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Nach veröffentlichten Akten US-Justiz klagt im Epstein-Fall niemanden mehr an

  • Das US-Justizministerium sieht keine Grundlage für neue Anklagen Fall des Sexualstraftäters Jeffrey Epstein.
  • Die Ermittlungsakten würden zwar verstörendes Material enthalten, aber keine belastbaren Beweise, sagte der Vize-Justizminister Todd Blanche.

Bei der Prüfung der Epstein-Akten sei darin nichts gefunden worden, was dem Ministerium eine Strafverfolgung ermöglichen würde, sagte der stellvertretende US-Justizminister Todd Blanche dem US-Sender CNN. Die ganze Welt könne sich nun das veröffentlichte Material ansehen und selbst «beurteilen, ob wir uns geirrt haben», sagte er weiter.

Keine strafrechtlich relevanten Erkenntnisse

Der Vize-Justizminister räumte ein, dass das veröffentlichte Material Verstörendes enthalten habe. «Es gibt viele schreckliche Fotos, die offenbar von Herrn Epstein oder von Menschen aus seinem Umfeld aufgenommen wurden, aber das erlaubt uns nicht unbedingt, jemanden strafrechtlich zu verfolgen», so Blanche.

Jeffrey Epstein zeigt auf Fenster in Flugzeug, Frau sitzt daneben.
Legende: Das veröffentlichte Material enthält unter anderem E-Mails, Gerichtsdokumente, ärztliche Gutachten, aber auch etliche Fotos und Videos. (veröffentlicht am 18.12.2025) Reuters/House Oversight Committee Democrats

Der US-Multimillionär Epstein hatte jahrelang einen Missbrauchsring betrieben, dem Dutzende junge Frauen und Minderjährige zum Opfer fielen. 2019 kam er im Alter von 66 Jahren in einer Gefängniszelle zu Tode.

Viele bekannte Persönlichkeiten in Epstein-Akten

Besonders gross ist das Interesse an dem Fall, weil Epstein enge Kontakte in der gesellschaftlichen Oberschicht pflegte. In den veröffentlichten Unterlagen kommen viele bekannte Persönlichkeiten vor, darunter auch US-Präsident Donald Trump. Allerdings gibt es keine Hinweise auf eine strafrechtlich verfolgbare Verwicklung des Republikaners in den Skandal. Der US-Präsident bestreitet jegliche Verwicklung in die kriminellen Machenschaften.

Hunderttausende Seiten: Bilder aus den Epstein-Akten vom Dezember

Das US-Justizministerium hatte am Freitag eine letzte Charge an Ermittlungsakten veröffentlicht. Blanche hatte erklärt, das Ministerium sei damit nun seiner Verpflichtung nachgekommen. Dass die jahrelange Debatte um die Veröffentlichung der Epstein-Akten damit beendet ist, gilt allerdings als unwahrscheinlich.

Ex-Botschafter in den USA verlässt britische Labour-Partei

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Drei Männer am Tisch mit einer Torte und Getränken.
Legende: Der Politiker Peter Mandelson (links) war mit Epstein (rechts), der über Jahre einen Missbrauchsring betrieben hatte, auch nach Bekanntwerden der Vorwürfe verbunden geblieben. (veröffentlicht am 19.12.2025) imago images/Department Of Justice

In der Affäre um Jeffrey Epstein hat Peter Mandelson seine Mitgliedschaft in der Labour-Partei gekündigt. Der britische Politiker ist ehemaliger Botschafter in den USA. Nach neuen Behauptungen über seine Verbindung zu Epstein wolle er der britischen Regierungspartei «weitere Peinlichkeiten» ersparen, schrieb der Politiker laut einem Bericht der Nachrichtenagentur PA in einem Brief an die Partei. Mandelson war bereits zuvor wegen seiner Verbindungen zu Epstein von seinem Botschafter-Posten in den USA abberufen worden.

Im Zuge der jüngsten Veröffentlichung von Dokumenten im Fall Epstein durch das US-Justizministerium waren weitere Verstrickungen Mandelsons ans Licht gekommen. So soll britischen Medienberichten zufolge aus den Akten hervorgehen, dass Epstein in der Vergangenheit Geld an Mandelson überwiesen habe.

In seinem Brief schrieb Mandelson nun laut PA, er sei an diesem Wochenende erneut mit der Aufregung um Epstein in Verbindung gebracht worden, und «bedauere dies zutiefst». «Die meiner Meinung nach falschen Behauptungen, er habe mir vor 20 Jahren Geld gezahlt, von denen ich keine Aufzeichnungen habe und an die ich mich nicht erinnern kann, müssen von mir untersucht werden», hiess es demnach weiter. Daher trete er aus der Labour-Partei aus.

SRF 4 News, 02.02.2026, 8 Uhr ; 

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