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Erfahrungen einer Schweizerin in Wuhan
Aus Tagesschau vom 27.01.2020.
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Eingesperrt in Wuhan Eine betroffene Schweizerin erzählt

Die Schweizerin Fabienne Blaser lernt Chinesisch an einer Uni in Wuhan. Jetzt will sie nach Hause, kann aber nicht.

Die 27-jährige Bernerin lebt auf dem Campus der Central China Normal University und erzählt: «Seit letzten Mittwoch bin ich nur noch in meinem Zimmer und gehe nur raus, um Wasser zu kaufen.»

Ursprünglich wollte Fabienne Blaser am Donnerstag 23. Januar zu ihrem Freund nach Nanjing in die Provinz Jiangsu reisen. Das Zugticket war gekauft, dann riegelten die Behörden um 10 Uhr morgens die Stadt ab. Seither sind Flüge, Züge und Fernbusse nach Wuhan gestrichen, die Strassen gesperrt. Fabienne Blaser sitzt seither fest.

Das Coronavirus

In der 11-Millionen-Metropole Wuhan in Zentralchina ist das Coronavirus Ende Jahr zum ersten Mal aufgetreten. Laut den letzten offiziell verfügbaren Zahlen gibt es zurzeit 2744 bestätigte Krankheitsfälle und 80 Todesfälle.

Rund 51 Millionen leben im fast vollständig abgeriegelten Hubei

Wie der Schweizerin geht es zur Zeit Millionen von Menschen. Mittlerweile ist fast die ganze Provinz Hubei abgeriegelt. Dort leben knapp 51 Millionen. In der Provinzhauptstadt Wuhan ist das neue Coronavirus zum ersten Mal aufgetaucht.

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Eingesperrt in Wuhan
Aus SRF News vom 28.01.2020.
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Fabienne Blaser hat einen Bachelor in Sprachwissenschaften und Germanistik und ist letzten September nach Wuhan gekommen: «Chinesisch hat mich schon immer fasziniert, weil es so komplett anders funktioniert als andere Sprachen.» Nach einem Semester entschied sie sich ihren Aufenthalt zu verlängern: «Ich brauche mehr Zeit. Will ich Chinesisch lernen, muss ich das jetzt machen.»

«Das Gescheiteste ist das nächste Semester aufzugeben»

Übers Wochenende hat sie sich entschieden abzubrechen: «In der Situation, in der ich jetzt bin, ist das Gescheiteste das geplante nächste Semester einfach aufzugeben und möglichst schnell nach Hause zu gehen.»

Heute Dienstag hat Fabienne Blaser mit der Schweizer Botschaft in Peking telefoniert und ihren Wunsch mitgeteilt: «Die Botschaft sagte mir, sie hätten noch keine Möglichkeit die Schweizer heimzuschicken.» Man würde aber mit den Deutschen und Franzosen zusammenarbeiten, weil es schwierig sei als Schweiz alleine etwas zu erreichen.

Schweizer in Wuhan

Die Schweizer Botschaft in Beijing steht in Kontakt mit den ihr bekannten Schweizern, die sich zurzeit in Gebieten aufhalten, die unter Quarantäne stehen. «Darunter befinden sich auch Schweizer Staatsangehörige, die ausreisen wollen», schreibt die Botschaft am Dienstag. Bezüglich Optionen für eine Ausreise sei man im Gespräch mit Partnerstaaten. Fakt sei aber, dass bisher «noch keine ausländischen Angehörigen aus diesen Gebieten ausreisen konnten».

Ein möglicher Partnerstaat ist zum Beispiel Deutschland. Laut einer Sprecherin des Auswärtigen Amtes leben in Wuhan selber rund 90 Deutsche. Deutschland prüft wie viele weitere Staaten eine Rückholung ihrer Staatsbürger.

Statt Hände desinfizieren ein Shot Alkohol

Die Central China Normal University rät ihren Studenten den Campus nicht zu verlassen. Aber, sagt Fabienne Blaser: «Der grössere Supermarkt auf dem Unigelände hat zu.» Zu Essen hat sie trotzdem genug. Ihre chinesischen Freunde haben für sie im Internet Gemüse bestellt. Broccoli, Kohl und Kartoffeln lagert sie jetzt auf dem Balkon ihrer Einzimmerwohnung im Studentenwohnheim. Wasser kann sie im Heim kaufen: «Davon hat es genug.»

