco Battel. «Die Leute haben zu wenig aufgepasst und gleichzeitig ist erst ein kleiner Teil der sardischen Bevölkerung geimpft.» Als die Insel eine weisse Zone war und die Corona-Massnahmen somit sehr locker waren, waren die Bars und die Restaurants voll.

Diese dritte Welle auf Sardinien dürfte vor allem hausgemacht sein.
Autor: Franco BattelSRF-Korrespondent in Rom

«Man sah Leute beim Apéro. Man sah Leute am Meer. Man sah Leute in den Läden. Und viele trugen tatsächlich keine Masken.» So habe sich das Virus auf der Insel innert weniger Wochen wieder rasend schnell verbreitet, so Battel.

Ist der Tourismus mitverantwortlich? Dazu gibt es keine wissenschaftlichen Untersuchungen. Aber derzeit sei keine Hochsaison, so der Korrespondent. Der Reiseverkehr von und nach Sardinien ist derzeit sehr gering. Zudem hat die Insel für alle Neuankömmlinge eine Testpflicht verfügt. «Also man kann sagen, diese dritte Welle auf Sardinien dürfte vor allem hausgemacht sein.»

Was sagen die Sardinnen und Sarden? In den Medien höre man viel Selbstkritik. In Interviews sagten die Befragten laut Battel: «Wir haben das selber vermasselt. Wir waren viel zu sorglos.» Die Leute hätten sich in falscher Sicherheit gewiegt. «Viele dachten, jetzt haben wir so tiefe Zahlen, der R-Wert lag unter 0.5. Dazu haben wir die Impfungen und wir leben auf einer Insel.»

Wegen dieser drei Faktoren habe die Meinung geherrscht, man hätte das Schlimmste überwunden. «Aber dem war nicht so, denn es gibt das Virus weiterhin auf der Insel. Und die Impfkampagne verläuft eher harzig.»

Beeinflusst Sardinien die Gesamtlage im Land? Der Italien-Korrespondent ist überzeugt davon. «Denn der Anstieg der Fallzahlen auf Sardinien bremst all jene, die sagen, wir müssen nun sofort alles oder möglichst viel wieder öffnen.» Etwa die Lega von Matteo Salvini habe das zuweilen gefordert.

Es wird in Italien schon Öffnungen geben, aber die werden vorsichtig sein, die werden schrittweise sein.
Autor: Franco BattelSRF-Korrespondent in Rom

Aber jetzt sehe man, dass das nicht funktioniere. «Zumindest auf Sardinien hat das so nicht funktioniert, und das hat man natürlich im ganzen Land wahrgenommen», erklärt Battel. Die Rufe nach einer sofortigen Öffnung seien leiser geworden. «Ich gehe davon aus, dass es in Italien schon weitere Öffnungen geben wird, aber die werden vorsichtig sein, die werden schrittweise sein. Irgendwann Ende April dürften erste Öffnungen erfolgen.» Aber bis Juni würden in Italien viele Einschränkungen bestehen bleiben.

SRF 4 News, 12.04.2021, 18:20 Uhr;

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16 Kommentare

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  • Kommentar von Josef Kälin  (Non-Mainstream)
    Chapeau, wie IT - im Gegensatz zu CH - gelernt hat. Das ist doch genau der Weg, um angemessen Massnahmen zu ergreifen, d.h. relativ rasch die Massnahmen grosszügig zu lockern, wenn # Fälle / #Todesfälle / Spitalbelegung sinken und im schlimmsten Fall, bei einer dramatischen Kehrtwende, die Massnahmen wieder sinnvoll (keine kontraproduktiven) zu verschärfen. Das ist doch viel besser, als wochenlang abzuwarten, bis das Virus zu 100% ausgerottet, der Tod abgeschafft ist und die Spitäler leer sind.
    1. Antwort von Aurel Specker  (Auspec)
      Nein EBEN NICHT! Ein auf und zu ist viel schlimmer als ein langsames aber stetiges AUF. Das ist die Strategie der Schweiz. Wir haben relativ hohe Planungssicherheit im Moment: Mehr Restriktionen gibt es kaum mehr! Öffnungen wohl auch nur wenige.

