Erleichterung im Vorfeld: US-Präsident Donald Trump sieht vorerst von einem militärischen Eingreifen ab – und auch neue Strafzölle gegen europäische Länder, die sich hinter Grönland stellen, will er keine mehr erheben. Das sorgte bei vielen Staats- und Regierungschefs für Erleichterung. Nun ist die Rede von einem Abkommen von den USA zu Grönland und der Nato. Doch weder Dänemark noch Grönland sind über die Inhalte informiert, und auch beim EU-Sondergipfel in Brüssel ist weiterhin unklar, was das Abkommen zwischen den USA und der Nato genau beinhaltet.
Das plant die EU: Die Europäische Union will ihre Präsenz in der Arktis ausbauen und sich künftig entschlossener gegen Druck von aussen zur Wehr setzen. «Wir haben zu wenig in die Sicherheit der Arktis investiert», sagte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen vor den Medien. Deswegen sei es nun höchste Zeit, aktiv zu werden. Die EU habe bereits damit begonnen, in Grönland zu investieren. Im nächsten EU-Haushalt ab 2028 wolle man die finanzielle Unterstützung für Grönland verdoppeln, so von der Leyen weiter. Die Kooperation mit den USA und anderen Partnern solle im Bereich Sicherheit in der Arktis vertieft werden. Zudem müsse insbesondere in arktistaugliche Ausrüstung investiert werden – etwa in einen europäischen Eisbrecher.
Warnung an die USA: Dennoch warnten die EU Staats- und Regierungschefs die USA vor neuen Drohungen und betonten, das ausgesetzte Handelsabkommen mit Washington wieder auf den Weg bringen zu wollen. Das EU-Parlament hatte nach Trumps Besitzanspruch Grönlands die Ratifizierung eines transatlantischen Handelsabkommens ausgesetzt. Dänemarks Regierungschefin Mette Frederiksen betonte vor den Medien in Brüssel: «Wenn Europa zusammensteht – wenn wir klar und stark für unsere Interessen eintreten, zahlt sich das aus.»
So geht es weiter: Trotz der jüngsten Entwicklungen rund um den Grönland-Streit mit den USA bekennt man sich in der EU klar zur transatlantischen Partnerschaft. Längerfristig arbeite man daran, die Beziehungen zwischen der EU und Grönland zu verbessern, sagte Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. In diesem Zusammenhang kündigte sie ein «umfangreiches Investitionspaket» an, das Brüssel demnächst vorstellen wolle. Am Freitag soll es ein Gespräch zwischen der dänischen Regierungschefin Frederiksen und Nato-Chef Mark Rutte geben.
Das wurde noch diskutiert: Auch über das Handelsabkommen mit den südamerikanischen Mercosur-Staaten haben die 27 Staats- und Regierungschefs diskutiert. Sie bekräftigten ihren Willen, das Abkommen zügig voranzubringen. Das EU-Parlament hatte eine Umsetzung jetzt erst einmal aufgehalten. Dennoch gebe es immer noch die Möglichkeit, das Abkommen provisorisch in Kraft zu setzen. Darüber soll zu einem späteren Zeitpunkt entschieden werden, so Kommissionspräsidentin von der Leyen.