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Legende: Video Jacinda Ardern: «Ich werde niemals den Namen des Täters aussprechen» abspielen. Laufzeit 00:39 Minuten.
Aus News-Clip vom 19.03.2019.
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Nach dem Anschlag Neuseeland zeigt grosse Solidarität

  • Das neuseeländische Parlament hat mit einem islamischen Gebet der 50 Todesopfer des Anschlags in Christchurch gedacht.
  • Premierministerin Jacinda Ardern erklärte, sie werde den Namen des Attentäters niemals aussprechen.
  • Vier Tage nach dem rassistisch motivierten Massaker werden noch 30 Verletzte im Spital behandelt, neun befinden sich in kritischem Zustand.

Premierministerin Jacinda Ardern begann ihre Rede vor den Parlamentsabgeordneten mit der arabischen Grussformel «Salam aleikum» («Friede sei mit Euch»). Die Premierministerin verzichtete darauf, den mutmasslichen Attentäter beim Namen zu nennen. «Er wollte viele Dinge mit seinem Akt des Terrors erreichen. Eines war, berühmt zu werden. Deshalb werden Sie von mir niemals seinen Namen hören.»

Appell an Facebook und Google

Ardern verlangte in ihrer Rede von den grossen Internet-Konzernen wie Facebook und Google, ihrer moralischen Verantwortung gerecht zu werden und die Verbreitung solcher Videos zu verhindern.

«Das darf kein Fall sein, in dem es allein um Profit geht, nicht um Verantwortung.» Auch mehrere neuseeländische Netzbetreiber forderten von den Konzernen, mehr zu tun. Zudem zogen verschiedene neuseeländische Firmen wie eine Lottogesellschaft und Banken, die bei Facebook Werbung geschaltet hatten, ihre Anzeigen zurück.

Facebook rechtfertigt sich

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Nach der heftigen Kritik an Facebook legt das Soziale Netzwerk Daten zum Stream des Attentats von Christchurch offen: Den ersten Hinweis auf das Anschlagsvideo habe Facebook nach 29 Minuten erhalten. Der Nutzerhinweis kam 12 Minuten nach Ende dieses Livestreams. Das Video sei «binnen Minuten» nach einer Anfrage der Polizei gelöscht worden. Damit bleibt unklar, wie lange genau es online war. Livestream-Videos bleiben nach Ende einer Übertragung zum Abruf verfügbar.

Das Video sei während des Livestreams weniger als 200 Mal angesehen worden und insgesamt rund 4000 Mal, bevor Facebook es entfernte. Allerdings habe ein Nutzer der Plattform 8chan eine Kopie auf eine Filesharing-Seite hochgeladen, noch bevor Facebook auf das Video aufmerksam gemacht worden sei. Das dürfte zur späteren Verbreitung beigetragen haben.

Der mutmassliche Täter – ein 28 Jahre alter Rechtsextremist aus Australien – sitzt in Untersuchungshaft. Sein 17-minütiges Video, in dem grosse Teile des Verbrechens zu sehen sind, kursiert immer noch im Internet. Dem Australier droht wegen vielfachen Mordes lebenslange Haft.

Viele Spenden für Hinterbliebene

Am Mittwoch (Ortszeit) sollen zahlreiche Todesopfer des Anschlags – alles Muslime – in Christchurch beigesetzt werden. Auf Spendenkonten für die Hinterbliebenen gingen unterdessen umgerechnet mehr als fünf Millionen Euro ein. Inzwischen wurden die Leichname mehrerer Todesopfer an die Familien übergeben. Die meisten Opfer kommen aus Einwandererfamilien. Im Islam ist es eigentlich üblich, dass Tote binnen 24 Stunden beigesetzt werden.

Menschen geben Waffen ab

Die Regierungschefin hatte nach den Anschlägen auch schärfere Waffengesetze in Aussicht gestellt. Details sollen bis kommende Woche vorgelegt werden. In Erwägung gezogen würden aber Waffen-Rückkäufe sowie ein Verbot einiger halbautomatischer Waffen.

Die Neuseeländer reagierten bereits auf Appelle der Regierung, Waffen abzugeben. Laut Polizei liegen noch keine Daten zur Zahl der seit Freitag abgegebenen Waffen vor. Die Menschen sollten sich angesichts der verschärften Sicherheitslage aber zunächst bei der Polizei melden.

IS meldet sich zu Wort

DieTerrormiliz Islamischer Staat (IS) droht mit Vergeltung. Die «Anführer der Ungläubigen» hätten über die Opfer des «Massakers» nur Krokodilstränen vergossen, sagte ein IS-Sprecher in einer am Montagabend verbreiten Audiobotschaft. Die Echtheit der mehr als 40 Minuten langen Botschaft konnte bisher nicht überprüft werden. Sie wurde über die üblichen Kanäle des IS in den sozialen Medien verbreitet.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Haller Hans  (H.Haller)
    Irgendwie läuft diese Sache nun doch noch aus dem Ruder und der Täter erhält mehr Aufmerksamkeit durch diese doch sehr ausgedehnten Berichterstattungen. Genau das sollte aber doch tunlichst vermieden werden. Was jetzt noch zu befürchten wäre, sind Trittbrettfahrer, die sich einer garantierten Medienaufmerksamkeit versichert sein können. Und noch schlimmer, es motiviert geradezu Rachsüchtige auf aller Welt zu einer Gegenaktion, die wahrscheinlich dann auch terroristische Züge haben kann.
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  • Kommentar von Daniel Schmidlin  (Queren life)
    Das Verhalten der Ministerpräsidentin dem Täter gegenüber ist falsch und sie wird das noch ändern müssen. Sie muss sich diesem Täter, stellvertretend für das ganze Land, frontal stellen. Der Fingerzeig auf das Internet und die Tabuisierung des Täters bringen nichts. Ihr Verhalten den Opfern gegenüber ist hingegen vorbildlich und verdient Respekt.
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    1. Antwort von Hanspeter Müller  (HPMüller)
      Es gibt keinen Grund, dass sich eine Politikerin einem Massenmörder stellt. Dafür ist die Justiz da. Und dass sie seinen Namen nicht nennt ist richtig. Solchen Verbrechern eine Plattform bieten fördert nur Nachahmungstäter. Das hat ja auch dieser wieder bewiesen mit der Nennung seiner Vorbilder, und wessen "Werk" er fortsetzen will.
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    2. Antwort von Daniel Schmidlin  (Queren life)
      @Müller, Solche Täter muss man auch politisch entlarven und blosstellen. Da genügt es nicht, wenn dies nur die Presse tut. Dazu gehört, dass man sie beim Namen nennt und ihnen die Grenzen aufzeigt. Die Gesinnungsgenossen müssen wissen, woran sie sind.
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    3. Antwort von Hanspeter Müller  (HPMüller)
      @ Schmidlin: Gegen Rassismus hat sich Frau Ardern schon in der ersten Stellungnahme überhaupt ausgesprochen. Um Rechtsextremismus und Rassismus zu benennen und zu verurteilen braucht man den Namen des Täters nicht zu nennen.
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