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Gespräche zu Freihandel Vorerst kein neues Abkommen zwischen den USA und Kanada

Legende: Video Vorerst kein Abkommen der USA mit Kanada abspielen. Laufzeit 01:15 Minuten.
Aus Tagesschau Nacht vom 01.09.2018.
  • Die Gespräche über ein neues nordamerikanisches Freihandelsabkommen zwischen den USA und Kanada sind vorerst gescheitert.
  • Ab Mitte nächster Woche soll jedoch weiter verhandelt werden.

Präsident Donald Trump hat in der Zwischenzeit den Kongress über die Absicht unterrichtet, das bisherige Abkommen der drei Länder USA, Mexiko und Kanada (Nafta) künftig durch ein neues Abkommen zu ersetzen, so der US-Handelsbeauftragte Robert Lighthizer.

Sollte Kanada nicht doch noch aufspringen, wäre dies ein bilaterales Abkommen zwischen den USA und Mexiko, teilte Lighthizer mit. Darauf hatten sich die beiden Länder bereits am Montag geeinigt. Dennoch sollten die Gespräche mit Kanada an diesem Mittwoch fortgesetzt werden.

Gesprächsklima belastet

Möglicherweise hat eine Indiskretion die Gespräche zwischen den USA und Kanada zum Erliegen gebracht. Trump hatte am Donnerstag in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Bloomberg unter dem Siegel der Vertraulichkeit gesagt, dass er zu keinerlei Kompromissen bezüglich Zöllen für Molkereiprodukte bereit sei.

Legende: Video US-Börsenkorrespondent Korte zum Handelsstreit abspielen. Laufzeit 00:58 Minuten.
Aus Tagesschau Nacht vom 01.09.2018.

Diese Informationen wurden am Freitag von Dritten an die Öffentlichkeit gebracht. Nach US-Medienberichten hatte dies das Gesprächsklima auf der Zielgeraden der Verhandlungen stark belastet. Trump sind die kanadischen Zölle auf Molkereiprodukte aus den USA ein Dorn im Auge.

Kanadas Interesse im Auge behalten

Die kanadische Aussenministerin Chrystia Freeland hatte vier Tage lang in Washington versucht, einen Kompromiss auszuhandeln. Nach anfänglichem Optimismus hatte sie jedoch am Freitag erklärt, am Ende müsse sie die Interessen ihres Landes im Auge behalten.

Freeland wies darauf hin, dass Kanada einer der grössten Absatzmärkte für die USA sei – grösser als China, Japan und Grossbritannien zusammen.

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Charles Dupond (Egalite)
    Kanada will nicht nur hohe Zoelle, sondern gar Kontingente mit Einfuhrverboten fuer Mehrmengen. Das allerdings lehnt Trump zurecht strikte ab. In der WTO wurden die Kontingente durch die Tarifizierung nur ergaenzt statt ersetzt. Hohe Landwirtschaftsschutzzoelle sind von allen zu blechen, und nicht (mehr) mit Fastnullzollkontingenten fuer Lebensmittelkonzerne und gar Qualschlachtfleischtheokraten auf dem Puckel der (anderen) Konsumenten und der Staatskasse zu unterlaufen....
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    1. Antwort von Marcel Chauvet (xyzz)
      Dumping, US-Agrarprodukte mit Steuermitteln zu sponsern, also billiger zu machen als die anfallenden Herstellungskosten, um sich auf dem Weltmarkt einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen, das ist doch was, was die USA in großem Stil praktizieren, Trump aber bei anderen missbilligt. Das zeigt doch, dass in der Logik eines Trumps was krude ist.
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  • Kommentar von Alex Volkart (Lex18)
    Ein Abkommen zwischen der USA und Kanada wird es nur geben wenn es massiv zu Gunsten der USA ausfällt und dies darf nicht geschehen. Ein gutes Abkommen wäre beide Seiten genauso viel geben wie sie bekommen, ansonsten ist es gescheitert.
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    1. Antwort von Charles Dupond (Egalite)
      Die globale WTO mit gleichen Regeln fuer Starke und Schwache wurde durch besonders halbschlaue exporteurhoerige Politiker mit bilateralen und multilateralen "Frei"handelsabkommen ausgehebelt. Diese Abkommen sind fuer die schwachen Partner nicht das Papier wert, auf dem sie stehen. Die schwache Schweiz hat dem starken Kanada gar gestatten muessen, kanadische Zollbeamte in schweizer Firmen schnueffeln zu lassen. Immerhin duerfen sie dabei (noch) keine Waffen tragen....
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    2. Antwort von Alex Volkart (Lex18)
      A Herr Dupond: Natürlich kann es sein das solche Abkommen nicht immer geredht sind. Deswegen sollte es ja die WTO geben. Aber wenn diese ihre Arbeit nicht macht bleibt es halt bei ungerechten Abkommen. Dass heisst dass z.B. Schweizer Politiker sich in erster Linie selbst die Hände schmutzig machen müssen und sich nicht auf die WTO verlassen können.
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  • Kommentar von Charles Dupond (Egalite)
    Die US-Landwirtschaft ueberlebt nur mit massiven Ausfuhrsubventionen und Missbrauch von Lebensmitteln zu Motorentreibstoffen. Trump setzt sich zurecht fuer Straf- und Schutzzoelle gegen Doemping aller Unart ein. Darum sollte er den Schutz der Ernaehrungssuveraenitaet anderer Staaten mit deren Zoellen akzeptieren. Trump schiesst zwar in die richtige Richtung; aber leider immer weiter uebers Ziel hinaus auch immer mehr Eigentore....
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    1. Antwort von Kim Hansson (Freddy Tobler)
      Stark. Eine inhaltliche Trump- Kritik, etwas was ich schon lange nicht mehr gelesen habe. Meist ist es nur bashing auf genau dem niveau das ihm vorgeworffen wird.
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