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G20 in Buenos Aires Gemeinsame Abschlusserklärung ist schon ein Erfolg

Legende: Audio Hartes Ringen um Weltwirtschaftspolitik abspielen. Laufzeit 03:51 Minuten.
03:51 min, aus Echo der Zeit vom 01.12.2018.

Angesichts der niedrigen Erwartungen an den G20-Gipfel in Buenos Aires ist es schon ein Erfolg, dass es überhaupt eine gemeinsame Abschlusserklärung gibt.

Und trotzdem: Die wachsweichen Absichtsbekundungen zu wichtigen globalen Fragen wie Handel, Migration oder Klimaschutz können kaum darüber hinwegtäuschen, wie gross die Meinungsverschiedenheiten zwischen den Mitgliedern sind. Selbst um diese weichgespülten Formulierungen hatten die Unterhändler hart und lange gerungen.

Blamage erspart

Wie tief die Gräben sind, zeigt sich besonders deutlich beim Klimaschutz: Nur 19 der G20-Mitglieder bekennen sich in der Abschlusserklärung grundsätzlich zum Pariser Klimaabkommen, die USA nicht. Die 19+1-Formel, die schon beim letzten Gipfel in Hamburg erfunden wurde, erlaubt es den G20, das Thema Klimaschutz in der Abschlusserklärung immerhin zu erwähnen – und dem wichtigsten wirtschaftspolitischen Diskussionsforums weltweit eine grosse Blamage zu ersparen.

Dagegen fehlt in Buenos Aires zum ersten Mal in der G20-Geschichte eine gemeinsames Bekenntnis zum Kampf gegen Protektionismus. Es scheiterte an US-Präsident Donald Trump.

Die grösste Errungenschaft dieses Gipfels der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer ist die Verpflichtung, die Reform der Welthandelsorganisation WTO weiter voranzutreiben, auch wenn die Details offen bleiben. Es ist auch ein grundsätzliches Bekenntnis zu globalen Spielregeln im Handel – in Zeiten des Protektionisten Donald Trump keine Selbstverständlichkeit.

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18 Kommentare

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  • Kommentar von Eva Werle (Eva Werle)
    Wenn ich mir dieses kostspielige Affentheater so anschaue und anhöre, dann denke ich, dass es gut ist, wenn der Klimawandel das Überleben der Menschheit irgendwann zunichte macht. Man trifft sich zum Klimagipfel, einziges Resultat ist das Bekenntnis zur globalisierten Wirtschaft. Die haben es nicht besser verdient. Nur wer gibt ihnen das Recht, andere, verantwortungsbewusstere Menschen mit in den Untergang zu reissen?
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  • Kommentar von Bendicht Häberli (bendicht.haeberli)
    Bin seit 49 Jahren im Berufsleben. Noch kein einziges Mal habe ich erlebt, dass wenn jemand (sie/er/Organisation) etwas erklärt hat, anschliessend eine akzeptable Wirkung erzielt wurde. Man hat das Gefühl die Teilnehmer des G20 wollen sich rechtfertigen und die Tatsachen beschwichtigen, dass sie in der Vergangenheit nichts erreicht haben, aktuell nichts und somit auch in der Zukunft nichts erreichen werden. Hoffentlich war wenigstens das Diner das Geld wert.
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  • Kommentar von Olaf Schulenburg (freier Schweizer)
    Es ist also nicht mehr nur subjektiv sondern jetz auch objektiv bestätigt: Die Welt ist am Abgrund des kapitalistischen Egoismus gelandet. Wenn ich mich noch an die gewaltigen Erfolge solch grosser Treffen in unterschiedlichen Rahmen während des kalten Krieges erinnere und dann das heute. Wenigstens reden sie noch zusammen. Den nächsten Eskalationsschritt möchte ich mir noch gar nicht zu stark bewusst werden lassen. Naja, 80 Jahre ohne kontinentale Kriege ist ja schon mal 1malig für die Welt.
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