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Abkommen mit Grossbritannien: Michel Barnier ist pessimistisch
Aus News-Clip vom 23.07.2020.
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Die EU und Grossbritannien Ein Handelsabkommen ist derzeit unwahrscheinlich

  • Ein Handelsabkommen mit Grossbritannien ist nach Einschätzung von EU-Unterhändler Michel Barnier derzeit unwahrscheinlich.
  • Vertreter beider Seiten beklagten sich nach der letzten Verhandlungsrunde über mangelnde Fortschritte.
  • Kommt bis Jahresende kein Handelsabkommen zwischen der EU und Grossbritannien zustande, droht ein harter wirtschaftlicher Bruch mit Zöllen und Handelshemmnissen.

EU-Unterhändler Michel Barnier sprach von einigen konstruktiven Gesprächen. Doch bei den wichtigsten Punkten für die EU gebe es überhaupt keinen Fortschritt.

EU-Standpunkte seien nicht vereinbar

So weigere sich Grossbritannien, Klauseln für fairen Wettbewerb und ein ausgeglichenes Fischereiabkommen zu akzeptieren. Die EU wolle sich aber dennoch um eine Einigung bemühen. Der britische Unterhändler David Frost hob dieselben Punkte hervor und beklagte sich ebenfalls, dass es bisher kaum entscheidende Fortschritte gegeben habe.

Frost und Barnier stehen jeweils neben ihren Landesflaggen.
Legende: Der britische Unterhändler David Frost (links) und Michel Barnier, der Chefunterhändler der EU, vor der ersten Runde der Gespräche am 2. März in Brüssel. Reuters

Es sei unglücklicherweise klar, dass es im Juli keine Verständigung über die Prinzipien eines Abkommens mehr geben werde, betont Frost. Die Standpunkte der EU seien nicht mit der Rolle Grossbritanniens als unabhängiges Land vereinbar.

Grossbritannien hat die EU zwar bereits Ende Januar verlassen, gehört aber bis Jahresende noch zum EU-Binnenmarkt und zur Zollunion. Eine Frist zur Verlängerung des Übergangszeitraums liess London Ende Juni ungenutzt verstreichen.

Die Verhandlungen über das Abkommen drehen sich seit Monaten im Kreis. Die EU bietet ein Handelsabkommen, mit dem Grossbritannien seine Waren ohne Zölle und Mengenbegrenzung in den Binnenmarkt exportieren könnte. Im Gegenzug verlangt die EU gleich hohe Umwelt- und Sozialstandards, um Wettbewerbsverzerrungen zu vermeiden. Grossbritannien will solche Vorgaben nicht akzeptieren.

SRF 4 News, 23.07.2020, 15:00 Uhr;

