- Das US-Justizministerium sieht keine Grundlage für neue Anklagen Fall des Sexualstraftäters Jeffrey Epstein.
- Die Ermittlungsakten würden zwar verstörendes Material enthalten, aber keine belastbaren Beweise, sagte der Vize-Justizminister Todd Blanche.
Bei der Prüfung der Epstein-Akten sei darin nichts gefunden worden, was dem Ministerium eine Strafverfolgung ermöglichen würde, sagte der stellvertretende US-Justizminister Todd Blanche dem US-Sender CNN. Die ganze Welt könne sich nun das veröffentlichte Material ansehen und selbst «beurteilen, ob wir uns geirrt haben», sagte er weiter.
Keine strafrechtlich relevanten Erkenntnisse
Der Vize-Justizminister räumte ein, dass das veröffentlichte Material Verstörendes enthalten habe. «Es gibt viele schreckliche Fotos, die offenbar von Herrn Epstein oder von Menschen aus seinem Umfeld aufgenommen wurden, aber das erlaubt uns nicht unbedingt, jemanden strafrechtlich zu verfolgen», so Blanche.
Der US-Multimillionär Epstein hatte jahrelang einen Missbrauchsring betrieben, dem Dutzende junge Frauen und Minderjährige zum Opfer fielen. 2019 kam er im Alter von 66 Jahren in einer Gefängniszelle zu Tode.
Viele bekannte Persönlichkeiten in Epstein-Akten
Besonders gross ist das Interesse an dem Fall, weil Epstein enge Kontakte in der gesellschaftlichen Oberschicht pflegte. In den veröffentlichten Unterlagen kommen viele bekannte Persönlichkeiten vor, darunter auch US-Präsident Donald Trump. Allerdings gibt es keine Hinweise auf eine strafrechtlich verfolgbare Verwicklung des Republikaners in den Skandal. Der US-Präsident bestreitet jegliche Verwicklung in die kriminellen Machenschaften.
Hunderttausende Seiten: Bilder aus den Epstein-Akten vom Dezember
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Bild 1 von 10. Bekannte Personen sind in den Akten rund um die Epstein-Affäre zu sehen. Eine von ihnen ist Michael Jackson. Bildquelle: Reuters/U.S. Justice Department.
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Bild 2 von 10. In einem Bild schwimmt der ehemalige US-Präsident Bill Clinton mit Ghislaine Maxwell und einer Unbekannten in einem Pool. Bildquelle: Reuters/U.S. Justice Department.
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Bild 3 von 10. Auch Bill Gates taucht in den veröffentlichten Unterlagen auf. Bildquelle: Reuters/House Oversight Committee Democrats.
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Bild 4 von 10. Auf zahlreichen Aufnahmen ist Epsteins langjährige Vertraute Ghislaine Maxwell zu sehen. Bildquelle: AP/U.S. Department of Justice.
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Bild 5 von 10. Auch Fotos mit Rockstar Mick Jagger (in der Mitte) befinden sich in den Unterlagen. Bildquelle: AP/U.S. Department of Justice.
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Bild 6 von 10. Hunderte Seiten wurden vor der Veröffentlichung komplett geschwärzt. Das sorgt auch für Kritik. Bildquelle: AP Foto/Jon Elswick.
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Bild 7 von 10. Auch der britische Ex-Prinz Andrew – nun Andrew Mountbatten-Windsor genannt – der wegen seiner Verstrickung in den Skandal bereits in Verruf geriet und jüngst seine Adelstitel abgeben musste, kommt vor. Bildquelle: AP/U.S. Department of Justice.
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Bild 8 von 10. Akten, die einen «eindeutig ungerechtfertigten Eingriff in die Privatsphäre darstellen», müssen laut Gesetz nicht veröffentlicht werden. Bildquelle: REUTERS/Jonathan Ernst Schilder.
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Bild 9 von 10. Neben dem Pass von «Jeffrey Edward Epstein» ... Bildquelle: Reuters/House Oversight Committee Democrats.
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Bild 10 von 10. ... wurden auch Pässe von fremden Personen veröffentlicht, wie dieser tschechische. Bildquelle: Reuters/House Oversight Committee Demokraten.
Das US-Justizministerium hatte am Freitag eine letzte Charge an Ermittlungsakten veröffentlicht. Blanche hatte erklärt, das Ministerium sei damit nun seiner Verpflichtung nachgekommen. Dass die jahrelange Debatte um die Veröffentlichung der Epstein-Akten damit beendet ist, gilt allerdings als unwahrscheinlich.