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Corona-Situation in Europa verschärft sich
Aus Tagesschau vom 21.10.2021.
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Fälle in mehreren Ländern Wie gefährlich ist die neue Corona-Variante AY.4.2?

Das israelische Gesundheitsministerium hatte am Dienstagabend den Nachweis einer Infektion mit AY.4.2, einer neuen Unterart der hochansteckenden Delta-Variante des Coronavirus, gemeldet. «Die Variante AY 4.2 wurde in Israel identifiziert», hiess es in einer Erklärung des Ministeriums. Davor wurde die Unterart in einer Reihe von Ländern in Europa entdeckt.

In mehreren Ländern nachgewiesen

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AY.4.2 wurde mittlerweile auch in Russland, den USA, Deutschland und weiteren Ländern nachgewiesen. Es sei möglich, dass sich die Variante weit verbreiten werde, sagte Kamil Chafizow, leitender Forscher der staatlichen Verbraucherschutzbehörde in Russland.

Wie gefährlich ist AY.4.2? Richard Neher forscht an der Evolution des Coronavirus. Die Variante werde die Verläufe vermutlich nicht schwerer machen. Aber die kontinuierliche Evolution zeige, dass das Veränderungspotential des Virus nicht erschöpft sei.

Richard Neher

Richard Neher

Biophysiker

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Der Biophysiker Richard Neher erforscht an der Universität Basel die Entwicklung von Viren und Bakterien. Er ist Teil der Corona-Taskforce des Bundes.

SRF News: Was weiss man über AY.4.2?

Richard Neher: Zusätzlich zur herkömmlichen Delta-Variante hat diese Untervariante zwei Mutationen im Spike-Protein an den Positionen 145 und 222. Die Mutation A222V wurde schon mehrfach beobachtet, unter anderem in Varianten, die im Sommer 2020 in Europa zirkulierten. Für sich genommen, hat diese Mutation keinen dramatischen Einfluss auf Übertragbarkeit oder Immunerkennung. Die Position 145 ist auch in der Variante Mu mutiert (allerdings zu N, nicht H). Diese Position ist in einer Region, die auch in anderen Varianten verändert ist und kann mögliche Antikörper-Bindung beeinflussen. Viel Konkretes ist aber über die Mutation noch nicht bekannt.

Wo ist sie überall bereits aufgetaucht?

Die Variante zirkuliert hauptsächlich in Grossbritannien und macht dort ca. 10 Prozent der sequenzierten Isolate aus. In den vergangenen Wochen hat AY.4.2 um gut 10 Prozent pro Woche zugenommen. AY.4.2 wird auch anderen europäischen Ländern beobachtet, allerdings meist seltener als 1 Prozent.

Wie gefährlich ist sie?

Ich kenne keine Hinweise, dass die Variante zu schwereren Verläufen führt. Eine eventuell schnellere Ausbreitung führt aber zu mehr Fällen.

Schützt die Impfung gegen die AY.4.2?

Soweit wir wissen ja.

Soweit wir wissen, schützt die Impfung gegen die Variante.
Autor:

Wird sich die Virus-Variante durchsetzen?

Schwer zu sagen. Die Variante hat in Grossbritannien stetig zugenommen, was bedeuten könnte, dass sie ca. 10-15 Prozent übertragbarer ist. Teile dieser Ausbreitung können vielleicht aber auch auf epidemiologische Ereignisse wie Superspreading-Events zurückgeführt werden.

Es könnte sein, dass die Variante ca. 10-15 Prozent übertragbarer ist.

Was bedeutet die neue Variante für die Corona-Massnahmen?

Selbst wenn diese Variante übertragbarer ist als Delta, ist der Zuwachs an Übertragbarkeit klein, verglichen mit den Sprüngen, die wir bei Alpha oder Delta beobachtet haben. Ich erwarte von der Variante keine grundlegende Veränderung der Lage. Aber die kontinuierliche Evolution zeigt, dass das Veränderungspotential des Virus nicht erschöpft ist.

Das Gespräch führte Benjamin Hostettler.

Tagesschau, 21.10.2021, 19:30 Uhr;

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47 Kommentare

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  • Kommentar von SRF News (SRF)
    Guten Abend liebe Userinnen und User
    Danke fürs Mitdiskutieren! Wir schliessen nun die Kommentarspalte und wünschen Ihnen einen schönen Samstagabend. Liebe Grüsse, SRF News
  • Kommentar von Frédéric Weil  (Derrick)
    Ich verstehe die Diskussion um veränderte Viren nicht: Es wird immer Mutanten geben, auch noch in 20 Jahren. Wir können uns doch nicht endlos in Angst und Schrecken begeben wegen irgendwelchen neuen Varianten. Vielleicht sollte man wirklich mal überlegen das Gesundheitswesen wie auch immer zu reformieren und endlich der Bevölkerungszahl anzupassen.
    1. Antwort von Daniel Epple  (Eppledh)
      Super Vorschlag!
      Preschen Sie vor und beginnen eine Ausbildung als Gesundheitsfachmann - mit Zusatzausbildung für IPS - wir schätzen Ihren Einsatz!
    2. Antwort von Marian Thieme  (mathie)
      Absolut vernünftiger Vorschlag. Aber aus bestimmten Gründen ist das offenbar nicht gewollt/nicht möglich.
      Ich bin ebenfalls für eine Reform des Gesundheitswesens. Ziel muss sein flexibel auf solche Ereignisse zu reagieren.
    3. Antwort von Andi Raschle  (aras)
      Herr Epple: Wieso so gehässig? Ich bin auch dafür, dass Gesundheitsystem zu reformieren. Dabei muss zwingend das Gesundheitspersonal einbezogen und vor allem deren Lebensumstände verbessert werden. Dazu gehören einfach auch entsprechend fortschrittliche Anstellungsbedingungen mit einem anständigen Salat. Mein Vater war 40 Jahre in der Pflege und habe miterlebt, was in geärgert hat.
    4. Antwort von Esther Jordi  (ejejej)
      Herr Raschle, ich bezweifle doch stark, dass ein "anständiger Salat" das Problem lösen kann. ;-)
    5. Antwort von kurt trionfini  (kt)
      Herr Weil: Ungern ergänze ich ihren Vorschlag um diese - Zynische! - Variante:
      "Wir können uns doch nicht weiter in Angst und Schrecken begeben wegen brennender Wohnungen und Häuser". Ersparen wir uns die aufwendigen Löschaktionen und investieren lieber in den Ausbau der
      (Intensiv-) Pflegeplätze für die Opfer von Rauchvergiftungen und Verbrennungen.
  • Kommentar von Andy Gasser  (agasser)
    Was Delta hier angerichtet hätte, ohne Impfung, lässt sich nur erahnen. Indien hat Delta ja mit noch sehr tiefen Impfrate damals brutal erwischt. Und dort ist die Bevölkerung sehr Jung, weshalb es deutlich weniger schwere Verläufe gab als es hier gegeben hätte. Wer das nicht sehen will, ist in seiner Ignoranz Blind gegenüber Tatsachen.