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19 Kommentare

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  • Kommentar von Werner Gürr  (FrMu)
    "Die EU bietet ein Handelsabkommen, mit dem Grossbritannien seine Waren ohne Zölle und Mengenbegrenzung in den Binnenmarkt exportieren könnte. Im Gegenzug verlangt die EU gleich hohe Umwelt- und Sozialstandards..."
    Mir scheint das ein Superdeal zu sein, den die EU anbietet. Die EU ist primär eine Wirtschaftsunion, also sind ihre Sozial und Umweltstandards wirschaftsfreundlich. Und die passen dem UK nicht? Was habe die vor? Arme Briten. Denen soll wohl das Fell über die Ohren gezogen werden.
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  • Kommentar von Ueli von Känel  (uvk)
    Das hätte sich GB wirklich sparen können, wenn sich die Mehrheit des Volkes von Boris Johnson nicht hätte "verführen" lassen zu diesem Brexit. Ich finde das nur destruktiv in einer Zeit, wo wir in Europa unbedingt verbindlich zusammenarbeiten sollten - angesichts dessen, dass die USA uns weitgehend fallen gelassen haben, und anderereits, dass Russland Grossmächte sind, gegen die wir uns wappnen sollten. Wenn wir nur die nationalistischen Süpplein essen, sind wir ein denkbar schwaches Europa.
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    1. Antwort von Gianni Romagnoli  (GiRom)
      Der gute Boris hat seinem Land einen Bärendienst erwiesen, als er es auf Teufel komm raus aus der EU gezwungen hat. Nun hat er massivste Probleme mit dem potenziell wichtigsten Handelspartner, und das angestrebte und äußerst wichtige Handelsabkommen mit den USA steht auch in den Sternen. Typische (Fehl-)Leistung eines "Muster-Populisten"!
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    2. Antwort von Eva Wädensweiler  (E. W.)
      Es war aber nicht Johnson, welcher das Volk "verführt" hat. Gesicht des Brexit war N. Farage & T. May Premier-Ministerin.
      GB wollte einfach die PFZ selber steuern. Diesbezüglich hat man dann T. May in Brüssel immer wieder auflaufen lassen. Wie unsere Räte nach der Mei ja auch.
      Und es macht Mühe, wenn Abstimmungen nicht passen, man dann von Verführung des Volkes spricht.
      Und - die Jungen hätten mit ihren Stimmen den Brexit verhindern können. Sie haben aber lieber Partys gefeiert.
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    3. Antwort von Florian Kleffel  (Hell Flodo)
      Sie haben wohl Johnsons Brexit-Bus mit der erstunkenen und erlogenen Propaganda schon vergessen, Frau Wädenswiler. informieren.
      Und auch, dass Theresa May sich zuerst gegen den Brexit gestellt hat.
      Des weiteren sollten Sie sich nochmals über die Verhandlungen informieren. Um die PFZ geht es nicht, die ist mit einem Brexit Geschichte. Es geht um den Güterverkehr, nicht den Personenverkehr.
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    4. Antwort von Eva Wädensweiler  (E. W.)
      Stimmt Herr Kleffel - jetzt verhandelt man nicht mehr über die PFZ. Diese aber war der Auslöser für diesen Rosenkrieg - GB-EU-
      Cameron hat die Diskussion über einen Austritt dann mal angestossen, weil er davon ausging, dass es ein klares "Nein" geben wird.
      T. May, welche ihm als Premier nachfolgte war ebenfalls nicht dafür. Aber für sie galt es den Volkswillen umzusetzen.
      Und ja, Johnson hat auch für den Brexit gestimmt & Werbung dafür gemacht. Drahtzieher von Anfang an war aber Nigel Farag.
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  • Kommentar von Thomas Schneebeli  (TS+LL)
    Im Brexit - Vertrag steht der Kernsatz : Die Regierung von UK ist Zukünftig nur an einem freien Handel mit der EU interessiert, der von UK - Regeln kontrolliert und politisch frei und unabhängig von der EU, vollzogen wird . So soll man es schreiben und etwa so sollte es dann auch geschehen.
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    1. Antwort von Toni Koller  (Tonik)
      UK will also der EU die eigenen Handelsregeln vorschreiben? Sorry Brexit-Freunde, aber so geht es natürlich nicht.
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    2. Antwort von Thomas Schneebeli  (TS+LL)
      Lieber früher statt später, wird Brüssel gezwungen sein die Interessen der einzelnen Länder nicht übermässig zu strapazieren und zu respektieren. Wenn nicht, drohen weitere Probleme und weitere Austritte oder Staatsbankrotte.Das Friedensprojekt EU muss dringend von innen heraus reorganisiert werden, die letzten 15 Jahre haben genug Schaden angerichtet.Der auswuchernde Zentralismus hat vielen Politikern den Blick mehr als getrübt. GB hätte nicht gehen müssen, wäre die EU-Elite zukunftsorientiert.
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    3. Antwort von Werner Gürr  (FrMu)
      Wenn das wirklich der Kernsatz des Brexit Unternehmens ist, dann zeigte er den Grössenwahn derjenigen, die glauben den Brexit wirtschaftlich auf dieser Grundlage durchführen zu können. Mehr als Aufschneiderei im Moment einer Brexit Euphorie wird der Satz wohl deshalb nicht sein, denn bei den Briten ist durchaus noch common sense vorhanden.
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    4. Antwort von Florian Kleffel  (Hell Flodo)
      Zurück zur Realität:

      Die EU hat es in den letzten Jahren aufgrund des weltweit kaufkräftigsten Marktes immer wieder geschafft, dem Rest der Welt ihre Handels-Normen aufzuzwingen.

      Gerade zeigt sich beim Corona-Hilfspaket der EU, dass von Zentralismus keine Reden sein kann. Die EU funktioniert noch föderalistischer als die Schweiz.
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