Zum Inhalt springen

Header

Audio
Die Frau, die das Coronavirus entdeckt hat
Aus HeuteMorgen vom 25.02.2020.
abspielen. Laufzeit 02:26 Minuten.
Inhalt

Coronavirus in Thailand «Jemand hat mich Virus-Jägerin genannt»

Sie identifizierte das Coronavirus, bevor China von dessen Existenz berichtete: Die Virologin Supaporn Wacharapluesadee.

Thailand ist eine der Haupt-Touristendestinationen für Chinesen. Wenig erstaunlich deshalb, dass das Coronavirus schnell auch dort auftauchte. Meistens waren chinesische Touristen betroffen. Im Labor eines Universitätsspitals in Bangkok identifizierte eine Wissenschaftlerin das Coronavirus bereits bevor dessen genauen Gen-Sequenzierung von China bekannt gegeben wurde.

Bereits im Januar dekodiert

«Biogefahr», warnt ein grosser Aufkleber an einer Glasscheibe im Labor des Chulalongkorn-Universitätsspitals. Hinter der Glasscheibe steht die Virologin Supaporn Wacharapluesadee und zeigt auf eine Box. «In dieser sind die neusten Proben von Coronavirus-Verdachtsfällen. Heute sind 40 Stück angekommen», sagt Wacharapluesadee. Die 50-jährige Wissenschaftlerin mit den wachen Augen ist die stellvertretende Leiterin des Labors und jene Frau, die das Virus in Thailand als erste identifiziert hat.

«Jemand hat mich Virus-Jägerin genannt», sagt sie schmunzelnd und erklärt: «Wir dekodierten das Virus bereits Anfang Januar. Schnell hatten wir gemerkt, dass es sich nicht um ein Virus handelt, das normalerweise im Mensch vorkommt, sondern um eines, das dem Coronavirus in Fledermäusen äusserst ähnlich ist.»

Die Virologin in ihrem Labor.
Legende: Die Virologin Supaporn Wacharapluesadee in ihrem Labor. SRF

Das Virus, das mit den chinesischen Touristen ins Land gekommen ist, hat sich bislang in Thailand jedoch nicht stark ausgebreitet. Wacharapluesadee hofft, dass das auch so bleibt. «Wir haben viel Geld ausgegeben und Personal angestellt, um zu verhindern, dass sich das Virus weiter verbreitet», sagt sie. «Von einem Testlabor haben wir auf 14 aufgestockt und können das Virus innerhalb von drei Stunden bestimmen.»

Zurückhaltung mit dem Küssen

Um eine Ansteckung zu verhindern, müssten die Leute sich an die gleichen Regeln halten wie bei einer Grippe-Epidemie: Hände waschen, gekochtes Essen konsumieren, nicht aus dem gleichen Topf essen und sich mit Küssen zurückhalten, lacht die Thailänderin. Von den Gesichtsmasken, die sich schneller als das Virus in Bangkok verbreitet haben, hält die Virologin nichts. Nur wer krank sei, müsse eine solche tragen.

Wacharapluesadee hofft, dass in sechs bis 12 Monaten ein Impfstoff gefunden wird. In Thailand werde das Virus wohl bald von allein aussterben, glaubt die Wissenschaftlerin. In wenigen Wochen zieht der Sommer ins Land. Die Hoffnung ist, dass das Virus in der Hitze weniger gut überlebt.

Video
Aus dem Archiv: Alle müssen im Kampf gegen das Virus mitmachen.
Aus 10vor10 vom 19.02.2020.
abspielen

10v10, 19.2.2020, 21:50 Uhr

Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Push-Mitteilungen aktivieren

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

3 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Markus Kotthaus  (Mar_ko)
    Erfreulich entspannter Umgang mit der Situation, von einer Frau die täglich direkt mit dem Virus zu tun hat.
    Und scheinbar wirken diese sehr einfachen Maßnahmen in Thailand ja auch, denn es gibt dort ja wohl keinen Epidemie trotz zahlreicher Chinesen im Land.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Navor Van Bostitch  (Nav)
      Die Anzahl Chinesen ist vor Ort im Vergleich zu sonst sehr tief! Dies Aufgrund des selbst auferlegten "Hausarrest" Chinas.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von antigone kunz  (antigonekunz)
    Mag sein, dass das Virus die Hitze nicht überlebt...da kommen wir aber zum nächsten Problem, so einige von uns werden die Hitzen auch nicht überleben. Jetzt wo Mutter Erde ihre Hand nicht mehr so zuverlässig schützend (mit ihren komplexen Systemen) über uns hält. Die Vielzahl der Menschen geht wohl kaum auch nach dieser Coronasache in sich. Die gute Nachricht ist, dass es etwa 1,5-2,0 % einer Bevölkerung braucht um Wandel einzuleiten. Es gäbe für alle genug zu tun.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen