Der US-Angriff: Explosionen haben am frühen Samstagmorgen Venezuelas Hauptstadt Caracas und weitere Ortschaften in anderen Bundesstaaten erschüttert. Stunden später bestätigte US-Präsident Donald Trump auf Truth Social, dass die USA in einem Militärschlag den Präsidenten Nicolás Maduro und dessen Ehefrau gefangengenommen und ausser Landes gebracht hätten. Der Trump-Regierung zufolge befinden sie sich auf einem US-Kriegsschiff auf dem Weg nach New York. Dort soll ihnen wegen Vorwürfen des «Drogenterrorismus» der Prozess gemacht werden. Die Aktion forderte laut den venezolanischen Behörden Tote unter Soldaten und Zivilisten. Die USA gaben keine Todesopfer ihrerseits bekannt. Die Luftangriffe richteten sich Berichten zufolge vor allem gegen Militärstützpunkte, Flugplätze, Kommunikationsanlagen und Häfen.
Das sagt die Trump-Regierung: Trump sprach auf seinem Anwesen in Mar-a-Lago von einem «spektakulären» Angriff und lobte ihn in den höchsten Tönen. Mit der Festnahme Maduros mache Trump die westliche Hemisphäre und Venezuela selbst sicherer, sagte der US-Präsident. Seinen Worten zufolge wollen die USA übergangsweise die Führung in Venezuela übernehmen. «Wir werden das Land so lange führen, bis wir einen sicheren, ordnungsgemässen und umsichtigen Übergang gewährleisten können», so Trump. Zudem bleibe das US-Embargo gegen Öl aus Venezuela bestehen. Auch sagt Trump, die USA hätten «keine Angst», Bodentruppen in Venezuela einzusetzen. Mit der Militäraktion hat die US-Regierung die Vorherrschaft auf dem amerikanischen Doppelkontinenten bekräftigt. US-Aussenminister Marco Rubio sagte an der Konferenz, Mitglieder des US-Kongresses seien erst nach dem Militärschlag darüber informiert worden.
Die Anklage: US-Vize-Aussenminister Christopher Landau liess auf X verlauten, dass Maduro nun für seine «Verbrechen» zur Rechenschaft gezogen werden soll. Laut US-Justizministerin Pamela Bondi sind Maduro und dessen Ehefrau in New York angeklagt worden. Maduro würden unter anderem Verbrechen in Zusammenhang mit Drogenhandel vorgeworfen, teilte Bondi auf X mit. Die USA werfen Maduro vor, er sei 2024 nicht rechtmässig wiedergewählt worden und wolle einen Machtwechsel in Caracas verhindern. Wie der US-Sender CNN berichtete, wurde Maduro in New York bereits 2020 angeklagt.
Die Reaktion aus Venezuela: Die venezolanische Regierung verurteilte die militärische Aggression gegen zivile und militärische Ziele. Diese Angriffe stellten eine Verletzung der UNO-Charta dar. Den USA gehe es darum, sich Bodenschätze, insbesondere die grossen Ölreserven, anzueignen und einen Regierungswechsel zu erzwingen. Die Regierung in Caracas beantragte eine Krisensitzung des UNO-Sicherheitsrates.
Internationale Reaktionen: Der Angriff der USA in Venezuela löste weltweit kritische Reaktionen aus. Die EU-Aussenbeauftragte Kaja Kallas rief zur Achtung des Völkerrechts auf. «Unter allen Umständen müssen die Grundsätze des internationalen Rechts und der Charta der UNO eingehalten werden. Wir rufen zur Zurückhaltung auf», schrieb Kallas auf X. Nach eigenen Angaben hatte sie zuvor mit Marco Rubio telefoniert. Russland verurteilte in einer Erklärung den «Akt bewaffneter Aggression». «Die Vorwände, die zur Rechtfertigung solcher Aktionen angeführt werden, sind unhaltbar», schrieb der Kreml und fordert Maduros Freilassung.