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Wie aggressiv ist die brasilianische Corona-Variante P1?
Aus Rendez-vous vom 29.03.2021.
abspielen. Laufzeit 32:33 Minuten.
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Gefahr aus Brasilien Corona-Mutante P.1: Die Hoffnung heisst mRNA

Brasiliens Gesundheitssystem steht vor dem Zusammenbruch. Virologe Andreas Cerny zur Gefahr, die von «P.1» ausgeht.

Alarmierende Zahlen: In Brasilien wächst die Sorge vor einem Zusammenbruch des Gesundheitssystems. Zahlreiche Infektionen gehen dabei auf eine neue, offenbar aggressivere Virusmutation P.1 aus dem Amazonas zurück. Am Samstag meldeten die Gesundheitsbehörden 3650 Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19. Mittlerweile ist die Zahl der Corona-Toten auf über 300'000 gestiegen. Nur in den USA sind die Zahlen höher.

Wiederansteckung möglich: Nun besagt eine Studie, dass die brasilianische Mutation sogar das Immunsystem von genesenen Corona-Kranken umgehen kann. Auffällig auch: Viele jungen Menschen machen mit dieser Mutation schwere Krankheitsverläufe durch. Doch wie aggressiv ist die Variante P.1 wirklich? Der Virologe Andreas Cerny vom ersten Tessiner Corona-Spital Moncucco betreibt auch biomedizinische Forschung. Er bestätigt: «P1 ist infektiöser und kann zum Teil den Antikörpern, die wir durch den bisher zirkulierenden Virus gebildet haben, entwischen.»

Im Bild: Protest gegen Bolsonaros Corona-Politik, 26.3 in Brasilia
Legende: Der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro hat das Coronavirus von Anfang an verharmlost. Zuletzt milderte er seinen Ton etwas ab – auch mit Blick auf Impfungen. Im Bild: Protest gegen Bolsonaros Corona-Politik. Reuters

Immunität weniger hoch: Eine Wiederansteckung bei bereits vom Coronavirus genesenen Menschen ist also möglich. «Bei Personen, die die Krankheit durchgemacht haben oder die bereits geimpft wurden, konnte man zeigen, dass die Schutzwirkung der Antikörper gegenüber dem bisher zirkulierenden Virus tiefer ist», so Cerny. Es bestehe bei P.1 «eine gewisse Gefahr», dass die Immunität im Vergleich mit den Virusvarianten vom letzten Sommer oder der britischen nicht mehr ganz so effektiv sei.

Anpassung von mRNA-Impfungen: Pfizer und Moderna, die Hersteller der mRNA-Impfstoffe, die derzeit in der Schweiz verimpft werden, betonen: Die Impfstoffe können rasch angepasst werden. Der Virologe teilt diese Einschätzung. Und: «Zudem lösen die beiden Impfstoffe eine relativ starke zelluläre Immunisierung aus. Wir erhoffen uns davon, dass sie womöglich vor allem die schwereren Verläufe der Krankheit seltener werden lässt.»

Symbolisches Gedenken an die Corona-Opfer in Rio de Janeiro
Legende: Brasiliens Gesundheitssystem ist vielerorts zusammengebrochen. Medikamente, unter anderem zur Intubation von Covid-19-Patienten, gehen zur Neige. Reuters

Unklarheit betreffend Nachimpfung: Müssen sich bereits Geimpfte darauf einstellen, sich erneut impfen zu lassen, sollten sich P.1 oder weitere Varianten in der Schweiz ausbreiten? Das sei im Moment noch unklar, sagt Cerny: «Die beiden Impfungen bilden sehr starke Antikörper – sie sind stärker, als wenn man die Krankheit durchgemacht hat.»

Gemeinsam mit der Stimulation der zellulären Immunität erhofften sich Virologen eine sogenannte Kreuzimmunität, die auch schwerere Infektionen verhindern könne. «Ich bin also nicht so pessimistisch», schliesst Cerny.

Rendez-vous vom 29.03.2021, 12:30 Uhr;

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27 Kommentare

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  • Kommentar von Mike Steiner  (M. Steiner)
    in 10 Tagen kommen die deutschen Osterreisenden aus Malle zurück, wo P1 bereits Fuss gefasst hat. Was danach passiert, kann sich jeder ausmalen. Derweil wir wiederin alter Manier ein Bitzeli darüber diskutieren, werweissen, hinausschieben, hauptsächlich aber ignorieren. Ich vermute, dass wir Ende Juli eine P1-Epidemie haben und zurück auf Feld eins sind. Und irgendwie verdienen wir es gar nicht anders.
  • Kommentar von Pirmin Schläpfer  (Gwunderer)
    «Die beiden Impfungen bilden sehr starke Antikörper – sie sind stärker, als wenn man die Krankheit durchgemacht hat.»

    Also ich weiss ja nicht, das sieht mir allzu sehr nach Werbung aus.

    Jedenfalls nähme mich wunder, was Herr Cerny da genau mit stärker meint. Die Aussage trifft man ja nicht einfach mal so nebenbei.
  • Kommentar von Rolf Künzi  (Unbestimmt)
    Also eine kleine Zwischenbilanz zu AstraZeneka Impfstoff. Zur Zeit dürfen nur noch Männer ab 55 geimpft werden. Für Einfall, vielleicht das einzige Mal hat Spahn das Richtige gemacht mit Signalwirkung aber Merkel und Co drückten den Impfstoff wieder durch. Übernehmen sie dafür auch Verantwortung. Und wo bitte sind Dtidien die Zeogen, dass Geimpfte wirklich Immuner sind. Es sind noch sovilele offene Fragen im Spiel wie eh und je.