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Polizeichef: «Das entspricht nicht unseren Regeln»
Aus SRF News vom 06.04.2021.
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Fall George Floyd «Es hätte aufhören müssen, als Floyd aufhörte, sich zu wehren»

  • Medaria Arradondo, Polizeichef von Minneapolis, hat gegen den ehemaligen Polizisten Derek Chauvin im George-Floyd-Prozess ausgesagt.
  • Chauvins Verhalten habe in keiner Weise den polizeilichen Richtlinien entsprochen, so Arradondo.
  • Arradondo hatte bereits kurz nach dem Vorfall von Mord an George Floyd gesprochen.

«In keiner Weise» entspreche es den Richtlinien, der Ausbildung oder der Ethik und Werte der Polizei, dass Chauvin sein Knie auch dann noch auf den Nacken von Floyd gepresst habe, als dieser bereits auf dem Bauch am Boden lag, die Hände hinter dem Rücken gefesselt hatte und keinen Widerstand mehr zeigte, sagte Medaria Arradondo am Montag im Zeugenstand.

«Es hätte aufhören müssen, als Herr Floyd aufhörte, sich zu wehren, und ganz gewiss als er in Not war und versucht hat, das zu verbalisieren», sagte Arradondo. Chauvin habe nicht nur Richtlinien zum Einsatz von Gewalt verletzt, sondern es auch versäumt, Vorschriften zur Deeskalation und Hilfeleistung zu befolgen. Der schwerwiegendste Anklagepunkt lautet nun auf Mord zweiten Grades ohne Vorsatz. Im Bundesstaat Minnesota stehen darauf bis zu 40 Jahre Haft.

Was war im Mai 2020 passiert?

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Der 46-jährige George Floyd war am 25. Mai 2020 in Minneapolis bei einer brutalen Festnahme ums Leben gekommen. Videos haben dokumentiert, wie Polizisten den unbewaffneten Floyd zu Boden drückten. Der nun Angeklagte Ex-Polizist Derek Chauvin presste dabei sein Knie rund acht Minuten lang an Floyds Hals, während dieser flehte, ihn atmen zu lassen. Floyd verlor der Autopsie zufolge das Bewusstsein und starb. Die Beamten hatten Floyd wegen des Verdachts festgenommen, mit einem falschen 20-Dollar-Schein bezahlt zu haben.

Nach seinem Tod kam es monatelang zu Massenprotesten gegen Polizeigewalt und Rassismus – und das mitten in der Corona-Pandemie. Videos haben das Vorgehen der Beamten gegen den unbewaffneten Mann dokumentiert. Arradondo hatte die vier am Einsatz beteiligten Polizisten entlassen.

SRF 4 News, 30. März 2021, 7:30 Uhr;

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25 Kommentare

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  • Kommentar von Beat Kessler  (KLERUS)
    In unseren Breitengraden darf bei einer Arretierung keinerlei Druck auf Rücken, Hals oder Kopf gelegt werden. Der Druck wird durch die Blockierung der Schulter mit dem einen Knie erzeugt und der Schmerz wird mit dem anderen Knie in kontrollierter Dosis erzeugt. Vorteil dieser Arretierungstechnik ist, dass man beide Hände frei hat und somit mehr Optionen offen stehen, wie zum Beispiel das Rufen weiterer Einsatzkräfte! Mit freundlichen Grüßen
  • Kommentar von Ueli von Känel  (uvk)
    Das Verhalten des Polizisten hat natürlich den Polizeirichtlinien nicht entsprochen. Wenn jemand 8 Minuten lang auf dem Hals des Opfers kniet, quält und es dann stirbt, so ist dies m. E. mindestens Mordes 2. Grades. M. E. könnte gut auf Mordes 1. Grades befunden werden. Die rassistisischen Affinitäten in solchen Zusammenhängen sind schier unerträglich und müssen klar als solche benannt werden. Aber nach der Repression braucht es auch eine Politik, die dem Rassismus viel besser entgegenwirkt.
    1. Antwort von Maciek Luczynski  (Steine)
      Auch eine Grundsätzliche Umstellung in der (Selbst-)Wahrnehmung der Polzisten, vom "Soldaten" zu "Wächter"

