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Erneuter Notstand ausgerufen Touristen sollen Brandgebiete in Australien verlassen

  • Touristen sollen die Brandgebiete im Südosten Australiens angesichts einer neuen, für das Wochenende erwarteten Hitzewelle verlassen.
  • Die Feuerwehr legte am Donnerstag ein Gebiet fest, aus dem Menschen raus sollen, die dort keinen festen Wohnsitz haben.
  • Am Samstag werden vom Wetteramt für die Region Temperaturen jenseits der 40-Grad-Grenze und starker Wind erwartet.
  • Der Bundesstaat New South Wales verhängte ab Freitag erneut einen siebentägigen Notstand. Es ist bereits der dritte in dieser Brandsaison.
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Aus dem Archiv: Tausende suchen Schutz vor den Buschbränden
Aus Tagesschau vom 31.12.2019.
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Die noch immer von den Flammen eingekesselten Urlauber und Anwohner an der Ostküste Australiens sollen mit Unterstützung des Militärs versorgt und
evakuiert werden.

Fünf Militärhubschrauber und zwei Marineschiffe seien unterwegs an die Südküste, um Feuerwehrleute zu unterstützen, Wasser und Treibstoff zu liefern und bei der Evakuierung zu helfen, sagten die australischen Streitkräfte am Donnerstag.

Australische Premier wird beschimpft

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Australiens Premierminister Scott Morrison verteidigte seine Klima-Politik bei einer Pressekonferenz in Sydney. «Ich verstehe die Angst, ich verstehe die Frustration, aber das ist eine Naturkatastrophe, die am besten auf ruhige, systematische Art behandelt wird.» Er nehme die Erderwärmung ernst, so Morrison. Er betonte zugleich, dass er seine Politik nicht auf Kosten der Wirtschaft ändern werde.

Morrison ist ein starker Befürworter der Kohleindustrie und steht für sein Krisenmanagement in der Kritik. Bei einem Ortsbesuch in Cobargo in New South Wales erlebte er laut der Nachrichtenagentur AAP am Donnerstag den Ärger der Bewohner in der Brandregion. Morrison wurde demnach beschimpft: «Hier unten bekommst du keine Stimmen, Kumpel. Du bist ein Idiot.»

Dramatische Lage in Küstengebieten

Die Behörden haben Zehntausende Menschen aufgefordert, die betroffenen Küstenstädte zu verlassen. «Es ist unerlässlich, es ist überlebenswichtig, dass wir alle gehen», sagte der Verkehrsminister des Bundesstaates New South Wales (NSW), Andrew Constance, im australischen Fernsehen ABC.

Finanzielle Hilfe

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62 Euro pro Ass: Die Organisatoren des am Freitag beginnenden ATP-Cups wollen für jedes geschlagene Ass mehr als 62 Euro für Opfer der Waldbrände in Australien spenden. Man erwarte mehr als 1500 Asse und damit mehr als 90'000 Euro, teilten die Organisatoren des ATP Cups mit.

Zuvor hatte auch der Turnierdirektor des ersten Grand-Slam-Tennisturniers des Jahres Spendenaktionen für die Opfer der Waldbrände angekündigt. Man wolle bei dem in rund zweieinhalb Wochen beginnenden Australien Open und weiteren Turnieren Geld sammeln, twitterte Craig Tiley.

Er warnt, dass der kommende Samstag «noch schlechter» werden könne, «als das, was wir durchgemacht haben», da die vorhergesagten
extremen Wetterbedingungen die Flächenbrände noch weiter
anheizen könnten.

Der betroffene Landstreifen im Bundesstaat New South Wales erstreckt sich 240 Kilometer vom Urlaubsort Batemans Bay Richtung Süden bis zur Grenze des Staats Victoria.

Richtung Norden und Westen von der Evakuierungszone aus erstreckten sich am Donnerstag lange Autokolonnen. Allerdings konnten viele Menschen gar nicht starten, weil die Tankstellen keinen Treibstoff mehr hatten oder die Pumpen wegen Stromausfällen nicht arbeiteten.

Video
Flucht vor den Flammen: Autokolonnen in den Küstengebieten
Aus News-Clip vom 02.01.2020.
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Darüber hinaus gab es in einigen an der Küste gelegenen Gemeinden Engpässe bei Lebensmitteln und Wasser, wie die Feuerwehr mitteilte. Grund hierfür war, dass seit Montag viele Strassen wegen der Brände und umgestürzter Bäume gesperrt waren.

Zahl der Toten erhöht sich weiter

Laut Verteidigungsministerium legte am Donnerstag ein Militärschiff in der Küstenstadt Mallacoota an, um geschätzt 4000 Menschen, die seit Montag von Feuern eingeschlossen waren, mit Nahrungsmitteln zu versorgen. Das Schiff sollte zudem rund 1000 Menschen in Sicherheit bringen.

Schon seit Oktober wüten die Buschbrände auf dem Kontinent, doch nunmehr hat sich die Lage zugespitzt: Allein in New South Wales ist mittlerweile eine Fläche so gross wie Dreiviertel der Schweiz abgebrannt, fast 1000 Häuser wurden zerstört.

Mittlerweile hat sich die Zahl der Menschen, die seit dem Ausbruch der ersten Feuer bei den Bränden starben, auf 17 erhöht, wie die australische Nachrichtenagentur AAP berichtet. Dutzende werden vermisst. Allein im Bundesstaat Victoria war das Schicksal von 17 Menschen ungewiss.

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48 Kommentare

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  • Kommentar von A. Zuckermann  (azu)
    Und in ein paar Jahren steigen dann die Lungenerkrankungen und die Krebsraten u.s.w. Und da werden wir dann merken wie "Teuer" der Klimawandel und die Umweltverschmutzung uns zu stehen kommen werden. Natürlich wird es auch Geld kosten, aber vor allem viel menschliches Leid, und die Tiere erst.
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  • Kommentar von Karl Kirchhoff  (Charly)
    Die Wut auf Morrison wächst kontinuierlich. Das wirklich einzige Positive, an diesem Drama!
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    1. Antwort von Franz Giger  (fjg)
      das ist tatsächlich äusserst positiv.....Bei näherem Hinsehen stellt sich jedoch die Frage inwieweit Morrison die Schuld an den seit Jahrhunderten wiederkehrenden Buschbränden treffen könnte.
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    2. Antwort von Thomas Steiner  (Thomas Steiner)
      Herr Giger, Sie wollten wohl "noch nie dagewesene Buschbrände" schreiben. Morrison trägt vielleicht keine grosse Schuld an den durch den Klimawandel verursachten Katastrophen, allerdings sorgt seine Politik dafür, dass diese in Zukunft noch viel schlimmer werden. Er muss sich wohl entscheiden: Entweder für die Zukunft von ASustralien, oder für ein paar Arbeitsplätze in der Kohleindustrie. Den Klimawandel leugnen geht jetzt wohl nicht mehr!
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    3. Antwort von Ueli von Känel  (uvk)
      Herr Giger: Sie verharmlosen bis leugnen den menschengemachten Klimawandel immer und immer wieder. Das finde ich bedenklich. Wir tragen gegenüber dem Mitwelt eine Mitverantwortung. Oder fühlen Sie diese nicht - gerade auch gegenüber den nachkommenden Generationen?
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  • Kommentar von Ueli von Känel  (uvk)
    Dass zeugt schon von wenig Weitblick und Einfühlungsvermögen vieler Touristen, dass diese nicht von selbst dieses Gebiet verlassen oder zumindest ihre Hilfe anbieten.
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