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Legende: Video Tausende Menschen nehmen an Zeremonie in Christchurch teil abspielen. Laufzeit 00:36 Minuten.
Aus News-Clip vom 29.03.2019.
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Gäste aus 58 Ländern Mehr als 20'000 Menschen gedenken Christchurch-Opfern

  • Zwei Wochen nach dem Anschlag auf zwei Moscheen in Christchurch hat Neuseeland mit einer nationalen Gedenkfeier die 50 Todesopfer gewürdigt.
  • Tausende Menschen nahmen an der Zeremonie in einem Park in Christchurch teil.
  • Unter den Anwesenden waren die neuseeländische Regierungschefin Jacinda Ardern, ihr australischer Kollege Scott Morrison und Vertreter von 58 anderen Ländern.

«Rassismus existiert, aber er ist hier nicht willkommen», sagte Ardern in ihrer Ansprache. Das gleiche gelte für Gewalt, Extremismus und Angriffe auf die Religionsfreiheit. Sie sprach auch einige Sätze auf Arabisch.

Die Feier, bei der auch Staatsgäste aus dem Ausland dabei waren, wurde auf Grossbildschirmen ins ganze Land übertragen. Dabei wurden auch die Namen aller Toten verlesen.

«Allah sagt, dass wir einander vergeben sollen»

Vor der Menschenmenge in Christchurch sprach auch einer der Überlebenden, Farid Ahmed, dessen Frau bei dem Anschlag ermordet worden war. Der Muslim sagte, er habe dem Attentäter vergeben. «Die Leute fragen mich: Wie kannst du jemandem vergeben, der deine geliebte Frau getötet hat? Die Antwort ist: Ich glaube. Ich glaube an Allah. Und Allah sagt, dass wir einander vergeben sollen.»

Ähnliche Veranstaltungen wurden in anderen Grossstädten Neuseelands, wie Auckland, Wellington und Dunedin, abgehalten – überall galten strenge Sicherheitsvorkehrungen. Am Freitag vergangener Woche hatte Neuseeland bereits mit zwei Schweigeminuten an die Todesopfer erinnert.

Vereint durch Angriff

Ein australischer Rechtsextremist hatte am 15. März zwei Moscheen in Christchurch angegriffen und dabei 50 Menschen erschossen. Das Blutbad sorgte international für Entsetzen. 22 Verletzte werden nach wie vor in Spitälern behandelt.

Christchurchs Bürgermeisterin Lianne Dalziel bezeichnete den Anschlag bei den Gedenkfeiern als einen «Angriff auf uns alle». Die von Hass getriebene Tat habe zum Ziel gehabt, die Neuseeländer zu spalten. Stattdessen habe sie «uns vereint», sagte Dalziel.

Dem Täter droht lebenslange Haft

Der Sänger Yusuf Islam führte seinen Song «Peace Train» (Friedenszug) auf. Der unter dem Namen Cat Stevens bekannte Star konvertierte in den siebziger Jahren zum Islam und nahm den Namen Yusuf Islam an.

Als mutmasslicher Täter des Anschlags sitzt ein 28 Jahre alter Rechtsextremist aus Australien in Untersuchungshaft. Dem Mann, der schon seit mehreren Jahren in Neuseeland lebte, droht lebenslange Haft. Kommende Woche wird er einem Untersuchungsrichter vorgeführt. Für den Prozess gibt es noch keinen Termin.

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Karl Kirchhoff (Charly)
    Respekt, wie von den Angehörigen mit dieser schrecklichen Tat umgegangen wird.
    Auch den Beistand der Regierung und der nicht muslimischen Bevölkerung finde ich grossartig. Wie zu lesen ist, wird das von einigen überhaupt nicht geschätzt. Von denjenigen, welche andere oft als Hasser und Hetzer bezeichen. Auge um Auge, Zahn um Zahn, ist denn wohl genehmer!:((
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  • Kommentar von Eva Werle (Eva Werle)
    Vorbildlich! Hier werden menschliche Werte offenbar noch gelebt, und nicht - wie bei uns - mit Füssen getreten. Wir sind eins. Jeder Mensch leidet mit jedem anderen Menschen. Jeder Mensch wird glücklich durch das Glück des andern. Und wenn wir nicht lernen, zusammenzuspannen, werden wir untergehen.
    Vergeben ist in solch einer Situation sicher das Schwerste, das es gibt. Es zeugt von innerer Grösse, wenn man das kann. Mein Mitgefühl ist bei den Opfern und Angehörigen.
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  • Kommentar von Haller Hans (H.Haller)
    «Allah sagt, dass wir einander vergeben sollen» - Es gibt Dinge, die kann man nicht vergeben, so sehr man auch wollte. - So einfach kann man solches nicht einfach abhaken und vergessen. Es mussten 50 Menschen sterben aufgrund eines verblendeten Amokläufers.
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    1. Antwort von Haller Hans (H.Haller)
      Nein liebe Leute, es gibt Dinge, die kann man nicht vergeben, darf man niemals vergeben, darf man ebenso wenig einfach vergessen. Was der da gemacht hat, kann und darf man nicht vergeben, es ist Mord und da gibt es kein Vergeben mehr. - Sowas können nur jene verlangen, die selber eigentlich nicht direkt betroffen sein können. Wer allerdings selber da Angehörige verloren hat, sieht das anders und nüchterner.
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