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Endlich wieder Schule in ganz Italien
Aus SRF 4 News aktuell vom 06.04.2021.
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Schulen wieder geöffnet «Die Folgen der Schulschliessung wird Italien lange spüren»

Seit heute können Italiens Schülerinnen und Schüler bis zur sechsten Klasse endlich wieder zur Schule – die Lehrerinnen und Lehrer sind geimpft. Weshalb das für das Land so wichtig ist, erklärt SRF-Korrespondent Franco Battel.

Franco Battel

Franco Battel

Auslandredaktor, SRF

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Franco Battel ist Auslandredaktor bei Radio SRF und betreut dort unter anderem das Österreich-Dossier. Von 2015 bis 2021 berichtete er als Korrespondent für Italien und den Vatikan aus Rom. Vor seiner Korrespondententätigkeit war er – ebenfalls als Auslandredaktor – für Mexiko, Zentralamerika, Kuba und Liechtenstein verantwortlich.

SRF News: Wie wichtig ist die landesweite Öffnung der Schulen für Italien?

Franco Battel: In vielen Regionen Italiens sind die Schulen seit einem Jahr praktisch durchgehend geschlossen – entsprechend wichtig ist es, dass sie jetzt wieder öffnen. Vor allem für Schülerinnen und Schüler mit Lernproblemen ist die Gefahr sehr gross, dauerhaft abgehängt zu werden, wenn sie ihre Lehrpersonen so lange nicht sehen.

Man hört auch, es sei wichtig, dass die Kinder wieder in den Schulen verpflegt werden. Weshalb ist das so wichtig?

Viele Schulen verfügen über Mensen, in denen sich die Schülerinnen und Schüler am Mittag verpflegen können. Vor allem ärmere Familien haben schon vor der Pandemie darauf gesetzt, dass ihre Kinder dort eine warme, nahrhafte Mahlzeit erhalten.

Bis zu 160'000 Kinder könnten während der Pandemie zu wenig zu essen bekommen haben.

Weil die Mensen nun aber geschlossen waren, könnten nach Schätzungen der Organisation «Save the Children» bis zu 160'000 Kinder in Italien während der Pandemie zu wenig zu essen bekommen haben.

Warum verfügt Mario Draghis Regierung die Schulöffnungen gerade jetzt?

In seiner Regierungserklärung sagte er, er wolle viel in die Bildung und Berufsbildung investieren. Jetzt hält er Wort. Bevor also Bars und Restaurants wieder geöffnet werden, sollen die Schulen in Betrieb gehen. Das ist ein wichtiges Bekenntnis zur Bildung in Italien. Ob es funktioniert, wird sich zeigen. Denn dazu müssen die Distanzregeln eingehalten werden und die Schulen müssen genügend gegen das Coronavirus testen können.

Kind auf dem Rücksitz eines Velos.
Legende: Vieles bleibt noch zu in Italien – doch die Kinder dürfen wieder zur Schule. Keystone

War das letzte Jahr quasi ein verlorenes Jahr für Italiens Schulkinder?

Nicht für alle. Mancherorts haben sich die Lehrerinnen und Lehrer viel einfallen lassen, um die Schüler zu unterstützen. So wurde da und dort der Unterricht ins Freie verlegt.

Italien wird womöglich noch jahrelang mit den Lerndefiziten zu kämpfen haben.

Doch Familien ohne guten Internet-Anschluss waren sicher im Nachteil. Ebenso die Schülerinnen und Schüler mit Lerndefiziten. Gerade hier zeichnen sich grosse Schäden ab, mit denen Italien womöglich noch jahrelang zu kämpfen haben wird.

Wie könnten sich die Folgen konkret zeigen?

Vor allem im Süden des Landes werden die Schäden durch das verlorene Schuljahr gross sein. Denn dort haben schon jetzt viele Schülerinnen und Schüler die Schule ohne Abschluss verlassen. Ihre Zahl dürfte jetzt noch zunehmen. Auf dem Arbeitsmarkt haben diese Jugendlichen dann riesige Probleme, eine Stelle zu finden. Da bahnt sich ein riesiges Problem an.

Das Gespräch führte Sandro Della Torre.

SRF 4 News, 06.04.2021, 08:20 Uhr;

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2 Kommentare

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  • Kommentar von Daniel Bachmann  (@danibachmannch)
    Die Longcovid Folgen werden die Bewohner und Bewohnerinnen der Schweiz noch viel länger spüren. Der Artikel ist mir viel zu pro Schulöffnung.
    1. Antwort von Dominic Müller  (Domi3)
      Wieviele und wie lang Long Covid Folgen bestehen werden, ist noch völlig unklar - sie behaupten etwas, was noch gar nicht bekannt ist. Was aber klar ist, ist, dass für zahlreiche italienische Kinder ein Jahr weitgehend ohne Präsenzunterricht für ihr späteres Leben eine Katastrophe ist.