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EU schlägt Zollabbau vor Trump: «Angebot ist nicht gut genug»

  • US-Präsident Donald Trump hat ein Angebot der EU zur Aufhebung gegenseitiger Zölle auf Autos zurückgewiesen.
  • Die EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström hatte den USA zuvor einen entsprechenden Vorschlag unterbreitet.
  • Derweil rechnet Trump mit einem baldigen «Deal» mit Kanada.
Legende: Video US-Präsident lehnt Angebot der EU ab abspielen. Laufzeit 00:19 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 31.08.2018.

Das Angebot sei «nicht gut genug», sagte Trump am Donnerstag der Nachrichtenagentur Bloomberg. Wenige Stunden zuvor hatte die EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström erklärt, die EU sei bereit, ihre «Autozölle auf null zu reduzieren», wenn die USA dasselbe täten.

«Ihr Kaufverhalten ist, ihre Autos zu kaufen, nicht unsere Autos zu kaufen», sagte Trump mit Blick auf Verbraucher in der EU. Er drohte überdies mit einem Rückzug der USA aus der Welthandelsorganisation (WTO).

Die Europäische Union ist fast so schlimm wie China, nur kleiner.
Autor: Donald TrumpUS-Präsident

Reaktion aus Brüssel folgte prompt

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker liess die Abfuhr von Trump nicht auf sich sitzen. Im ZDF drohte er mit entsprechenden Gegenmassnahmen der EU, falls Washington nun doch höhere Auto-Importzölle verlangen sollte.

Angesichts der Handelsstreitigkeiten hatten sich Trump und EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker im Juli darauf verständigt, auf einen fast vollständigen Abbau von gegenseitigen Beschränkungen im Handel mit Industriegütern hinzuarbeiten. Der Autosektor wurde davon ausgenommen.

Nafta-Verhandlung auf Zielgeraden

In den Verhandlungen um ein neues Freihandelsabkommen zwischen den USA, Kanada und Mexiko steht laut dem US-Präsidenten derweil ein Durchbruch kurz bevor. «Ich denke, wir stehen kurz vor einem Deal», sagte Trump zu Bloomberg. Am Freitag geht der seit Tagen andauernde Nafta-Verhandlungsmarathon in die entscheidende Runde.

Legende: Video Ringen um Nafta-Abkommen abspielen. Laufzeit 03:16 Minuten.
Aus Tagesschau vom 31.08.2018.

Ob es dann schon ein klares Ergebnis geben wird, sei abzuwarten. «Kanada wird irgendwann einen Deal machen. Das könnte am Freitag sein oder innerhalb eines Zeitraum», sagte Trump. Kanadas Delegationsleiterin, Aussenministerin Chrystia Freeland, hatte am Donnerstag mehrfach mit dem US-Handelsbeauftragten Robert Lighthizer beraten und sich optimistisch gezeigt.

Kanada steht unter Druck, weil sich die USA und Mexiko bereits auf ein vorläufiges Abkommen bilateral geeinigt hatten.

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23 Kommentare

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  • Kommentar von Thomas F. Koch (dopp.ex)
    @Gubser: ich war einige Male drüben. Es ist OK, dass die heimische Autos fahren. Dann soll aber DT aktzeptieren, dass Europäer auch heimische Autos fahren. Wobei das eben auch nicht korrekt ist. Die SUVs werden im zweitgrössten BMW-Werk in den USA produziert. Auch andere europäische und japanische Hersteller produzieren in den USA. Wird im Handelsstreit gerne “vergessen“.
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  • Kommentar von Alex Volkart (Lex18)
    Trump will nur ein Abkommen dass massiv zu Gunsten der USA ausfällt. Dass kann und darf es nicht geben, denn dann ist ein Scheitern definitiv. Ein Abkommen hat nur eine lange Lebensdauer wenn beide Seiten gleich viel geben wie bekommen.
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  • Kommentar von Marcel Chauvet (xyzz)
    Als Gegenreaktion, sollte sich Trump erdreisten, auf weitere EU-Produkte Strafzölle zu erheben, täte sich für die EU ein weites Feld auf: US-amerikanische Unternehmen wie Google, Amazon, Facebook, Apple usw. erzielen in Europa horrende Umsätze, machen sich aber, was die Steuern betrifft, einen schlanken Fuß. Da gehört Steuergerechtigkeit und Chancengleichheit im Wettbewerb hergestellt, eingedenk des Umstandes, dass jede Klitsche um die Ecke vom Finanzamt erbarmungslos zur Kasse gebeten wird.
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