Meistens ist Fabienne Blaser alleine. Ihre chinesischen Freunde sind frühzeitig abgereist, bevor Wuhan abgeriegelt wurde. Zurückgeblieben sind vor allem die internationalen Studenten. «Es kursieren viele Gerüchte», erzählt sie. «Statt sich die Hände zu desinfizieren, glauben manche es sei wirkungsvoller jeden Abend einen Shot Alkohol zu trinken.»

Trotz allem ist Fabienne Blaser zuversichtlich: «Am schwersten ist es für meine Familie. Sie haben mehr Angst als ich.»

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8 Kommentare

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  • Kommentar von Margrit Holzhammer  (Margrit Holzhammer)
    Diese junge Frau hat ein sicheres Dach über dem Kopf und wie sie selber sagt genügend zu essen und zu trinken. Vor allem hat sie nun genügend Zeit Chinesisch zu "büffeln": Chinesischer Nominativ - Genitiv - Dativ - Akkusativ. Ist es wirklich nötig, dass das für die ganze Welt im Internet verbreitet wird?
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    1. Antwort von Jannik Fuhler  (Jannik Fuhler)
      Sehr geehrte Frau Holzhammer,
      Als Student der Ostasienwissenschaften und der chinesischen Sprache, möchte ich Sie kurz darauf aufmerksam machen, dass Chinesisch keine Fälle hat. Fabienne hat als Masterstudentin und anderthalb jährigen Aufenthalt in China sicher genug gebüffelt und verdient es in dieser Notsituation, nach Hause zu kommen.
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  • Kommentar von Markus Weber  (Markus Weber)
    Was soll diese Panikmache wegen eines Grippevirus? Gemäss den Zahlen im Bericht sind ca. 0,027% der Bevölkerung infiziert und und 0,0001% daran gestorben. Und die, waren vermutlich über 80 oder sonst gesundheitlich angeschlagen. In der gleichen Zeit sind wahrscheinlich mehr Leute im Verkehr in der Stadt gestorben. In der CH würde man bei diesen Zahlen, noch nicht mal von einer Grippeepedemie sprechen.
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    1. Antwort von Andreas Müller  (Hugh Everett)
      Lesen sie einfach hier bei der WHO die Berichte nach https://www.who.int/emergencies/diseases/novel-coronavirus-2019/situation-reports anstatt irgendwas zu behaupten. Ein Positiver steckt 1 bis 3 weitere an. Solche Entwicklungen folgen fast immer immer eine Sigmoiden Kurve. Aktuell kommen die Anzahl Neuansteckungen in den Bereich der exponentiellen Zunahme.
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    2. Antwort von Julius Nero  (kongdasavage)
      Glücklicherweise stammen die "offiziellen" Zahlen von einer absolut vertraulichen Quelle. Dass Prof. Gabriel Leung, Asiens führender Epidemiologe und Dekan für Public Health Medicine an der University of Hongkong gestern an einer Pressekonferenz mittgeteilt hat, dass man die offiziellen Zahlen um den Faktor 30 multiplizieren kann, ignorieren wir mal gekonnt. Das Forschungsmodell des Wissenschaftsteams deutet darauf hin, dass es allein in Wuhan seit Samstag schätzungsweise 44'000 Infizierte gibt.
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    3. Antwort von roland goetschi  (pandabiss)
      Alleine den rigorosen Massnahmen der Behörden ist es zu verdanken dass dieses Virus nicht schon Weltweit zum unkontrolliertem Problem geworden ist. Man sollte Vorsicht und Vorkehrungen nicht mit Panikmache verwechseln.
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    4. Antwort von Margrit Holzhammer  (Margrit Holzhammer)
      Roland Götschi: Einfach mal kühlen Kopf bewahren!
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  • Kommentar von Margrit Holzhammer  (Margrit Holzhammer)
    Quarantäne ist Quarantäne, auch für Schweizer!!! Was passiert, wenn Ausländer rückgeführt werden? Dann landen sie hoffentlich auch in der Quarantäne und zwar zum Schutz der einheimischen Bevölkerung ob Deutsche, Schweizer, Franzosen oder Italiener!
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