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Laut Aussage des Präsidenten «Grosse Explosion»: Trump spricht von US-Angriff in Venezuela

  • Die USA haben nach Angaben ihres Präsidenten Donald Trump einen angeblichen «Drogenumschlagplatz» in Venezuela angegriffen.
  • Es wäre der erste offiziell bekannte Angriff der USA auf dem Festland von Venezuela, seit die USA gegen den venezolanischen Machthaber Nicolás Maduro vorgehen.
  • Venezuela hat sich bisher nicht dazu geäussert.

Es habe eine grosse Explosion in einem Hafengebiet gegeben, ⁠in dem Drogen auf Boote verladen würden, sagte Trump am Montag. «Wir haben alle Boote getroffen, und jetzt haben wir das Gebiet ‌getroffen.»

Es war zunächst unklar, welches Ziel getroffen worden sein soll und welcher Teil der US-Regierung den Angriff ausgeführt hat. Auf die Frage, ob der Geheimdienst CIA dafür verantwortlich sei, sagte Trump: «Ich weiss genau, wer es war, aber ich will nicht sagen, wer es war.»

Trump vor Gebäude.
Legende: Trump hat den US-Angriff vor Journalisten bestätigt. REUTERS/Jonathan Ernst

Weitere Details, etwa ob und wenn ja, wie viele Menschen bei dem Angriff getötet wurden, nannte Trump nicht. Auch Einzelheiten zur Art des Schlags fehlen.

SRF-Korrespondent: «Weitere Eskalation»

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Einschätzung von SRF-Korrespondent Roger Aebli

«Dies stellt eine weitere Eskalation im Konflikt zwischen den USA und Venezuela, der seit September andauert, dar. Trump hatte im Oktober zwar gesagt, dass er Einsätze der CIA in Venezuela grundsätzlich genehmigt habe. Doch wer diese Operation nun durchgeführt hat, ist unklar. Abgesehen von Trumps Bestätigung des Angriffs gab es bislang keine weiteren Äusserungen aus der Trump-Regierung. Kritik an der Haltung des US-Präsidenten gegenüber dem südamerikanischen Land gibt es nicht nur von den Demokraten. Auch aus den eigenen Reihen gibt es leise oder weniger leise Kritik. Denn Trump hatte versprochen, sich primär um die Probleme der eigenen Bevölkerung zu kümmern und nicht im Ausland zu intervenieren.»

Der US-Sender CNN berichtet mittlerweile unter Berufung auf «gut informierte Quellen» von einem Drohnenangriff auf eine Hafenanlage an Venezuelas Küste – und zwar durch den US-Auslandsgeheimdienst CIA. Dieser sowie das Weisse Haus und das Pentagon lehnten eine Stellungnahme ab.

Weiteres mutmassliches Drogenboot versenkt

Die USA haben in den vergangenen Monaten mehrere Boote in der Karibik und im Pazifik angegriffen, die angeblich Drogen schmuggelten. Auch kurz nach Trumps Bekanntgabe eines Angriffs auf venezolanischem Festland: So bestätigt das zuständige Militärkommando Southcom, dass ein weiteres, mutmasslich mit Drogen beladenes Boot im östlichen Pazifik versenkt worden sei. Es sei auf einer bekannten Schmuggelroute unterwegs gewesen und gehöre zu einer als Terrororganisation deklarierten Gruppe. Zwei Verdächtige seien bei dem Angriff getötet worden.

Seit Anfang September greifen die US-Streitkräfte immer wieder Schnellboote in der Karibik und im Pazifik an, die mit Rauschgift beladen sein sollen. Bei bislang rund 30 Attacken wurden offiziellen Angaben zufolge über 100 Menschen getötet. Ausserdem wurden Soldaten, Kriegsschiffe, ein Flugzeugträger und ein Langstreckenbomber in die Region nahe Venezuela verlegt.

Das Vorgehen begründet die US-Regierung mit dem Kampf gegen Drogenkartelle. Venezuelas Präsident Nicolás Maduro sieht dahinter aber den Versuch, einen Machtwechsel im Land zu erzwingen.

Im Oktober hatte Trump dann öffentlich bestätigt, dass er auch verdeckte Einsätze des Auslandsgeheimdienstes CIA in Venezuela genehmigt habe. In den vergangenen Wochen haben US-Streitkräfte zudem mehrere Öltanker unter ihre Kontrolle gebracht.

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SRF 4 News, 25.12.2025, 9 Uhr ; 

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