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Fall George Floyd: Juristische Aufarbeitung beginnt
Aus Tagesschau vom 29.03.2021.
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Verfahren gegen Ex-Polizisten Prozessauftakt im Fall George Floyd: Das müssen Sie wissen

Fast ein Jahr nach der Tötung des Afroamerikaners George Floyd bei einem Polizeieinsatz in den USA beginnt der Prozess gegen den Ex-Polizisten Derek Chauvin: Die Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Worum geht es? Der 46-jährige George Floyd war am 25. Mai 2020 in Minneapolis bei einer brutalen Festnahme ums Leben gekommen. Videos haben dokumentiert, wie Polizisten den unbewaffneten Floyd zu Boden drückten. Der nun Angeklagte Ex-Polizist Derek Chauvin presste dabei sein Knie rund acht Minuten lang an Floyds Hals, während dieser flehte, ihn atmen zu lassen. Floyd verlor der Autopsie zufolge das Bewusstsein und starb. Die Beamten hatten Floyd wegen des Verdachts festgenommen, mit einem falschen 20-Dollar-Schein bezahlt zu haben.

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Aus dem Archiv: Prozess im Fall George Floyd beginnt
Aus Tagesschau vom 08.03.2021.
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Welche Strafe droht dem Angeklagten? Derek Chauvin wird unter anderem Mord zweiten Grades vorgeworfen, worauf im Bundesstaat Minnesota bis zu 40 Jahre Haft stehen. Sollte er für Mord dritten Grades oder Totschlag verurteilt werden, sind die Maximalstrafen 25 respektive zehn Jahre. Der Ex-Polizist ist derzeit auf Kaution frei, muss aber während des Prozesses anwesend sein.

Wann wird mit einem Urteil gerechnet? Die Verhandlung hat am Montagnachmittag (MESZ) unter schweren Sicherheitsvorkehrungen in der Stadt Minneapolis begonnen. Das Gericht hatte vergangene Woche die Auswahl der Geschworenen abgeschlossen.

Richter Peter Cahill geht davon aus, dass das Hauptverfahren bis zu einem Monat dauern könnte. Der Prozess wird live übertragen. Die 12 Geschworenen und zwei Ersatzleute, die letztlich über Chauvins Schuld oder Unschuld befinden werden, sollen dabei aber nicht gezeigt werden. Ihre Identität wird aus Sicherheitsgründen bis auf Weiteres geheimgehalten.

Schwer bewaffnete Nationalgardisten
Legende: Bereits die Auswahl der Geschworenen für den Prozess wurde durch die schwer bewaffnete Nationalgarde gesichert (8. März 2021. Keystone

Was sagt der Angeklagte Derek Chauvin zu den Vorwürfen? Chauvin hat auf nicht schuldig plädiert. Seine Verteidiger erklären, der Einsatz gegen Floyd sei gerechtfertigt gewesen, weil dieser Widerstand geleistet habe. Zudem argumentieren sie, dass Floyds Tod nicht auf Gewalteinwirkung zurückgehe, sondern vor allem auf dessen vorbelastete Gesundheit und Rückstände von Drogen in seinem Blut.

Was sagt die Familie von George Floyd? «Das ist kein schwieriger Fall», erklärte einer der Anwälte von Floyds Familie, Ben Crump. «George Floyds Tod wurde von mehr Menschen bezeugt als jeder andere, weiss oder schwarz. Wir haben alle das Gleiche gesehen: Den unwiderlegbaren und nicht zu rechtfertigenden Mord an einem schwarzen Mann durch einen Polizeibeamten», schrieb Crump auf Twitter.

«Was George Floyd getötet hat, war eine Überdosis an exzessiver Gewalt», sagte Crump weiter dem Sender CNN. Die Verteidiger des Angeklagten würdem wohl vor Gericht versuchen, Floyds Ansehen in Verruf zu bringen. Doch die Tatsache, dass Rückstände von Drogen in Floyds Blut gefunden wurden, lenke nur von der eigentlichen Todesursache ab: dass Chauvin sein Knie minutenlang in Floyds Nacken gepresst habe.

