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Bulgarien muss Opfer von Mega-Hack entschädigen
Aus Heute um Vier vom 17.08.2020.
abspielen. Laufzeit 02:37 Minuten.
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Gestohlene Steuerdaten Ein Jahr nach Mega-Hack: Viele Bulgaren leben in Angst

  • Vor rund einem Jahr holten sich Hacker von Bulgariens Steuerbehörde vier Millionen Datensätze – in einem Land mit 7 Millionen Einwohnern.
  • Ein Gericht in der Hauptstadt Sofia hat nun entschieden, dass Opfer des Datenklaus entschädigt werden müssen.
  • Derweil schiessen Spekulationen über die Identität der Hacker ins Kraut: War es ein Racheakt von Steuerhinterziehern?

Bulgariens Steuerbehörde wollte doch nur, dass die Steuererklärung zum Kinderspiel am Computer wird, sagt ihr Sprecher Rossen Batschwarow. Kundenorientierung über alles. E-Verwaltung, so nennt man das heute. Bloss: «Wir haben dabei einige Sicherheitsaspekte unterschätzt.»

So kann man das auch nennen, wenn Daten der gesamten arbeitenden Bevölkerung eines Landes gestohlen werden, wie letztes Jahr in Bulgarien. Über vier Millionen Datensätze. Informationen wie Name, Einkommen, Steuerrechnung. Offenbar mit Tricks, die schon vierzehnjährige Computerfreaks können.

Angst vor Missbrauch der Daten

Gestohlen hat man auch Daten von Sprecher Batschwarow. Besorgt ist er deswegen aber kaum. Er sagt, viele der Informationen finde man auch sonst im Internet: «Es ist nicht möglich, jemandem zu schaden mit den gestohlenen Daten.» Er wisse von keiner einzigen geschädigten Person.

Hacker vor Computer
Legende: Waren es Russen, Steuerhinterzieher, oder Hacker, die sich einen Spass erlaubten? Bis heute herrscht keine Gewissheit über die Verantwortlichen des Datenklaus. Keystone/Symbolbild

Computerexperte Jassen Tanew verzieht den Mund. Mit den gestohlenen Daten könnte man im Namen einer fremden Person Kredite aufnehmen ohne deren Wissen. Das komme immer wieder vor in Bulgarien. Theoretisch liessen sich damit auch Häuser und Autos von Fremden verkaufen – und das alles noch nach Jahren.

Identität der Hacker weiter unklar

War der Datenklau also gefährlich? Ein Gericht in Sofia hat gerade entschieden, dass die Steuerbehörde sieben Bestohlene entschädigen muss. Zwar nur mit symbolischen Beträgen. Trotzdem: Die Richter sagen damit, die Daten könnten missbraucht werden. Davor haben viele Bulgarinnen und Bulgaren Angst. Einige wechseln deshalb ihre ID-Nummer.

Die Behörden suchen immer noch nach den Hackern. Zuerst hat man Russland verdächtigt, dann einen bulgarischen Computerakrobaten. Manche orakeln, dass sich Steuerhinterzieher am Staat rächen wollten, weil dieser neuerdings strenger ist beim Eintreiben der Mehrwertsteuer. Die Steuerbehörde hat ihre Systeme inzwischen sicherer gemacht. Es gibt in Bulgarien aber viele begnadete Hacker. Vielleicht findet man den Steuerdatensünder nie.

Heute Morgen von 17.08.2020, 6 Uhr

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1 Kommentar

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  • Kommentar von Claudio Müller  (CM 55)
    Offenbar mit Tricks, die schon vierzehnjährige Computerfreaks können. Ich bin selber Informatiker und bin über diese Info nicht schockiert, ich war bei Unternehmen und Gemeinden da haben gewisse Personen nicht mal verstanden was ein Update ist. Es müsste viel mehr in dir Informatik fließen also schon ihn der Primarschule.