      Aber für so etwas braucht es Jahrzehnte.
    2. Antwort von Mike Huber  (Jesus)
      @ uvk: Was ist der Unterschied zwischen Mordes 1. und 2. Grades?
    3. Antwort von Ueli von Känel  (uvk)
      Herr Huber: Es ist nicht etwa meine eigene Kreation eines Unterschiedes. Mord 2.Grades ist Tötung ohne Vorsatz. Mord 1.Grades ist vorsätzliche, geplante Tötung eines Menschen. Juristisch liegt hier eigentlich wahrscheinlich „nur“ Mord 2. Grades vor, aber für das zu Tode-Quälen, solange Zeit, wäre m.E. eine Verurteilung des Mordes 2.Grades zu wenig.
    4. Antwort von Mike Huber  (Jesus)
      Also fahrlässige Tötung = Mord 2. Grades?
  • Kommentar von hans schwarz  (ks)
    ... und ich frage mich immer wieder: Er hat doch gewusst, dass gefilmt wird? Was wäre passiert, wenn nicht gefilmt worden wäre? Für mich ists Vorsatz.
    1. Antwort von Martin J. Pérez  (MJP)
      Da waren noch weitere Polizisten drum rum, keiner empfand die Situation als übertrieben oder unangebracht sonst müsste man ja fragen wieso wurden die nicht mitangeklagt wegen Beihilfe oder weil sie nicht einschritten.

      Ich denke hier wird ein Mann zum Sündenbock gemacht für ein grundsätzliches Problem.
    2. Antwort von Michel Koller  (Mica)
      @MJP: Die anderen Polizisten werden in einem getrennten Verfahren wegen Beihilfe angeklagt.
    3. Antwort von Maciek Luczynski  (Steine)
      Ich glaube nicht, dass der Polizist, sich dessen bewusst war, dass sein Verhalten gefilmt wird.
      Vor allem auch in den USA sind sich viele Polizisten dessen nicht bewusst, wie schnell/einfach Fehlverhalten (weltweit) publiziert werden können.
      Deswegen reagieren sie weiterhin wie gewohnt, und decken sich dann auch gegenseitig.
    4. Antwort von Martin J. Pérez  (MJP)
      2 Verfahren für die gleiche Tat?
    5. Antwort von Martin J. Pérez  (MJP)
      @Steine in den USA haben viele Polizisten Bodycams oder Cameras in Streifenwagen und werden ständig gefilmt. Denke schon die sind sich dessen bewusst.
    6. Antwort von Michel Koller  (Mica)
      @MJP: Das ist normal. Ein Verfahren für den Hauptbeschuldigten mit den entsprechenden Anklagepunkten und ein Verfahren für die Nebenbeschuldigten mit anderen Anklagepunkten. Jeder Beschuldige kriegt zum Ende ein Verfahren.
    7. Antwort von Hans Zimmermann  (holomorph)
      Dass der Täter hier gemordet hat, obwohl er wusste dass er gefilmt wurde, ist der eigentliche Eklat. Der Täter muss wirklich geglaubt haben, dass er mit einem Mord an einem Schwarzen als Polizist davonkommt. Und das zeigt wie schlimm die Verhältnisse in den USA sind erst wirklich auf.
    8. Antwort von Maciek Luczynski  (Steine)
      @Martin J. Pérez (MJP)
      Es haben viele, aber nicht alle Polizisten eine Bodycam.
      Und die Aufnahmen davon bleiben bei der Polizei.

      Daher denke ich weiter, dass es vielen Polizisten immer noch nicht bewusst ist, dass sie im öffentlichen Raum jederzeit aufgezeichnet und (quasi Live) publiziert werden können. Und wie einfach das es heute geht.
      Was ist eigentlich aus dem neuen Polizeigesetz in Frankreich geworden, der solche (Beweis-)Aufnahmen hätte verbieten wollen?