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Coronavirus breitet sich in Norditalien rasant aus
Aus Tagesschau vom 22.02.2020.
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Virus breitet sich aus Norditalienische Städte werden abgeriegelt

  • In der Lombardei ist eine mit dem Coronavirus infizierte 77-jährige Frau gestorben.
  • Zuvor war bereits ein 78-jähriger Patient in Padua in der norditalienischen Region Venetien den Folgen einer Coronavirus-Infektion erlegen.
  • Am Samstagabend beschloss die italienische Regierung, die am stärksten betroffenen Städte im Norden des Landes abriegeln zu wollen.

«Das Betreten und Verlassen dieser Gebiete ist verboten», sagte Regierungschef Giuseppe Conte. Betroffen seien zunächst knapp ein Dutzend Orte südöstlich von Mailand mit etwa 50'000 Einwohnern sowie Vo' im benachbarten Venetien mit rund 3000 Bewohnern.

Wenn nötig mit Streitkräften

Conte kündigte die Notfallmassnahme nach Krisengesprächen mit der Zivilschutzbehörde des Landes an. «Das Ziel ist es, die Gesundheit der italienischen Bevölkerung zu schützen», sagt er. Zunächst sollten die Sicherheitskräfte die betroffenen Regionen abriegeln. «Wenn nötig, werden es auch die Streitkräfte sein», fügte Conte hinzu. Wer versuche, die Absperrungen zu umgehen, dem drohe «strafrechtliche Verfolgung». Er setze dennoch auf Verständnis der Bevölkerung.

Bei dem männlichen Todesopfer handelt es sich um einen Italiener, der zuvor positiv auf das Virus getestet worden war, sagte Italiens Gesundheitsminister Roberto Speranza. Der Mann sei wegen einer anderen Krankheit vor etwa zehn Tagen in einem Spital in der Region Venetien im Norden Italiens behandelt worden, erklärte der Minister weiter.

Inzwischen verstarb ein zweiter mit dem Coronavirus infizierter Patient. Es handelt es sich um eine 75-jährige Frau, die mit einem infizierten 38-jährigen Mann in der Lombardei in Kontakt gekommen sein könnte, teilten die italienischen Gesundheitsbehörden mit.

Der 38-jährige Italiener, der das Virus unwissentlich verbreitete, lag am Freitag in ernstem Zustand auf der Intensivstation des Krankenhauses.

Unklarheit über Weg des Virus

In der Kleinstadt Vo' in Venetien, in der der verstorbene 78-Jährige wohnte, seien strikte Massnahmen ergriffen worden, um eine Verbreitung des Virus zu verhindern, teilte der Präsident Venetiens, Luca Zaia, mit. Wie sich die
Menschen dort angesteckt haben, sei unklar. Es habe keinen Kontakt zu den Infizierten in der Lombardei gegeben.

Drei Fussball-Erstligaspiele abgesagt

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Die italienische Regierung hat aufgrund der Ausbreitung des Coranavirus alle Sportveranstaltungen in der Lombardei und in Venetien für Sonntag abgesagt. Davon betroffen sind auch drei Serie-A-Fussballspiele zwischen Inter Mailand und Sampdoria Genua, Hellas Verona und Cagliari Calcio sowie Atalanta Bergamo und Sassuolo Calcio. Am Nachmittag war bereits das Zweitliga-Spiel zwischen Ascoli Calcio und US Cremonese abgesagt worden. Auch das Spiel zwischen Turin und Parma wird nicht stattfinden.

Am Samstagmorgen hatten die Behörden noch zwei Infizierte in Venetien vermeldet und von insgesamt 29 jüngst erfassten Fällen in Italien gesprochen. Bis zum Abend wurden landesweit mehr als 70 Infektionen mit dem Virus Sars-CoV-2 erfasst. Zu den Infizierten zählen auch mehrere Ärzte und Krankenpfleger.

In der Lombardei gibt es nach Behördenangaben mittlerweile 46 Nachweise, in Venetien stieg die Anzahl der nachgewiesenen Infektionen auf zwölf. Am Abend wurde eine Ansteckung in der Region Piemont gemeldet, die mit dem Ausbruch in der Lombardei in Verbindung steht.

Damit ist Italien das europäische Land mit den weitaus meisten erfassten Sars-CoV-2-Infizierten. In Deutschland wurden bisher 16 Fälle gemeldet, in Frankreich 12, darunter ein Todesfall.

In zehn Gemeinden der Lombardei haben Schulen und ein Grossteil der Geschäfte bereits geschlossen. Rund 50'000 Einwohner wurden aufgerufen, möglichst zu Hause zu bleiben. Grossveranstaltungen wie Gottesdienste, Karnevalsfeste und Sportevents wurden verboten. Inzwischen gibt es auch Überlegungen, den noch bis am 25. Februar dauernden Karneval von Venedig eher zu beenden.

SRF 4 News, 02:00 Uhr; agenturen/indp

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49 Kommentare

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  • Kommentar von Christophe Bühler  ((Bühli))
    Bin gestern und heute geschäftlich schon 2 mal über die Grenze bei Brissago gefahren,es gibt praktisch keine Kontrolle, kein Fiebermessen nichts; gleichzeitig husten am Bhf Locarno auch schon Touristen aus Asien auf den Perron. Scheint es muss erst etwas passieren bis die Schweiz reagiert. Vor 20Jahren im Militär wurden Pandemieszenarien bis zur Erschöpfung geübt. Der Bund ist nun gefordert.
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  • Kommentar von Ludwig Zeier  (Louis)
    Mit dem Artikel der NZZ wird klar dass vorallem geschwächte Menschen an der Krankheit sterben. Keine Kinder und junge Erwachsene. Also eine natürliche Selektion wie es die Natur so handhabt. Die Frage ist noch wie die Erkrankten in den Spitälern behandelt werden ? Bekommen sie Antibiotika oder Schmerzmittel ? Diese Medikamente schwächen unsere Abwehrkraft weil sie unsere natürliche Bakterienflora stört. Deshalb sollte auch der Antibiotikaeinsatz in der Massentierhaltung verboten werden.
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    1. Antwort von Laura Brunner  (bougiebear)
      Da es sich um einen Virus handelt, nützt Antibiotika gar nichts. Antibiotika bekämpfen Bakterien und nicht Viren.
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    2. Antwort von Ludwig Zeier  (Louis)
      @Laura Brunner
      Ja das ist mir auch bewusst. Nun ist es aber so dass wenn Sie in ein Akutspital kommen läuft das anders. Besonders bei Fieber oder anderen Entzündungen. Um keine Zeit zu verlieren und gleich mit der Therapie beginnen zu können, erfolgt die Gabe eines Antibiotikums in der Praxis meist sofort – noch bevor die Untersuchungsergebnisse vorliegen.
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  • Kommentar von Michael Suter  (Michel)
    Ich frage mich je länger je mehr, was dieses tägliche Bombardement mit Corona-News soll. Es gäbe wirklich Relevanteres zu berichten.
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    1. Antwort von rene merlo  (1802)
      Meine Güte, Suter! Dieses Virus hat sich längst auf dem ganzen Globus eingenistet und den Erdenbürgern fehlen schlicht Intelligenz, Vorstellungskraft, Weitsicht und bei Ihnen, wohl in grösserem Masse, das Interesse. Anstatt dem Wege der Lemminge nach zu trotten und noch immer dem Wohlstand frönen oder nachzurennen, sollten auch Sie sich langsam aber sicher der Gefahr stellen oder zumindest versuchen. Unsere Spezies scheint nicht zu retten ist, insbesondere der eigenen Dummheit/Verblödung wegen.
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