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Gaza-Konflikt eskaliert weiter
Aus Tagesschau vom 14.05.2021.
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Eskalation im Nahen Osten Im Überblick: Das ist die aktuelle Situation in Israel

Das ist die aktuelle Lage: Nach fortwährenden Raketenangriffen militanter Palästinenser hat Israels Armee in der Nacht zum Freitag ihre Angriffe auf den Gazastreifen verschärft. Ein Sprecher erklärte, der Angriff habe einem Tunnelsystem im Gazastreifen gegolten. Eine Invasion habe nicht stattgefunden. Das israelische Fernsehen berichtete von massiven Angriffen der Luftwaffe sowie der Artillerie und Panzertruppen auf den Küstenstreifen. Israel soll inzwischen 14'000 Reservisten für eine mögliche Bodeninvasion genehmigt haben.

Das geschah in den Tagen davor: Nach Angaben der israelischen Armee wurden seit Montagabend rund 1750 Raketen auf Israel abgefeuert. Laut Israels Ministerpräsident Netanjahu sind dem gegenüber bislang schon fast 1000 Ziele der militanten Palästinenser beschossen worden. Auch am Donnerstag hatten militante Palästinenser ihre Raketenangriffe auf israelisches Siedlungsgebiet fortgesetzt. Am Abend wurden erneut zahlreiche Städte beschossen, darunter Aschkelon, Aschdod und Modiin. Auch in die Richtung des internationalen Flughafens bei Tel Aviv wurden Raketen abgefeuert. Derweil setzte das israelische Militär seine massiven Angriffe auf das Küstengebiet fort. Im Gazastreifen starben nach Angaben des Gesundheitsministeriums 103 Menschen seit der Eskalation der Gewalt. Wie bei den Angriffen der Palästinenser waren auch Zivilisten und Kinder darunter.

Schwere Ausschreitungen: In der vierten Nacht in Folge kam es in der Stadt Lod trotz verstärkter Polizeipräsenz zu Ausschreitungen zwischen Teilen der israelischen und arabischen Bevölkerung. Auch aus anderen Städten und Ortschaften im Land wurden Übergriffe auf Synagogen und Anschlägen auf Geschäfte, Hotels und Autos gemeldet. Randalierende arabische Jugendliche attackierten jüdische Viertel. Gleichzeitig griffen rechtsextreme jüdische Siedler arabische Bürger an. Auf beiden Seiten kam es zu Toten und Verletzten.

Das tut die internationale Gemeinschaft: Der UNO-Sicherheitsrat hatte sich am Mittwoch zu einem erneuten Treffen hinter verschlossenen Türen eingefunden. Der 15-köpfige Rat konnte sich bei einer ersten Sitzung am Montag nicht auf eine gemeinsame Stellungnahme einigen. In Washington sagte Präsident Joe Biden, er habe von Netanjahu eine Beruhigung der Kämpfe gefordert. Gleichzeitig unterstützten Biden und sein Aussenminister Antony Blinken aber auch die israelische Führung, indem sie in den israelischen Angriffen «keine signifikante Überreaktion» erkennen mögen.

Der Besuch ägyptischer Offizieller am Donnerstag war derweil ein wichtiger Schritt in den Bemühungen um einen Waffenstillstand. Die Beamten trafen sich zuerst mit Hamas-Führern in Gaza, bevor sie Gespräche mit Israelis in Tel Aviv führten, sagten zwei ägyptische Geheimdienstmitarbeiter. Der Exil-Führer der Hamas, Ismail Haniyeh, stand ebenfalls in Kontakt mit den Ägyptern, so die Gruppe.

Das ist der Ursprung der neuen Eskalation: Der neu aufgeflammte Konflikt fusst in verschiedenen Problembereichen und spitzte sich während des muslimischen Fastenmonats Ramadan und nach der Absage der palästinensischen Parlamentswahl immer weiter zu.

