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Sydney erneut im Lockdown
Aus HeuteMorgen vom 28.06.2021.
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Delta-Variante in Australien Sydney ist wieder im Lockdown

Die Region um Sydney ist wegen der Delta-Variante erneut im Lockdown. Es sind allerdings auch nur wenige Menschen geimpft.

Was ist los in Australien? In Australien breitet sich die Delta-Variante des Coronavirus wieder aus. Gewisse Gebiete, etwa die Region Sydney mit ihren fünf Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern, sind wieder im Lockdown.

Josh Frydenberg
Legende: Der australische Schatzmeister Josh Frydenberg sagte, das Land werde seine internationalen Grenzen nur dann öffnen, wenn es sicher ist und der Entscheid auf medizinischem Rat basiert. Keystone

Das ist bemerkenswert, da Australien bisher vergleichsweise glimpflich durch die Pandemie gekommen ist. Drastische Einschränkungen hatten die Zahlen bisher niedrig gehalten: Das Land hatte seine Grenzen im März 2020 geschlossen, um die Verbreitung des Virus einzudämmen, und erlaubte Bürgerinnen und Bürgern die Rückkehr nur mit 14 Tagen Hotelquarantäne.

Wie erklärt sich diese Entwicklung? «Es gab keinen Superspreader-Anlass wie etwa ein Rugby-Spiel», erklärt Australien-Mitarbeiter Urs Wälterlin. Es gab aber mehrere kleinere Events. «Zum Beispiel hatte ein Coiffeursalon mehrere Tage lang einen Mann beschäftigt, der infiziert war. Insgesamt sind 900 Kundinnen und Kunden, die in dieser Zeit im Salon waren, betroffen.»

Die Bevölkerung nimmt den Lockdown einmal mehr erstaunlich gelassen – abgesehen von den üblichen Hamsterkäufen.
Autor: Urs WälterlinAustralien-Korrespondent, SRF

Wie reagiert die Bevölkerung? Die Bevölkerung nehme den Lockdown einmal mehr erstaunlich gelassen, sagt Wälterlin, der in der Nähe der Hauptstadt Canberra lebt. «Jetzt einmal abgesehen von den üblichen Hamsterkäufen von WC-Papier und Teigwaren.» Die Australierinnen und Australier erstaunten ihn immer wieder. Allerdings stelle er diesmal eine gewisse Frustration fest. «Man hatte geglaubt, man habe das Problem inzwischen im Griff – man hatte es ja auch wirklich im Griff. Und nun passiert das.»

Wieso sind nicht mehr Menschen geimpft? In Australien haben sich bisher erst knapp vier Prozent der Bevölkerung impfen lassen. Der Grund, so Wälterlin: «Es hapert an der Verteilung und an der Koordination mit Kliniken und Ärzten. Und dieses grosse Versprechen von Premierminister Scott Morrison letztes Jahr, dass die Australierinnen und Australier zuerst an der Reihe seien, wenn es um Impfstoff geht, erwies sich als komplette Illusion.»

Tweet des Premierministers von Australien

Inwiefern trifft die Regierung eine Mitschuld? Die Opposition sagt, der jetzige Lockdown sei eine direkte Folge der gescheiterten Impfkampagne der Regierung. Es ist zwar klar, dass politische Gegner dies sagen. Tatsache ist aber: Australien wartet bis heute auf Dosen des Pfizer/Biontech-Impfstoffs. «Die Regierung hat fast den gesamten Fokus letztes Jahr auf das Vakzin von Astra-Zeneca gesetzt», weiss Wälterlin. «Doch dann kam Anfang Jahr das Problem, dass die Menschen Angst hatten, dass sie ein Blutgerinnsel mit diesem Impfstoff bekommen könnten, auch wenn dieses Risiko minimal ist.»

Vergleich Schweiz-Australien

Ausserdem habe die Regierung immer wieder gesagt: «Das Impfen ist ja nicht so dringend, wir haben Zeit.» Es sei kein Wettrennen, meinte Greg Hunt, der Gesundheitsminister Australiens. Dies sagte er aber wohl auch, um von den Lieferproblemen abzulenken, die die Regierung bis heute habe, so Wälterlin.

HeuteMorgen, 28.06.2021, 09:05 Uhr;

