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Eklat im Weissen Haus
Aus Tagesschau vom 17.10.2019.
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Eklat im Weissen Haus «Drittklassig», «Ausraster», «krank»

  • Der heftige Streit in Washington um die Syrien-Politik führte zu einem Eklat bei einem Treffen zwischen Präsident Donald Trump und den Oppositionschefs.
  • Die Spitzenvertreter der Demokraten brachen am Mittwoch das Gespräch abrupt ab und verliessen das Weisse Haus.
  • Trump hatte zuvor eine Abstimmungsniederlage im Repräsentantenhaus einstecken müssen.

Bevor die Demokraten das Treffen mit dem US-Präsidenten verliessen, hatte Trump die Vorsitzende des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, persönlich attackiert. Er habe eine «üble Tirade» losgelassen und Pelosi als «drittklassige Politikerin» beschimpft, sagte der Anführer der Demokraten im Senat, Chuck Schumer.

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Schumer kritisiert Trump (engl.)
Aus News-Clip vom 17.10.2019.
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Pelosi selbst sprach von einem «Ausraster» des Präsidenten. Andere Parlamentarier sowohl von Demokraten als auch Trumps Republikanern blieben laut Schumer jedoch in der Sitzung mit dem Präsidenten.

«Pelosi braucht schnell Hilfe»

Trump legte anschliessend auf Twitter nach: «Nancy Pelosi braucht schnell Hilfe!», schrieb der US-Präsident. «Entweder ist mit ihr ‹da oben› etwas nicht in Ordnung, oder sie mag einfach unser grossartiges Land nicht.»

Trump und Pelosi
Legende: Offener Schlagabtausch: Trump gegen Pelosi. Reuters

Pelosi habe bei dem Treffen im Weissen Haus einen «totalen Zusammenbruch» erlitten. «Es war sehr traurig anzusehen. Betet für sie, sie ist sehr krank.»

Unter massivem Druck

Der Präsident steht wegen des parteiübergreifenden Widerstands gegen den US-Truppenabzug aus Nordsyrien unter massivem Druck.

Trump hatte mit der Entscheidung den Weg für die türkische Grossoffensive gegen die kurdischen Kämpfer freigemacht, die zusammen mit den US-Truppen gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) gekämpft hatten.

Viele Republikaner stimmen gegen Trump

Kurz vor dem Treffen im Weissen Haus hatte das Repräsentantenhaus in einer parteiübergreifenden Resolution den US-Truppenabzug als Fehler gegeisselt. Die Kongresskammer lehne die Entscheidung ab, «bestimmte Anstrengungen der Vereinigten Staaten zu beenden, türkische Militäroperationen gegen syrisch-kurdische Kräfte in Nordostsyrien zu verhindern», hiess es in der mit 354 gegen 60 Stimmen verabschiedeten Entschliessung.

Diese hat allerdings lediglich den Charakter einer Stellungnahme und für Trump keine verbindliche Wirkung. Pelosi sagte gleichwohl, der Präsident habe in dem Treffen «sehr aufgewühlt» wegen der Resolution gewirkt. Der Mehrheitsführer der Demokraten im Repräsentantenhaus, Steny Hoyer, sprach von einer «politischen Krise.»

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Hoyer: Wir haben eine Krise (engl.)
Aus News-Clip vom 17.10.2019.
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«Er hat tatsächlich keinen Plan»

Schumer teilte mit, er habe den Präsidenten nach seinem Plan zur Bekämpfung der IS-Dschihadisten gefragt: «Er hatte tatsächlich keinen.» Der Eklat zeigt gemäss Beobachtern, wie dramatisch sich das Verhältnis zwischen dem Präsidenten und der Opposition zuletzt weiter verschlechtert hat.

Hintergrund ist die von den Demokraten im Repräsentantenhaus geführte Untersuchung zu einem möglichen Amtsenthebungsverfahren gegen Trump. Darin geht es um die Versuche Trumps, sich aus der Ukraine möglicherweise kompromittierendes Material über Ex-Vizepräsident Joe Biden zu beschaffen, der Trumps Herausforderer bei der Wahl im November 2020 werden könnte.

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104 Kommentare

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  • Kommentar von Sam Brenner  (Sam Brenner)
    Interessante Körpersprache der 3 Jungs rechts von DJT, sieht so aus als schämen sie sich gerade in Grund und Boden. Wäre auch durchaus verständlich, mit so einem Chef.
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  • Kommentar von marlene Zelger  (Marlene Zelger)
    Kein Wunder, dass Präsident Trump ausrastet, wenn er von den Demokraten unter Nancy Pelosi dermassen provoziert wird. Ich glaube eher, die Pelosi ist ausgerastet. Sie und alle ihre Parteikollegen schieben den Ausraster nun ihrem Erzfeind Trump zu, um noch mehr "Beweise" für ein Amtsenthebungsverfahren zu kreieren. Sowas nennt man seriösen Wahlkampf? Nein, das ist eine Schweinerei. Und diese Schweinerei dauert nun schon bald 4 Jahre. . .,
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    1. Antwort von Arno Zingg  (Arno Zingg)
      Ich glaube für Trumps Ausraster gibt es genug Beweise auf Ton- und Bildaufnahmen. Aus den letzten 4 Jahren und auch schon davor. Könnte man es nicht als Zeichen ansehen, dass unterdessen auch immer mehr Republikaner von Trump abstand nehmen?
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    2. Antwort von B. Schlegel  (coolio)
      Eine realitätsfremdere Ansicht gibts nicht mehr
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  • Kommentar von Alexander Weljaminoff  (AndererMeinung)
    Wenn etwas Trump wirklich gefährlich werden kann, dann ist es Kritik von Falken aus den eignen Reihen, wie Lindsay Graham. Niemand behauptet, dass der Rückzug aus Syrien gut geplant war, aber Trump ist im Gegensatz zu anderen Realist. Und die Realität ist nun einmal, dass Putin den Stellvertreterkrieg in Syrien gewonnen hat. Auf die Dauer macht es für die USA keinen Sinn, eine hohe Truppenpräsenz in diesem Gebiet zu halten, solange Putin dort mitmischt. Zu teuer und Erfolg ist nicht garantiert.
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