Quartierkarte von Jerusalem.
Legende: SRF

Als Auslöser gelten etwa Polizei-Absperrungen in der Jerusalemer Altstadt, die viele junge Palästinenser als Demütigung empfanden. Hinzu kamen Auseinandersetzungen von Palästinensern und israelischen Siedlern im Jerusalemer Viertel Scheich Dscharrah wegen Zwangsräumungen sowie heftige Zusammenstösse auf dem Tempelberg.

SRF News, 14.05,2021, 08:00 Uhr;

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45 Kommentare

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  • Kommentar von Franziska Schaffner  (Franziskasch)
    Leider lassen die erlaubten paar Zeilen hier keine differenzierteren Kommentare zu.
    Nur so viel: Die Bemühtheit, mit der unsere Medien das so offensichtlich asymetrische Machtverhältnis beider Parteien und das Leid der Betroffenen einander gleichzustellen versuchen, ist einfach unerträglich. Schickt mal einen Korrespondenten nach Gaza, die israelischen Angriffe können ihm - im Gegensatz zum Korrespondenten in Israel- anscheinend nicht zugemutet werden.
  • Kommentar von Peter Beutler  (Peter Beutler)
    Der Nahe Osten wird mehr denn je von Extremisten bestimmt. Es gibt da keine gute Seite. Sowohl bei den jüdischen Israelis wie bei den Palästinensern haben nun die Unversöhnlichen, die Hardliner das Sagen.
    Eben hat die Israelische Regierung eine Vermittlung von Ägypten abgelehnt. Offenbar will man einen Sieg, ganz sicher keine Zweistaatenlösung. Einen Sieg wird es aber ganz sicher nicht geben. Auch der Stärkere ist dafür zu schwach.
  • Kommentar von Joel Benz  (J.Benz)
    In diesem Konflikt neigt man dazu, Israel aufgrund der tragischen Geschichte des jüdischen Volkes, welche durch nichts zu rechtfertigen ist, die Opferrolle zuzuteilen. Ich glaube, das ist zu einfach. U.A. die Siedlungspolitik und die x-mal stärkeren "Vergeltungsangriffe" von Israel beschmutzen auch deren Weste. Ich frage mich, ob die involvierten Parteien an einer friedlichen Zweistaatenlösung wirklich interessiert sind. Man wartet eher auf die Gelegenheit, das Recht des Stärkeren durchzusetzen.
    1. Antwort von Urs Imboden  (Noba)
      Mohammed bin Salman (Saudi Arabien) im Jahr 2018: "In den letzten Jahrzehnten hat die palästinensische Führung eine Gelegenheit nach der anderen verpasst und alle ihr unterbreiteten Friedensvorschläge abgelehnt". MBS ist nicht über alle Zweifel erhaben, aber wo er recht hat, hat er recht.
    2. Antwort von Martin Vischer  (Martin Vischer)
      Lesen Sie doch einfach nach. Alle Friedensinitiativen kam bis jetzt von Israel oder von aussen, oft aus den USA. Von arabischer Seite gab es in 73 Jahren keine einzige Friedensbemühung. Kurz gesagt: Israel hat für den Frieden keinen Partner. Für den Frieden braucht es alle, für den Unfrieden reicht einer. Das ist der Grund warum es keinen Frieden gibt. Das Totalangebot seitens Israel ist übrigens in Davos völlig überraschend und gänzlich unbegründet von Arafat abgelehnt worden.
    3. Antwort von Joel Benz  (J.Benz)
      Ich habe diese Friedensbemühungen nicht mehr im Detail im Kopf. Aber ich erinnere mich, dass die arabische Seite stets kritisierte, dass die Angebote stark auf die Interessen Israels ausgelegt waren, und das nicht unbegründet. Kein Wunder wenn die Initiativen von Israel selbst oder dem Verbündeten USA kommen. Wie Sie sagen: Für Frieden braucht es alle. Eine "friss oder stirb" Philosophie erweckt aber eher den Eindruck, dass man bewusst so pokert um die Gegenseite als den Unwilligen darzustellen.