Gab es nicht bereits ein Urteil in diesem Fall? Die Stadt Minneapolis hatte sich erst kürzlich in einem zivilrechtlichen Verfahren wegen des Handelns der Polizei mit Floyds Familie auf eine Vergleichszahlung von 27 Millionen Dollar geeinigt. Das strafrechtliche Verfahren ist davon nicht direkt betroffen.

Wer ist auch noch angeklagt? Neben Chauvin sind drei weitere am Einsatz beteiligte Ex-Polizisten angeklagt, die in einem separaten Verfahren ab dem 23. August vor Gericht stehen werden. Ihnen wird Beihilfe zur Last gelegt. Auch ihnen könnten langjährige Haftstrafen drohen.

SRF 4 News, 23.03.2021, 20.30 Uhr;

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11 Kommentare

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  • Kommentar von Benedikt Walchli  (Baenzi)
    Stark verzerrte Darstellung zugunsten von Floyd. Entscheidende Fakten werden einfach unterschlagen, Bitte Googeln sie nicht nur in den MSM's um der Wahrheit auf die Spur zu kommen.
    1. Antwort von Ueli von Känel  (uvk)
      Herr Walchli: Wie können Sie nur so herzlos den Mord an Floyd verharmlosen?: 8 Minuten lang das Knie auf dessen Hals pressen und ihn qualvoll ersticken sehen?. Stimmen Sie nun in den Chor ein, der Rassismus verharmlost? Trump&Co haben durch ihre Politik, Schwarze zu diffamieren, den Rassismus angeheizt,. Dass hier noch Freispruch des Polizisten möglich ist, spottet jeglicher seriöser Rechtsprechung, die frei von Rassismus sein sollte, es aber nicht ist.
    2. Antwort von Jim Brunner  (JimB)
      @Baenzi: Meines Erachtens fehlen keine entscheidende Fakten. Was sie meinen sind Nebelpetarden und unverschämtes „victim blaming“ bzw. schlecht übersetzt: Täter-Opfer-Umkehrung.
    3. Antwort von David Herzog  (DHZ)
      @Walchli: Ganz egal, was Floyd für ein Mensch war, nichts rechtfertigt einen solch brutalen Mord. Ich kann mir kein Szenario vorstellen, wo es für eine Verhaftung nötig wäre, 8 Minuten lang jemandem das Knie ins Genick zu pressen.
      Abgesehen davon bin ich mir nicht sicher, ob man abseits der MSM (also dort wo man lesen kann, dass Biden möglicherweise ein Klon sei und 5G dazu da ist, die Menschen in ferngesteuerte Roboter zu verwandeln) der Wahrheit so richtig auf die Spur kommt.
    4. Antwort von Nadia Makita  (NadiaMakita)
      Und was genau rechtfertigt in Ihren Augen auf offener Strasse langsam und elendig zu ersticken?
  • Kommentar von Robin Meier  (MeiRo)
    Wegen des Verdachtes, mit einem falschen 20-Dollar-Schein bezahlt zu haben, wurde soviel Gewalt angewendet, dass George Floyd gestorben ist. Und der Polizist sitzt nicht mal in Untersuchungshaft. Schrecklich und schrecklich traurig
  • Kommentar von Ueli von Känel  (uvk)
    Auch mit dem (Ver-)fluss der Zeit ist dieser Mord, dieses Ersticken von George Floyd nicht weniger schrecklich. Mindestens so schrecklich sind all die Relativierungen dieser Tat: Indem gesagt wird,Floyd sei kriminell gewesen;oder der Polizist habe handeln müssen.Dann kamen die Kondolenzen von DT&Co nur halbherzig, von jenen, die den Rassismus noch befeuert hatten, deswegen auch die zunehmende Polizeigewalt.Dass hier sogar noch Freispruch möglich ist, zeigt wie nicht immer Recht gesprochen wird.
    1. Antwort von Marti Müller  (Co2=Leben)
      Inwiefern haben DT&Co den Rassismus befeuert?
    2. Antwort von Ueli von Känel  (uvk)
      Marti Müller: Das fragen Sie noch? Die Antworten können Sie sich durch Googeln beschaffen.
    3. Antwort von Ueli Meier  (meimei)
      @Müller DT+ haben mit rassistischen Sprüchen und scheinheiligen Fragen latente und offensichtliche Rassisten befeuert, insofern haben sie den Rassismus befeuert