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Legende: Audio Johnson versucht als hemdsärmeliger Brexit-Premier aufzutreten abspielen. Laufzeit 01:18 Minuten.
Aus Info 3 vom 25.08.2019.
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G7-Akt Der Balanceakt des Briten

Kein anderer der Staats- und Regierungschefs steht auf dem G7-Gipfel in Biarritz so sehr unter Beobachtung wie der neue britische Premierminister Boris Johnson. Es ist seine Premiere im Kreis der grössten westlichen Industriemächte. Er versucht, nicht nur als hemdsärmeliger Brexit-Premier aufzutreten, sondern betont, Grossbritannien werde eine verantwortungsbewusste und solidarische Macht bleiben.

Fredy Gsteiger

Fredy Gsteiger

Diplomatischer Korrespondent, SRF

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Der diplomatische Korrespondent ist stellvertretender Chefredaktor bei Radio SRF. Vor seiner Radiotätigkeit war er Auslandredaktor beim «St. Galler Tagblatt», Nahost-Redaktor und Paris-Korrespondent der «Zeit» sowie Chefredaktor der «Weltwoche».

Das Augenmerk richtet sich auf jedes Wort, jede Geste von Premierminister Boris Johnson – bei den britischen Medien, aber auch weit darüber hinaus. Und nicht zuletzt bei den übrigen Staats- und Regierungschefs. Johnson ist sich dessen bewusst. Er vermied bisher die von ihm bekannten Peinlichkeiten und Provokationen. Zwar lieferte er sich mit EU-Ratspräsident Donald Tusk einen Schlagabtausch, wer denn Schuld wäre an einem vertragslosen Austritt Grossbritanniens aus der Europäischen Union, wer der "No-Deal-Man" wäre.

Dann betonte er aber, Grossbritannien wolle weiterhin international zusammenarbeiten, gerade auch mit den Europäern: Die Waldbrände am Amazonas, die Artenvielfalt, die Schulbildung in armen Ländern, die Freihandelsordnung – all das seien weiterhin auch britische Kernanliegen, für die er sich einsetzen wolle. Er sehe in diesen Fragen auch kaum Differenzen.

Zu Donald Trump hingegen, den man hier als natürlichen Partner des Brexit-Premiers sieht, da er nichts hält von der EU, ging Johnson ein wenig auf Distanz. Er fordert, die USA müssten Kompromisse eingehen für einen Freihandelsvertrag mit Grossbritannien. Und will so den Eindruck zerstreuen, er hänge an Trumps Rockschössen. Die eigentliche Herausforderung für Johnson ist indes der bilaterale Gesprächstermin mit dem US-Präsidenten – da muss er zeigen, ob er eher auf der Seite der europäischen Partner steht oder jener der Vereinigten Staaten.

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Daniel Schmidlin  (Queren life)
    Wenn ich Johnson wäre würde ich den Austrittsvertrag unterschreiben und mich dann einfach nicht daran halten. Da würde nicht viel passieren, da die EU andere existenzielle Sorgen hat.
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    1. Antwort von A. Keller  (eyko)
      Welchen Vertrag meinen Sie? Den von Theresa May? Einen anderen gibt es nicht. Den wollen die Briten aber nicht, da sie noch an die EU gebunden bleiben. Sonst bleibt nur der No Deal.
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    2. Antwort von Nicolas Dudle  (Nicolas Dudle)
      @Schmidlin: Sind Sie bereits so stark im autokratischen Denken verankert, dass Sie BJ die alleinige Macht zuschreiben, einen vom Parlament mehrfach verworfenen Vertrag zu unterzeichnen? - M.E. steckt da etwas viel Trumpismus, Putinismus, Xinismus, Erdoganismus und anderes Mus drin.
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  • Kommentar von Jean-Philippe Ducrey  (Jean-Philippe Ducrey)
    Solange man mit dem Recht des Stärkeren agiert, solange herrscht Stillstand, mit welchem man sich letztendlich selbst schadet. Aber die Deutschen sind bekannt dafür, dass sie ihre Stellung bis zum letzten Mann halten und der US Präsident hat den Fokus zu sehr aufs eigene Wohlergehen gerichtet. Da drohen Staaten wie Grossbritannien oder Italien in der Luft hängen zu bleiben. Zudem fragt man sich, was ein Tusk an einer G7 Veranstaltung zu suchen hat, Tusk ist Pole und die EU kein Staat.
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