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Gipfeltreffen in Nordkorea Kim will offenbar Atominspektoren ins Land lassen

  • Nord- und Südkorea haben bei ihrem Gipfeltreffen in Pjöngjang eine Vereinbarung unterzeichnet.
  • Laut Südkoreas Präsidenten Moon Jae-in hat sich Nordkorea zum Abbau seiner landesweit grössten Atomanlage, Yongbyon, bereit erklärt.
  • Auch wolle Nordkorea internationale Atominspektoren ins Land lassen, so Moon. Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong-un hat dies zunächst nicht bestätigt.
  • US-Präsident Donald Trump bezeichnet die jüngsten Vereinbarungen beim Gipfel zwischen Nord- und Südkorea in einer ersten Reaktion als «sehr spannend».
Legende: Video Nord- und Südkorea unterzeichnen Vereinabrung abspielen. Laufzeit 01:32 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 19.09.2018.

Unklar bleibt, wann und wie der Abbau der wichtigsten Atomanlage genau passieren soll, und was Kim im Gegenzug für sein Entgegenkommen erwartet. Auch will Kim nach eigenen Angaben «bald» Seoul besuchen, wie er nach der zweiten Runde der Verhandlungen auf dem dreitägigen Gipfel in der nordkoreanischen Hauptstadt zusammen mit Moon mitteilte. Beide koreanischen Staaten wollten sich auch gemeinsam um die Austragung der Olympischen Spiele 2032 bewerben, erklärte Moon.

Zuvor hatten beide Führer eine gemeinsame Erklärung unterzeichnet. Anschliessend unterschrieben auch die beiden Verteidigungsminister ein Abkommen zur Verringerung der Spannungen auf der koreanischen Halbinsel.

Auf dem Weg zur atomwaffenfreien Halbinsel?

In dem Komplex von Yongbyon stehen ein Atomreaktor und eine Wiederaufbereitungsanlage, die atomwaffenfähiges Plutonium erzeugen können, sowie eine Anlage zur Anreicherung von Uran, das ebenfalls zum Atomwaffenbau verwendet werden kann.

Moon sagte, eine atomwaffenfreie Halbinsel sei nicht mehr allzu weit entfernt. Beide Führer betonten, ihre Bemühungen verstärken zu wollen.

Kim und Moon hatten zuvor ihre zweite Gesprächsrunde über atomare Abrüstung, eine dauerhafte Friedenslösung und eine Verbesserung der innerkoreanischen Beziehungen beendet.

Südkoreas Präsident Moon Jae-in  und Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un.
Legende: Gipfeltreffen in Nordkorea: Der südkoreanischen Präsident Moon Jae-in und Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un unterzeichnen eine gemeinsame Vereinbarung in Pjöngjang. Keystone

Umgehende Reaktion aus dem Weissen Haus

Der Tweet von US-Präsident Donald Trump lässt nicht lange auf sich warten. Er bezeichnet die jüngste Vereinbarung beim Gipfeltreffen als «sehr spannend». Weiter schreibt er, Nordkoreas Führung habe den dauerhaften Rückbau einer Test- und Startanlage im Beisein internationaler Inspekteure zugesagt. Trump erwähnte zudem, dass die Kontrollen der Atomanlagen unter dem Vorbehalt «finaler Verhandlungen» stünden.

Trump hob ausserdem den Willen der koreanischen Nachbarstaaten hervor, sich gemeinsam um die Austragung der Olympischen Spiele 2032 zu bewerben.

Die USA hoffen auf «bedeutende und überprüfbare» Schritte in Richtung einer atomaren Abrüstung, hatte die Sprecherin des Aussenministeriums in Washington vor Verkündung der Zwischenergebnisse in Pjöngjang gesagt. Der Gipfel sei eine «historische Gelegenheit» für Kim

Wie ernst ist es Kim?

Es ist der dritte Korea-Gipfel in diesem Jahr und der erste zwischen Moon und Kim in Pjöngjang. Südkoreas Präsident will die stockenden Verhandlungen zwischen Nordkorea und den USA wieder in Gang bringen. Kim hatte wiederholt seine Bereitschaft zur «Denuklearisierung» bekräftigt. Doch war bislang unklar, wie und bis wann atomar abgerüstet wird und wie die Gegenleistung der USA aussehen sollte.

Infografik: Nordkoreas Raketen

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Christa Wüstner (Saleve2)
    Das wäre doch ein erster guter Schritt zur Entspannung. Hoffentlich ist es nicht nur eine asiatische Freundlichkeit, um dass der andere sein Gesicht nicht verliert. Aber viel wichtiger ist, dass jetzt nicht Trump nach Holzfällerart seine Stimme ertönen lässt.
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    1. Antwort von Hans Haller (panasawan)
      Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben. Und ja, die Asiaten sind aussergewöhnlich höflich und lächeln aus Prinzip, auch wenn's nicht zum Lachen ist.
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  • Kommentar von Bruno Vogt (bru.vogt)
    Es ist tragisch wie die westliche Presse diese hocherfreulichen Treffen zwischen Kim und Moon versucht in ein negatives Licht zu rücken. Man muss sich schon fast fragen ob gewisse Kreise die Konfrontation und ein möglicher Krieg als bessere Alternative ansehen? Welche Alternative ist wohl für die Menschheit wünschwenswert?
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    1. Antwort von Hans Haller (panasawan)
      Es braucht keinen Krieg, nur eine streng überwachte und kontrollierte Denuklearisierung. Damit steht und fällt alles. Und was die Wiedervereinigung betrifft, wird Präsidenten Moon Jae-in gerade auch in seinem Land keinen einfachen Stand haben, um es mal sehr zurückhaltend zu Formulieren. Oder möchten Sie unter einem Despoten wie Kim leben müssen ?
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