- Der Generalsekretär des Europarates kritisiert die politische Einflussnahme auf den Fussball-Weltverband scharf.
- Alain Berset verlangt Massnahmen gegen rassistische Beleidigungen und die Ausbreitung von Sportwetten im Stadion.
- Die Fifa soll umgehend einen Dialog starten, um die Integrität des Sports für das Turnier 2030 zu sichern.
Der Europarat fordert den Weltverband Fifa zum Handeln auf. Das von den USA als Co-Gastgeber ausgerichtete Turnier habe «Frage um Frage aufgeworfen», sagte Europarat-Generalsekretär Alain Berset am Sonntag: «Die Feier endet heute Abend. Die Fragen bleiben.»
Die WM sei belastet gewesen durch politischen Druck, rassistische Beschimpfungen von Spielern sowie die Öffnung hin zu Wettmärkten, die Betrug Vorschub leisten, sagte Berset. Die Fifa solle sich darum kümmern, die «Integrität» des Fussballs zu stärken. Laut dem alt Bundesrat müsse noch am Sonntagabend «ein Arbeitsdialog beginnen, um bis zum Anpfiff der Weltmeisterschaft 2030 einen Integritätsrahmen zu erstellen».
Besonders die Rücknahme der roten Karte gegen den US-Spieler Folarin Balogun nach einem Anruf von Donald Trump stösst Berset sauer auf. Politische Einflussnahme dürfe nicht bis auf das Spielfeld reichen. Zudem warnt er vor neuen Wettpartnerschaften der Fifa, die Tür und Tor für Betrug öffneten. Der Sport müsse dringend seine Glaubwürdigkeit zurückgewinnen.
Der Europarat mit Sitz in Strassburg, dem 46 Mitgliedstaaten inklusive Deutschland angehören, wacht seit 1949 über Demokratie und Menschenrechte auf dem Kontinent. Er hatte schon früher Vereinbarungen rund um den Sport ausgearbeitet, wie zum Beispiel eine Anti-Doping-Konvention, die über 50 Staaten unterzeichnet haben.