Zum Inhalt springen

Header

Video
Die Einschätzung von USA-Korrespondent Thomas von Grünigen zur Urteil
Aus 10 vor 10 vom 25.06.2021.
abspielen
Inhalt

Ex-Polizist Chauvin verurteilt Floyd-Prozess: «Hohe Strafe hat eine starke Symbolkraft»

Im Prozess um die Tötung des Afroamerikaners George Floyd vor gut einem Jahr hat das zuständige US-Gericht eine Haftstrafe von 22 Jahren und sechs Monaten gegen den verurteilten weissen Ex-Polizisten Derek Chauvin verhängt. USA-Korrespondent Thomas von Grünigen hat den Prozess verfolgt und spricht von einem symbolträchtigen Urteil.

Thomas von Grünigen

Thomas von Grünigen

USA-Korrespondent, SRF

Personen-Box aufklappenPersonen-Box zuklappen

Thomas von Grünigen ist seit Januar 2015 SRF-Korrespondent in New York. Zuvor arbeitete er in der «Rundschau»-Redaktion von SRF. Seine ersten Schritte im Journalismus machte er beim US-Sender ABC News und beim Lokalsender TeleBärn. Er hat an den Universitäten Freiburg und Bern sowie an der American University in Washington DC Medienwissenschaft, Journalistik und Anglistik studiert.

SRF News: Wie schätzen Sie dieses Strafmass ein?

Thomas von Grünigen: Das Strafmass ist in etwa im erwarteten Rahmen. Es gab allerdings Befürchtungen der «Black Lives Matter»-Bewegung, dass Chauvin auf Bewährung freikommen könnte. Das fand ich aber unrealistisch. Man konnte davon ausgehen, dass es mindesten 10 bis 15 Jahre sind. Der Richter machte schon bei früheren Hearings erschwerende Umstände geltend. Dies, weil ein 9-jähriges Kind die Tat anschauen musste. Aufgrund dieser traumatischen Erfahrungen ist nun das Strafmass deutlich höher ausgefallen.

Es wird vom Prozess des Jahres gesprochen. Welche Signalwirkung wird dieser Entscheid haben?

Der ganze Prozess ist schon ein Wendepunkt in der Geschichte der USA. Es gab in der Vergangenheit auch schon hohe Strafen gegen Polizisten. Das war aber immer die Ausnahme. Generell fühlte sich die schwarze Bevölkerung von der Justiz meist benachteiligt. Dass nun in diesem Fall eine hohe Strafe ausgesprochen wurde, hat eine starke Symbolkraft. Das kann vielleicht dazu beitragen, dass sie sich nicht mehr so sehr im Stich gelassen fühlen. Die Probleme, wie Rassismus oder Polizeigewalt, sind damit aber noch nicht gelöst.

Das Gespräch führte Bigna Silberschmidt.

10vor10, 25.06.2021 21.50 Uhr;

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

9 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Maria Müller  (Mmueller)
    Urteil: 22.5 Jahre Haft.

    Also ist halt eben doch nicht alles "weisse Willkür" in der US-Justiz.
  • Kommentar von Felix Meyer  (gegen unwahre Wahrheit)
    Da wurde ein Mann bewusst über 8 Minuten lang umgebracht. Dies von einer Person, die der Bitte, dem Flehen nach Luft, nicht nachkam, sie ignorierte. Ob D. Chauvin sich sicher wähnte nicht belangt zu werden? Auf jeden Fall wurde endlich ein Zeichen gesetzt, Polizei Willkür ist nicht länger straffrei. Somit können zukünftige ähnliche Taten nicht mehr mit Freispruch bewertet werden. Ich hoffe mit der versprochenen Budgetaufstockung können endlich adäquate Aus- und Weiterbildungen finanziert werden.
  • Kommentar von Ueli von Känel  (uvk)
    Ich würde mal sagen: Das ist das Mindestmass an Strafe, das hier angewendet wird. Weil dieser Polizist hat einen besonders grausamen Mord begangen, 2. Grades, geprägt von rassistischen Bewegungen in der Gesellschaft. Ich hoffe, dass dieses Urteil Symbolkraft hat; dass die Polizisten besser geschult werden und sie nicht rassistisch geprägt werden wie unter Trump&Co. Endlich muss der Traum von Martin Luther King "I have a dream" tatkräftig angestrebt werden;durchaus auch in Euroopa und weltweit.
    1. Antwort von Christian Casutt  (Christian_C_57)
      Ja natürlich, Herr von Känel - Auch hier sind selbstverständlich Trump und seine Wähler schuld. Warum können nicht alle bürgerlich-konservativen Mitbürger*innen zum heilbringenden Sozialismus bekehrt werden, dann wäre unsere Welt das reinste Paradies. Lieber Herr von Känel, Sozialismus sieht auf dem Papier immer gut aus, es sei denn, es ist ein Geschichtsbuch. Dass Sie allen „rechts von der Mitte“ regelmässig Moral und Gerechtigkeitssinn absprechen, ist nicht bloss unsachlich, sondern grotesk.
    2. Antwort von Christian Casutt  (Christian_C_57)
      2. Teil: Mindesmass an Strafe? In welchem Land der Welt müsste er länger ins Gefängnis? Dass Sie sogar den Mord an George Floyd für Ihr permanentes Trump- und Trump-Wähler*innen-Bashing missbrauchen, finde ich sehr unangebracht.
      Ich warte auf den Tag, an dem Sie sich mit gleicher Inbrunst entrüsten, wenn Linksradikale ganze Strassenzüge in Brand setzen oder Migranten straffällig werden (siehe Würzburf etc). Aber wahrscheinlich sind auch dort bürgerlich-konservative Mitbürger ursächlich schuld.