- Kuba hat am Freitag einen Notfallplan beschlossen, um Treibstoff im Land einzusparen.
- Zu den angekündigten Massnahmen gehören eine Viertagewoche für Staatsbetriebe, starke Einschränkungen im Bus-, Bahn- und Fährenverkehr sowie an Umstrukturierungen an Schulen und Universitäten.
- Auch der Tourismus ist betroffen: Einige Hotels wurden gemäss einem kubanischen Nachrichtenportal bereits geschlossen und Touristen in andere Einrichtungen gebracht.
Der stellvertretende Ministerpräsident Óscar Pérez-Oliva betonte im Staatsfernsehen, dass der Treibstoff künftig vorrangig für Gesundheit, Bildung, Stromproduktion, Landwirtschaft, Verteidigung und Devisen bringende Sektoren wie den Tourismus eingesetzt werde. Beim Tourismus müsse man sich allerdings auf die Urlaubsziele mit der höchsten Nachfrage konzentrieren. Die Flughäfen sollen weiterhin offenbleiben.
Die Lage auf der Insel bleibt angespannt, seit Donald Trump im Dezember eine vollständige Blockade für sanktionierte Öltanker mit Lieferungen aus Venezuela anordnete: Stromausfälle, Lebensmittel- und Medikamentenmangel sowie rückläufiger Tourismus prägen den Alltag der Bevölkerung.
Als die USA den venezolanischen Machthabers Nicolás Maduro gefangen nahmen, verlor Havanna einen wichtigen Verbündeten. Anschliessend drohte Trump auch mit Zöllen gegen Kubas restliche Öllieferanten. Auch Mexiko, zuletzt Kubas grösster Ölversorger, stellte seine Lieferungen ein.
Experten sehen die aktuelle Situation als noch prekärer an als die schwere Wirtschaftskrise im Land nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion in den 1990er-Jahren.