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Deutschland und Co. Europas Positionen im Iran-Krieg im Überblick

Wie Deutschland, Grossbritannien, Frankreich und Spanien die US‑Angriffe im Iran einschätzen – eine Zusammenstellung.

Die US-israelischen Angriffe gehen auch am Dienstag weiter. Nato-Länder wie Deutschland, Grossbritannien und Frankreich stehen den Angriffen skeptisch gegenüber – auch weil sie selbst Zielscheibe für Angriffe des Irans in der Region werden.

Der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz traf heute Dienstag in Washington, quasi stellvertretend für die EU, US-Präsident Donald Trump. Eine Übersicht der Positionen der wichtigsten europäischen Länder.

Deutschland

Man sei an den Angriffen auf den Iran nicht beteiligt und wünsche sich eine Wiederaufnahme der Verhandlungen, liess der deutsche Bundeskanzler noch vor seiner Abreise nach Washington wissen.

Männer sprechen.
Legende: Merz und Trump diskutieren im Oval Office. Keystone/SAMUEL CORUM

Mit Trump verscherzen will es sich Merz trotzdem nicht – seine Wortwahl im Oval Office ist entsprechend vorsichtig. «Wir hoffen alle auf ein schnelles Ende des Krieges. Und darauf, dass die israelische und die US-amerikanische Armee das Richtige tun werden, um den Krieg zu beenden und tatsächlich eine neue Regierung einzusetzen.»

Deutschland hat keine eigenen Militärbasen im Nahen Osten, bietet aber logistische Unterstützung in Jordanien und im Irak, zuletzt für den Kampf gegen den sogenannten Islamischen Staat.

Bei iranischen Angriffen auf eine US-Basis in Erbil wurde am Sonntag auch das Bundeswehr-Feldlager getroffen. Doch Merz hält sich zurück mit Kritik, und das kommt an beim US-Präsidenten.

Grossbritannien

Für Grossbritannien ist derweil klar, dass es blinde Bündnistreue wie damals im Irakkrieg nicht geben wird. Das machte Premierminister Keir Starmer am Montag im Parlament deutlich.

Erst spät erlaubt seine Regierung den USA die Nutzung britischer Stützpunkte – und nur für «einen konkreten und begrenzten Verteidigungszweck».«Das Vereinigte Königreich war nicht an den ersten Angriffen der USA und Israel auf den Iran beteiligt. Diese Entscheidung war bewusst. Wir sind überzeugt, dass der beste Weg für die Region und die Welt eine ausgehandelte Lösung ist.»

Der US-Präsident kritisiert Grossbritannien derweil scharf. Er sei sehr enttäuscht über die zögerliche Haltung des Premierministers, sagt er in den britischen Medien.

Grossbritannien hat eine ständige Militärpräsenz in den Vereinigten Arabischen Emiraten, in zwei Häfen in Oman und Bahrain und eine Militärbasis im indischen Ozean. 3000 britische Soldaten sind ausserdem auf Zypern stationiert.

Die Akrotiri-Basis ist Drehkreuz für britische Luftwaffenoperationen im Nahen Osten. Sie wurde zuletzt von einer iranischen Drohne getroffen. Grossbritannien verstärkt nun die Militärpräsenz vor Ort.

Frankreich

Frankreich hat rund 900 Soldaten im Nahen Osten, sie sind hauptsächlich auf der Luftwaffenbasis Al Dhafra in den Vereinigten Arabischen Emiraten stationiert.

Frankreich verlegt Flugzeugträger ins Mittelmeer

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Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat am Dienstagabend die Entsendung des Flugzeugträgers «Charles de Gaulle» ins Mittelmeer angeordnet. «Angesichts dieser instabilen Lage und der Ungewissheit der kommenden Tage habe ich dem Flugzeugträger ‹Charles de Gaulle›, seinem Bordgeschwader und seinen Begleitfregatten befohlen, ins Mittelmeer auszulaufen», sagte Macron in einer Ansprache an die Nation.

Nach iranischen Angriffen in Abu Dhabi hat Präsident Macron unter anderem französische Kampfjets in Alarmbereitschaft versetzen lassen, um die Marine- und Luftwaffenstützpunkte zu schützen.

Emmanuel Macron streicht heraus, man sei bereit die Verbündeten in der Golfregion zu verteidigen. Zudem betont der französische Präsident: Die gegenwärtige Eskalation in der Region sei für alle gefährlich – sie müsse aufhören.

Spanien

Spanien hat mittlerweile zwei seiner Militärbasen im Land, die bislang von den USA mitgenutzt wurden, für amerikanische Einsätze im Iran gesperrt.

Der US-Präsident droht heute im Gegenzug, allen Handel mit Spanien einstellen zu wollen.

10v10, 3.3.2026, 21:50 Uhr ; 

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