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China erlaubt drei Kinder pro Familie
Aus Rendez-vous vom 31.05.2021.
abspielen. Laufzeit 03:16 Minuten.
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Familienpolitik in Fernost China erlaubt Paaren neu drei Kinder

  • China lockert seine Familienpolitik und erlaubt Paaren künftig drei Kinder, wie das Politbüro der Kommunistischen Partei in Peking beschlossen hat.
  • Grund dafür ist der unerwartet massive Geburtenrückgang und die schnelle Überalterung der chinesischen Gesellschaft.
  • Diese «Optimierung der Geburtenpolitik» soll helfen, die Bevölkerungsstruktur zu verbessern. Das berichtete die Nachrichtenagentur Xinhua.

Der Beschluss fiel nur drei Wochen nach der Veröffentlichung der jüngsten Volkszählung. Demnach droht das bevölkerungsreichste Land in wenigen Jahren zu schrumpfen. Als Gründe nannten Experten die jahrzehntelange Ein-Kind-Politik sowie die hohen Kosten für Wohnraum und Ausbildung. Auch hätten sich viele Chinesen daran gewöhnt, nur ein Kind zu haben.

Fallende Geburtenrate seit Jahren

In den vergangenen zehn Jahren ist Chinas Bevölkerung nur noch um jährlich 0.53 Prozent auf rund 1.4 Milliarden Menschen gewachsen – so langsam wie seit Jahrzehnten nicht mehr.

Die seit 1979 geltende Ein-Kind-Politik war 2015 aufgehoben worden und durch eine Zwei-Kind-Politik ersetzt worden. Die Wende hatte aber nur 2016 zu einem leichten Anstieg der Geburten geführt. Seither ist die Zahl jedes Jahr gefallen. Statistisch bekommt eine Frau 1.3 Kinder.

Vier chinesische Babys in einem Wagen
Legende: Diese chinesischen Vierlinge sind eine seltene Ausnahme: Im Durchschnitt bekommt eine Frau in China zurzeit 1.3 Kinder. Reuters

Chinesische Zentralbank warnt

China liegt damit auf dem Niveau von alternden Gesellschaften wie den Industrieländern Japan und Italien. Die Zentralbank hat in der jüngeren Vergangenheit mehrfach auf die demografischen Veränderungen hingewiesen.

Diese könnten zu wirtschaftlicher Stagnation, sinkender Sparquote und fallenden Vermögenspreisen führen, während das derzeitige Rentensystem schlecht auf den Alterungsprozess vorbereitet sei. Der Anteil der Menschen, die 65 Jahre und älter sind, lag im Jahr 2020 bei 13.5 Prozent, nachdem es 2010 nur 8.87 Prozent waren.

SRF 4 News, 31.01.2021, 10:30 Uhr;

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32 Kommentare

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  • Kommentar von René Baron  (René Baron)
    Der chinesischen Presse zur Folge wird diese Entscheid von flankierenden Massnahmen begleitet:
    - tiefere Ausbildungskosten für Familien
    - Steuererleichterung und Unterstützung bei der Wohnungssuche
    - Gleichberechtigung für arbeitende Frauen
    - Abschaffung der Mitgift
    - Ausbildung der Jungen in Sachen Liebe und Partnerschaft
    ob's nützt? - Keine Ahnung. Aber nachdem die Erhöhung 2016 von 1 auf 2 Kinder nicht den gewünschten Erfolg gebracht hat, scheint man nun weiter zu denken.
  • Kommentar von Beni Fuchs  (BFX)
    Das Wort Wirtschaftswachstum sollte man dringendst verbieten. (...) Bäume hören auf zu wachsen, wenn sie genug gross sind. Wenn wir nicht Nachhaltigkeit und Ethik als aktuelle Wirtschaftsziele definieren, ists eh bald um unsre Spezies geschehen... was die Natur jedoch zu verschmerzen vermag...
  • Kommentar von Werner Gürr  (FrMu)
    Die KPC wird merken, dass eine Geburtenrate, die mittels staatlicher Massnahmen im weitesten Sinn in den Keller getrieben wurde, nicht mehr zu erhöhen ist. Jedenfalls nicht auf freiwilliger Basis. Deshalb ist es gut vorstellbar, dass die KPC den riesigen Apparat, den sie zwecks Kontrolle der Geburtenrate aufgebaut hat, umprogrammiert, um eine Erhöhung der Geburtenrate auf Zwangsbasis zu erzielen. Gleichzeitig würde man schauen, dass nur die "richtigen" Leute möglichst viele Kinder haben.
    1. Antwort von Andreas Müller  (Hugh Everett)
      WIe funktioniert denn dieser riesige Apparat zwecks Kontrolle genau?
    2. Antwort von Maciek Luczynski  (Steine)
      "WIe funktioniert denn dieser riesige Apparat zwecks Kontrolle genau?"
      Über das Punkte System.
      Nur wer die richtige Anzahl von Kinder (gem. an seinem Stand) "produziert" wird als "guter Bürger" gewertet und bekommt die entsprechenden Privilegien.