      Zudem geht es mit dem Sommer und den Impfungen nicht mehr lange bis man wirklich stetig in Richtung Öffnung kann. Aber jetzt voll Öffnen würde heissen, in 4 Wochen voll schliessen! Das ist nicht so kompliziert...
    2. Antwort von Josef Kälin  (Non-Mainstream)
      Herr Specker, es geht nicht darum, voll zu öffnen, aber man sollte die Grösse haben, wenigstens diejenigen Massnahmen aufzuheben, die mehr Schaden anrichten als nützen. Dazu gehören geschlossene Terrassen, Hallenbäder, Saunas, etc.. Ersteres sorgt dafür, dass sich mehr Leute zuhause in kleinen Räumen treffen, wo es viel gefährlicher ist als an weit auseinander stehenden Tischen im Freien. Letzteres verursacht kaum gefährliche Begegnungen, macht aber Millionen krank und schädigt das Immunsystem.
    3. Antwort von Thomas Bünzli  (Tumasch)
      Nein Herr Kälin, es geht eben nicht nur darum, sinnvoll zu öffnen ( wo ich bei einigen Ihrer Vorschläge auch einverstanden bin ) , sondern es geht immer noch um die Eigenverantwortung! Und genau das hat in Sardinien nicht funktioniert, und es scheint auch bei Ihnen noch nicht zu funktionieren, denn Sie erwähnen einmal mehr die Zusammenkünfte zuhause - da sollte man eben immer noch sehr vorsichtig sein und eigenverantwortlich handeln, was aber scheinbar eben nicht immer gut funktioniert!
  • Kommentar von Daniela Langenauer  (Daniela L.)
    So leid es mir für die Sarden tut, so froh bin ich, dass wir aus diesen Erfahrungen gerade noch lernen können.

    Dieses Pochen auf Öffnungen ist eben auch deshalb gefährlich, weil die Menschen das glauben, was sie hören wollen. Wenn da gestandene Wirtschaftsführer sofort alles öffnen wollen - wie wollen sie da blutjunge Menschen noch dazu bringen, vorsichtig zu bleiben ?

    Wettern gegen Massnahmen ist gefährlich - Sardinien hat es nun bewiesen.
  • Kommentar von tom rosen  (tom rosen)
    Die Sarden haben am Tag der Öffnung Vollgas gegeben. A la Italianità! Bei uns reden wir über Terrassen-Öffnungen mit 4 Personen pro Tisch, Trennscheiben in Restaurants usw.. Turbo-Öffnung (und 30K tolerierte Ansteckungen tägl.) sind Blödsinn. In den (seinerzeit heiss diskutierten) offenen Skigebieten hat sich übrigens keine einzige nachweisliche Ansteckung ereignet. Komisch, davon liest man kaum. Differenzierung ist schwierig, mach aber Sinn, Polarisierung und Lockdown ist reine Hilflosigkeit.
    1. Antwort von Werner Vetterli  (KlingWe)
      Skifahren und Ansteckungen, wie kommen Sie zu dieser Aussage. Nur weil man so etwas nicht ermitteln, ist nicht einfach nichts passiert.
      Die Tagestouristen meldeten sich dann zu Hause mit Ansteckung in der Familie. Man kann alles so drehen, wie man es gerade einsetzen will, nicht sehr objektiv.
    2. Antwort von Daniela Langenauer  (Daniela L.)
      Und was ist mit den Schulkindern die kurz nach Aufenthalt in Wengen Anfangs Jahr positiv auf Mutante getestet wurden ?

      Keine Ansteckung im Skigebiet - das ist wohl ein Märchen !
    3. Antwort von Esther Jordi  (ejejej)
      In Wengen haben etwa 80 Kinder von Feriengästen und Einheimischen in einer Skischule zusammen trainiert. Es ging dabei nicht um "normales" Skifahren auf der Piste.
    4. Antwort von Josef Kälin  (Non-Mainstream)
      @W. Vetterli / D. Langenauer: Alle Studien belegen, dass man sich im Freien, selbst ohne Maske, kaum anstecken kann. Wenn sich Leute "beim Skifahren anstecken", ist es fast 100%ig sicher, weil man zusammen ins Skigebiet fährt, dort Kinder mit anderen Kindern zusammen herumtoben oder man noch irgendwo im privaten Rahmen miteinander in einem engen Raum zusammen is(s)t. Darum war es auch so unsinnig, zu verbieten, dass 4 Personen an einem Tisch im Freien sitzen dürfen aber 10 Pers. drinnen ist ok.!
    5. Antwort von Christoph Reuss  (Christoph.Reuss)
      Die Kinder haben sich nachweislich nicht beim Skifahren sondern beim anschliessenden Zusammensein angesteckt... by the way; wie viele waren krank? Alle? . und alle im Spital? Ich war seit Dezember vier mal krank... mit Viren aber ohne Corona!