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13 Kommentare

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  • Kommentar von hans schwarz  (ks)
    Die Impfung ist gratis, einfach, sicher und trotz Unkerufen der Gegner gabs keine Todeswelle - also sicher. Ja, es gibt, einige wenige, die sich nicht impfen lassen sollten... für den Rest habe ich kaum Verständnis angesichts der enormen Anstrengungen die wir geleistet haben und noch weiter leisten müssen. (ZB für meine Schwiegermutter (81): letzten Sommer jammerte sie, dass sie weggesperrt würde, jetzt weil sie sich nicht impfen lassen kann - es gäbe doch so viele Unsicherheiten)
    1. Antwort von Reto Derungs  (rede)
      Na ja, gerne verweise ich Sie auf den Artikel vom 25.06.2021 in der FAZ mit dem Titel "Gestorben trotz Impfung". Da steht, dass von 117 in Grossbritannien an der Delta-Variante des Viruses verstorbenen 50 vollständig geimpft und 20 zur Hälfte geimpft waren. Was lernen wir daraus: Die Impfung schützt offenbar nicht gegen die Delta-Variante des Viruses, das bald dominant sein wird. Es bleibt wohl nur zu lernen, mit dem Virus zu leben, so wie mit vielen anderen Bedrohungen auch.
    2. Antwort von Urs Müller  (Jackobli)
      @Derungs: kein FUD verbreiten bitte!
      Die halbe Impfung, welche in GB ja so forciert wurde, schützt halt in der Tat weniger.
      Zudem hat die Behörde auch ganz klar geschrieben, dass es sich bei den Toten mehrheitlich um sehr alte, oder gesundheitlich stark angeschlagene Menschen handelte.
      Also: die Impfung schützt und schadet nicht. Sie schützt aber nicht alle, also trotzdem Vorsicht walten lassen im Umfeld mit Vulnerablen.
    3. Antwort von Pascale von Planta  (Pascale)
      @Derungs: Ihr Zitieren aus der FAZ ist derart unsorgfältig/oberflächlich, dass sich daraus sicher KEINE Schlüsse in Sachen 'Schutz vor Covid mittels Impfung' ziehen lassen, so wie Sie es tun.
    4. Antwort von Hans Peter  (HPet)
      Entschuldigen Sie bitte die harten Worte aber nur weil die Lebenserwartung in der Schweiz bei ca. 84 liegt, heisst das noch lange nicht, dass jeder und jede mind. 84 Jahre alt sein wird. Ihre Schwiegermutter sollte leben als ob es nichts gibt und zu erwartet, dass alle anderen sich auf irgendeine Weise einschränken oder ihre langfristige Gesund risikieren nur damit sie über der Lebenserwartung steht erachte ich als sehr egoistisch und definitiv nicht solidarisch!
  • Kommentar von Werner Vetterli  (KlingWe)
    @Steiner, Esser, Hahnau: Wir alle sind und des Risikos bewusst. Jeder muss für sich und die Gesellschaft abwägen, was er eingehen darf.
    Nichts desto trotz erhoffe ich mir für alle einen fortwährend schwächeren Verlauf dieser Erkrankung. Gemeinsam hat die Menschheit schon vieles in die richtigen Bahnen gelenkt. Das bedingt jedoch, dass nicht nur wir Europäer geimpft sind!
  • Kommentar von Werner Vetterli  (KlingWe)
    Das Winterhalbjahr kommt auch wieder zu uns. Hoffen wir dass Impfbereitschaft genügend hoch ist und wir einigermassen normal dann denn Winter geniessen können.
    1. Antwort von Mike Steiner  (M. Steiner)
      Diese Überlegung ist ein Trugschluss. Zumindest was die bald vorherrschende Deltavariante angeht. Dies fühlt sich nämlich auch in wärmeren und feuchteren Gefilden (Indien) pudelwohl. Sie dürfen die nächste Welle bei uns also wahrscheinlich schon in 6-8 Wochen erwarten. 30-40% Ungeimpfte reichen bei der aggressiven Delta, um unser Gesundheitssystem erneut akut zu gefährden und wieder drastische Massnahmen notwendig zu machen. Wir können das noch lange so spielen, mir ist es mittlerweile Wurscht!
    2. Antwort von Claudia Esser  (Lilly.lombarte)
      Träumen darf man, doch wir werden alle mit einer weiteren Welle rechnen müssen.Zumal es die Menschen weiterhin gelassen betrachten. Für alle Ungeimpften (abgesehen denen die sich nicht impfen lassen können)wird es unweigerlich dazuführen, dass sie entweder erkranken oder schlauerweise sich impfen lassen. :-) Lg
    3. Antwort von Peter Hahnau  (Peter Hahnau)
      Ich staune immer wieder, dass so viele Menschen die Impfung als Allheilmittel betrachten. Nicht falsch verstehen: ist schon gut, dass es die Impfung gibt und dass sich viele Menschen impfen lassen. Aber Corona ist damit nicht totzukriegen. Meines Erachtens müssen wir uns daran gewöhnen, dass es nun trotz hoher Impfquote jedes Jahr zu Corona-Fällen kommt. Wie es ja auch jedes Jahr zu Grippe-Fällen kommt. Die Konsequenz wäre, trotzdem ein normales, massnahmenloses Leben zu ermöglichen.
    4. Antwort von Conny Hasler  (conhas)
      @hahnau
      nun falls die Fall und Hospitalisationszahlen wieder stark steigen, werden wir wahrscheinlich nicht darum herumkommen, dass die Massnahmen wieder verschärft werden, hoffentlich ohne weiteren Shutdown
    5. Antwort von Thomas Steiner  (Thomas Steiner)
      Her Hahnau, die Impfung ist die einzige Lösung die wir haben, um zur Normalität zurückzukehren. Eben gerade weil das Virus nicht mehr verschwinden wird. Das ist ja genau das absurde bei Impfgegnern, die sind immer gegen die einzige Lösung, ohne dass sie eine existierende Alternative nennen könnten. Kein Wunder, wir haben ja auch nichts anderes.
    6. Antwort von Peter Hahnau  (Peter Hahnau)
      @Conny Hasler: Deshalb hätte man schon längst damit beginnen müssen, für bessere Arbeitsverhältnisse zu sorgen und Reformen im Gesundheitswesen anzustossen, damit es nicht mehr so schnell zu einer Überlastung kommt. Da dies nicht gemacht wurde, werden wohl wirklich wieder strengere Massnahmen erforderlich sein. Hätte man die Hausaufgaben gemacht, müsste das nicht sein. Und das sollte bzw. muss mittelfristig das Ziel sein.