Zum Inhalt springen

International «Für Syrien gibt es nichts ausser der UNO»

Der Krieg in Syrien war bei der diesjährigen UNO-Generaldebatte in New York das dominierende Thema. Doch die UNO scheint beim aktuell blutigsten Konflikt der Welt ohnmächtig. Für Aussenminister Didier Burkhalter steht fest: Daran sind nicht die Vereinten Nationen, sondern die Mitgliedstaaten schuld.

Bundesrat Didier Burkhalter an einem Rednerpult.
Legende: «Die Ereignisse in Syrien haben alles geändert», sagt Bundesrat Didier Burkhalter zu den jüngsten Verhandlungen. Keystone

SRF News: Können Sie verstehen, dass viele Leute die UNO als nutzlos ansehen?

Didier Burkhalter: Ja, ich habe dafür Verständnis. Zu Beginn der UNO-Generaldebatte bestand noch die Hoffnung auf einen Fortschritt in Syrien, mit der Waffenruhe und Verhandlungen für eine politische Lösung. Doch dann haben die Ereignisse alles geändert. Nun ist es wieder sehr schwierig. Deshalb habe ich Verständnis für eine solche Reaktion. Auf der anderen Seite: Was ist die Alternative?

Haben Sie auch das Gefühl, dass die UNO so blockiert ist wie seit Langem nicht mehr?

Die Nationen, welche die UNO ausmachen, sind schuld an den Blockaden, nicht die UNO selbst. Die UNO kann nicht funktionieren ohne den klaren politischen Willen der verschiedenen Akteure und vor allem der Staaten. Wenn viele unterschiedliche geopolitische Interessen mit im Spiel sind, wird es für die UNO sehr schwierig. In der Ukraine zum Beispiel machte nicht die UNO, sondern die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) vorwärts. Wenn wir mit einer anderen Organisation Fortschritte erzielen, ist eine Blockade der UNO nicht so schlimm. Aber im Fall von Syrien gibt es nichts ausser der UNO.

Die Schweiz war Gastgeberin für das Abkommen zwischen den USA und Russland zu Syrien, dem Genfer Kompromiss. Dieser scheint jedoch bereits Makulatur zu sein.

Dazu ist es noch zu früh. Beide Seiten – das sagten mir auch meine Kontakte – sehen dies nicht so, eine Waffenruhe sei immer noch möglich. Die Resolution, welche die Basis für das Ganze darstellt, sieht sogar keinerlei Vorbedingungen für Friedensgespräche vor. Das Problem ist aber: Wenn jetzt, also ohne Waffenruhe, zu Friedensgesprächen eingeladen wird, besteht die Gefahr, dass nicht viele kommen. Dann können keine wirklichen Friedensgespräche geführt werden, die eine Chance für eine politische Lösung sein könnten.

Das Interview führte Fredy Gsteiger.

11 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Ida Fischer (Ida Fiischer)
    In der UNO Carta steht dass keine Streitkräfte eingesetzt werden dürfen mit der Ausnahme dass das gemeinsame Wohl gefährdet wird. Keine Kriege war das Ziel. Das Prinzip des Nichteingreifens in die internen Angelegenheiten von Staaten ist ebenfalls in der Gründungsurkunde der UNO verankert. So lange man gemässigte Rebellen mit Waffen versorgt solange wird es keinen Frieden geben. Wie kann die UNO Kriege gegen den Terroismus gutheissen wenn Krieg für sich selbst bereits Terrorismus ist.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Christian Szabo (C. Szabo)
      Die mächtigen Staaten destabilisieren schon seit Urzeiten unliebsame Gegner mit Rebellen. Heutzutage übernehmen Rebellen/Terroristen das Gesamt-Paket von Demonstrationen, False flag-Operationen, Opfer spielen bis zur Übernahme. Die Finanzierer übernehmen ideologische Schulung, Training der heldenhaften Retter und selbstverständlich Ausrüstung plus Bonus.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von m. mitulla (m.mitulla)
      Die UNO ist mit der Nato durch Verträge verbunden. Darin ist die Zusammenarbeit zwischen UNO und Nato geregelt - überspitzt geagt, ist die Nato der militärische Arm der Uno. Sobald Russland und China das Vetorecht im Sicherheitsrat entzogen wird, kann die Nato ohne Rücksicht auf Verluste "im Auftrag der UNO" zuschlagen - weltweit.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von I. Bürgler (I.Bürgler)
    Und wo Herr Burkhalter ist die Uno auf den Malediven? Die UNO schimpft sich, die Menschenrechte zu schützen. Per 1.1.2008 wurde auf den Malediven über 700 (allen) Christen die Staatsbürgerschaft entzogen. Kirchen und Import christlicher Literatur ist verboten. Die UNO will sich mit dem Thema Malediven (UNO-Mitglied seit 21.9.1965) Ausbürgerung von Christen durch Moslems die Finger nicht verbrennen. Das interessiert die nicht. Die UNO hat kein Interesse Christen für Menschenrechte zu schützen?!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Werner Christmann (chrischi1)
    Wann war eigentlich Burkhalter das letzte Mal in der Schweiz, oder anders gefragt, hat der bereits einen Job bei der UNO angetreten?
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Ida Fischer (Ida Fiischer)
      Er wir wohl in die Fusstapfen unsres ehrenwerten alt BR Seppi Deiss treten.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen