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Maurer vereinbart mit Putin engere Zusammenarbeit
Aus Tagesschau vom 21.11.2019.
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Der historische Blick Es gab auch Krisen in der Beziehung zu Russland

Denkt man an Russland – denkt man an Lenin. Denkt man an Lenin – denkt man an die Schweiz. Kommunist und Revolutionär Wladimir Iljitsch Lenin ist Ausgangspunkt der komplizierten Beziehungen zwischen beiden Ländern. Lenin floh 1916 ins Zürcher Asyl. Und die Schweiz als Hort geflohener Revolutionäre wie Lenin und Leo Trotzki pflegte positive Beziehungen zu diesen – aber nicht sehr lange. Lenin kehrt 1917 zurück und errichtet in den nächsten Jahren die kommunistische Diktatur in der Sowjetunion.

Der Landesstreik ändert alles

Aber auch in der Schweizer Gesellschaft brodelte es – mit langfristigen diplomatischen Folgen. Zwischen dem 12. und 14. November 1918 entlädt sich die soziale Unzufriedenheit in der Schweiz im Landesstreik. Hunderttausende Arbeiter und Gewerkschafter streiken, drei Menschen sterben. Zurück bleibt eine traumatisierte bürgerliche Mitte, die einen Umsturz wie in Russland fürchtet und ausserdem Moskau Einflussnahme beim Landesstreik vorwirft. Im Land herrscht fortan eine antikommunistische Stimmung.

Historisches Bild eines Erschossenen
Legende: Am 10. Mai 1923 erschiesst Moritz Conradi den hohen Sowjetdiplomaten Watzlaw Worowski in Lausanne. ARCHIVES POLICE CANTONALE VAUDOISE

Die Folge: Bevor diplomatische Beziehungen mit Moskau aufgenommen werden können, sind sie eigentlich schon beendet. Ein weiterer Zwischenfall verhinderte eine Annäherung: Im Jahr 1923 erschiesst der Auslandschweizer Moritz Conradi in Lausanne den sowjetischen Diplomaten Wazlaw Worowski aus Rache. Die Schweizer Geschworenen sprechen ihn später im Prozess frei.

Erst nach dem Krieg erhalten die Beziehungen zwischen Bern und Moskau eine neue Dynamik. Dafür verlangt Stalin aber eine Entschuldigung der Schweiz für ihre Politik in der Zwischenkriegszeit. Die Schweiz kommt dem nach, indem sie ihre frühere Politik bedauere, sofern sie der Sowjetunion gegenüber als unfreundlich angesehen worden sei.

Erst einmal besucht ein russischer Präsident die Schweiz

Die diplomatischen Beziehungen werden wieder aufgenommen. Bundesräte treffen sowjetische und russische Minister. Erst 2009 erfolgt mit dem Besuch Dmitri Medwedews der erste Staatsbesuch eines russischen Präsidenten in der Schweiz. Dabei ist es bisher geblieben.

Aus dem aktuellen Bundesrat trifft 2014 Sportminister Ueli Maurer Russlands Wladimir Putin im House of Switzerland am Rande der Olympischen Winterspiele in Sotschi. Putin war da längst wieder russischer Präsident und die Krim-Krise war in vollem Gange. Bei dem Treffen sprachen beide nicht darüber. Nun im Jahre 2019 treffen sich Maurer und Putin wieder. Diesmal trifft Bundespräsident auf Präsident.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von David Neuhaus  (Um Neutralität bemüht)
    Der kanadische Jurist Christopher Black, Anwalt für internationales Recht in Toronto, malt ein düsteres Bild von der Zukunft. Er vergleicht den Truppenaufmarsch an den russischen Grenzen mit den Vorbereitungen Nazi-Deutschlands für das „Unternehmen Barbarossa“, den Überfall auf die Sowjetunion. Black befürchtet von Spezialkräften inszenierte Zwischenfälle unter falscher Flagge, „um damit einen Angriff der USA und der NATO auf Russland zu rechtfertigen!
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    1. Antwort von m. mitulla  (m.mitulla)
      Diesen Herbst hat die Deutsche Bundeswehr im Verbund mit weiteren NATO-Partnern das nukleare Inferno simuliert. Das Szenario für das Manöver ist der Luft- und Atomkrieg über Deutschland. Es handelt sich um die Bündnisübung "Steadfast Noon". Interessant, dass man kaum etwas darüber lesen kann...
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  • Kommentar von Juha Stump  (Juha Stump)
    Obwohl vor dem Zweiten Weltkrieg zwischen der Schweiz und der Sowjetunion Eiszeit herrschte, gab es doch noch eine Geschichte zum Schmunzeln: Als im Jahr 1938 bei der Fussball-WM die Schweizer Nati die "Grossdeutschen" besiegte, war auch ein Russe namens Walaschek dabei, dem sogar ein Tor gelang. Eigentlich war er nur ein halber Russe, weil seine Mutter eine Schweizerin war, aber als Sohn eines russischen Diplomaten trug er seinen Namen. Sooo schlecht konnten die Beziehungen also nicht sein.
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  • Kommentar von Albert Planta  (Plal)
    Am 12.5.2007 war Samuel Schmid noch SVP-Bundesrat.
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    1. Antwort von SRF News (SRF)
      @Albert Planta Besten Dank für ihren Kommentar. Wir haben das korrigiert.
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