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Enthüllungen Epstein-Akten Epsteins toxische Hinterlassenschaft erreicht Downing Street

Die Akten des verstorbenen Sexualstraftäters Jeffrey Epstein geben weiterhin viel zu reden – auch in Grossbritannien. Nach kompromittierenden Fotos verlor Prinz Andrew seine königlichen Privilegien. Nun verlässt der ehemalige Botschafter in den USA, Peter Mandelson, die Labour-Partei. Er hat nicht nur an Epsteins Partys teilgenommen, sondern auch Geld angenommen.

Mandelson war dreissig Jahre im öffentlichen Dienst und gehört zur Aristokratie der Labour-Partei. Für die Partei und Premier Keir Starmer ist er nun zur grossen Belastung geworden. Die wichtigsten Antworten von Grossbritannien-Korrespondent Patrik Wülser.

Patrik Wülser

Grossbritannien-Korrespondent

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Patrik Wülser arbeitet seit Ende 2019 in London als Grossbritannien-Korrespondent für SRF. Wülser war von 2011 bis 2017 Afrika-Korrespondent und lebte mit seiner Familie in Nairobi. Danach war er Leiter der Auslandsredaktion von Radio SRF in Bern.

Mandelson hatte Kontakt zu Epstein, das ist schon länger bekannt. Welche neuen Vorwürfe sind dazugekommen?

Bis jetzt war es eine peinliche und unangemessene Freundschaft mit einem verurteilten Sexualstraftäter: Mittlerweile besteht der Verdacht auf Korruption und Fehlverhalten in einem öffentlichen Amt. Mandelson soll von Epstein Geld erhalten haben – 75'000 Dollar –, auch wenn sich dieser nicht daran erinnern kann. Als Kabinettsminister soll Mandelson während der Bankenkrise 2009 seinem Freund Epstein vertrauliche Dokumente gemailt haben – Pläne zur Rettung der Banken, Gesetzesentwürfe zur Besteuerung von Boni von Bankern. Kurz: vertrauliche, systemrelevante Informationen, die für den britischen Premierminister bestimmt waren und nicht für einen US-Multimillionär.

Drei Männer an einem Tisch mit Kuchen.
Legende: Der Politiker Peter Mandelson (links) war mit Epstein (rechts), der über Jahre einen Missbrauchsring betrieben hatte, auch nach Bekanntwerden der Vorwürfe verbunden geblieben. (veröffentlicht am 19.12.2025) IMAGO / ZUMA Press Wire / Department of Justice

Wie sehen die Konsequenzen für Mandelson aus?

Seinen Botschafterposten hat er bereits im September 2025 verloren. In der Nacht auf Montag ist er aus der Labour-Partei ausgetreten. Sein Weg im öffentlichen Leben ist zu Ende. Doch ein Amt hält er noch: Er ist Mitglied des Oberhauses. Die Regierung sucht gerade krampfhaft Wege, wie man ihn dort entfernen könnte, wenn er nicht selbst das Parlament verlässt. Eines ist aber bereits klar: Den Adelstitel Lord kann man ihm offenbar nicht entziehen. Das ist ein lebenslanger Ehrentitel, egal wie unehrenhaft man sich benimmt.

War die Personalie Mandelson ein Fehlentscheid des britischen Premierministers, der auf Labour zurückfällt?

Mandelson bringt die Labour-Regierung arg in Verlegenheit. Premierminister Keir Starmer hat Peter Mandelsohn vor gut einem Jahr zum britischen Botschafter in Washington ernannt. Bereits damals war bekannt, dass Mandelson ein Freund von Epstein war und in dessen Anwesen verkehrt hatte. Die Opposition stellt deshalb die berechtigte Frage nach dem politischen Urteilsvermögen von Starmer. Bis jetzt ist der Premierminister medial abgetaucht. Am Montag schickte er einen subalternen Minister ins Parlament, um einige ausweichende Sätze zu verlesen. Am Mittwoch wird das nicht mehr gehen. Der Premierminister wird sich, wie jede Woche, den Fragen der Opposition stellen – und das wird für ihn kein Spaziergang werden.

Zwei Männer in Anzügen lachend in einem eleganten Raum.
Legende: Keir Starmer und Mandelson im Februar 2025 in Washington, damals war Mandelson US-Botschafter. Keystone / Carl Court/ AP

Werden weitere Enthüllungen befürchtet, die das Vertrauen in die Politik weiter erschüttern könnten?

In 5909 Epstein-Dokumenten soll der Name Mandelsohn vorkommen. Ich gehe davon aus, dass diese zurzeit von unzähligen Journalistinnen und Journalisten mikroskopisch untersucht werden. Weitere Enthüllungen sind absehbar. Schaden nimmt dabei nicht nur Starmer, sondern die Politik ganz allgemein. Im Gespräch mit Leuten ist zu spüren, dass ihr Vorurteil, dass Politikerinnen und Politiker verlogen und korrupt sind, bestätigt wird. Die Bilder von Peter Mandelson in Unterhosen sind deshalb nicht nur peinlich, sondern vergiften das wichtigste Kapital von Behörden und Politik: das Vertrauen.

Polizeiliche Ermittlungen gegen Mandelson

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Weil sein Name in den zuletzt veröffentlichten Epstein-Akten auftaucht, hat die britische Polizei Ermittlungen gegen den ehemaligen britischen Wirtschaftsminister Peter Mandelson eingeleitet. Das berichten britische Medien.

In den Akten sind E-Mail-Verläufe enthalten, die den Verdacht zulassen, dass Mandelson während der Finanz- und Wirtschaftskrise sensible Informationen an Jeffrey Epstein weitergegeben haben könnte. Mandelson ist einer der ersten Prominenten in den Epstein-Akten, gegen den nun polizeilich ermittelt wird.

(sda/dpa/afp)

Rendez-vous, 3.2.2026, 12:30 Uhr;brus ; 

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