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Minneapolis zahlt Schmerzensgeld: 27 Millionen US-Dollar für die Familie Floyd
Aus SRF 4 News aktuell vom 13.03.2021.
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Fall George Floyd Minneapolis zahlt George Floyds Familie 27 Millionen Dollar

  • Fast ein Jahr nach dem Tod von George Floyd bei einem Polizeieinsatz in Minneapolis hat sich die Stadt mit der hinterbliebenen Familie auf einen Vergleich in Höhe von 27 Millionen US-Dollar (etwa 25.1 Millionen Schweizer Franken) geeinigt.
  • Das berichteten unter anderem die «New York Times» und der Nachrichtensender «CNN».
  • Der Stadtrat der Grossstadt im Bundesstaat Minnesota habe den Vergleich in einer Sitzung am Freitag einstimmig gebilligt.

Nach Floyds Tod am 25. Mai vergangenen Jahres hatte die Familie die Stadt sowie vier am Einsatz beteiligte Polizisten verklagt. Der Stadtverwaltung wurde «bewusste Gleichgültigkeit» vorgeworfen. Sie habe es versäumt, gegen gefährliche Polizeipraktiken vorzugehen und ihre Polizeibeamten richtig zu schulen. Damit habe sie eine Kultur exzessiver Gewalt und Straflosigkeit gefördert.

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Aus dem Archiv: Prozess im Fall George Floyd beginnt
Aus Tagesschau vom 08.03.2021.
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Der unbewaffnete Floyd war bei der Festnahme getötet worden. Der weisse Polizist presste sein Knie minutenlang auf Floyds Hals, obwohl dieser flehte, ihn atmen zu lassen. Nach der Tötung gab es in den USA und weltweit in Grossstädten monatelang Massenproteste gegen Polizeigewalt und Rassismus. Die Polizisten hatten Floyd wegen des Verdachts festgenommen, mit einem falschen 20-Dollar-Schein bezahlt zu haben. Sie wurden entlassen und angeklagt.

Geld bringe Floyd nicht zurück, aber...

Die Stadtratspräsidentin Lisa Bender bekundete später an einer Pressekonferenz ihre Trauer. Sie sagte: «Ich weiss, dass kein Geldbetrag Floyd zurückbringen kann. Ich möchte die Familie Floyd nur wissen lassen, wie sehr wir mit ihnen fühlen.»

Der Vergleich ist ein Weg, um Gerechtigkeit einzufordern. Viele Afroamerikanerinnen und -amerikaner misstrauen fairen Prozessen des US-Rechtssystems.
Autor: Ben CrumpAnwalt der Familie Floyd

Nach der Einigung mit der Familie Floyd war vorerst nicht sofort klar, wie sich der Vergleich auf den Hauptprozess auswirken könnte. Der Anwalt der Familie Floyd, Ben Crump, sagte: «Der Vergleich sendet eine starke Botschaft, nämlich dass das Leben von Schwarzen eine Rolle spielt und Polizeibrutalität in diesem Zusammenhang ein Ende haben muss.»

Crump sagte weiter: «Der Vergleich ist ein Weg, um Gerechtigkeit einzufordern. Viele Afroamerikanerinnen und -amerikaner misstrauen fairen Prozessen des US-Rechtssystems und schlagen den mühseligen Rechtsweg deswegen gar nichts erst ein.»

Gericht sucht Geschworene

Derzeit läuft vor einem Gericht in Minneapolis die Auswahl der Geschworenen für den Prozess gegen den Hauptangeklagten. Zur Last gelegt wird ihm Mord zweiten Grades ohne Vorsatz. Darauf stehen bis zu 40 Jahre Haft. Zudem wird ihm Totschlag zweiten Grades vorgeworfen, was mit zusätzlich 10 Jahren Haft geahndet werden könnte. Der Richter liess auch den Anklagepunkt Mord dritten Grades zu, worauf bis zu 25 Jahre Haft stehen. Das Hauptverfahren soll am 29. März beginnen.

Auch den drei weiteren beteiligten Ex-Polizisten könnten im Fall einer Verurteilung langjährige Haftstrafen drohen. Sie stehen in einem separaten Verfahren vor Gericht, das erst am 23. August beginnen soll.

SRF 4 News aktuell, 12.03.2021, 23:00 Uhr;

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28 Kommentare

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  • Kommentar von Martin Meier  (M.Meier)
    Erhalten die Opfer von Floyds Gewalttaten auch einen Teil dieser 27 Millionen?
    Er war unter anderem wegen einem bewaffneten Einbruchs bei dem er eine Waffe auf eine schwangere Frau richtete verurteilt. Ich hoffe sie klagt jetzt gegen die Erben auf Schadenersatz.
  • Kommentar von Ueli von Känel  (uvk)
    Während 8 Minuten jemandem den qualvollen Erstickungstod zuzufügen, ist m.E. Mord ersten Grades, besonders verwerflicher Mord. Was wird da noch lange Geld und Energie verbraten? Komische Justiz dort.
  • Kommentar von Max Wyss  (Pdfguru)
    Dies ist, IMHO, nicht ein gutes Zeichen.

    Aus anderen Quellen verlautet, dass die Stadtregierung extrem polizeifreundlich sei. Mit diesem Vergleich wird offensichtlich versucht, die Beamten und sich selbst aus der juristischen Schusslinie zu nehmen.

    Dass man Angst hat, zeigt die Höhe des Betrags. (der für die Stadt immer noch billiger kommt, als die Polizei und die eigene Politik ernsthaft zu überarbeiten)