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Gipfeltreffen USA-Türkei: Die Türkei will sich als verlässlicher Partner präsentieren
Aus SRF 4 News aktuell vom 15.06.2021.
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Gipfeltreffen USA-Türkei Die Türkei will aus der Isolation heraus

US-Präsident Joe Biden trifft den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan: «Ich bin mir sicher, dass wir wirklich Fortschritte erzielen werden», sagte Biden nach dem Treffen. Erdogan zeigte sich ebenfalls optimistisch und sagte, die Überschneidungen seien grösser als die Differenzen. Einzelheiten, was genau besprochen wurde, wurden nicht bekannt gegeben.

Erreicht wurde bis jetzt noch nichts: «Bisher ist das alles ein Lippenbekenntnis der Türkei, reine Rhetorik», sagt Thomas Seibert, freier Journalist in Istanbul. Inhaltlich habe sich nichts verändert.

Die Streitpunkte zwischen den zwei Ländern:

  • USA sind verärgert darüber, dass die Türkei ein russisches Flugabwehrsystem gekauft hat, das eine Bedrohung für die Nato darstellen könnte.
  • Die Türken sind verärgert, dass die USA in Syrien eine Kurdenmiliz unterstützen, die die Türken als Terrororganisation einstufen.
  • Die Türkei ärgert sich darüber, dass Biden den Völkermord an den Armeniern offiziell als solchen anerkannt hat
  • Die Türkei ist verstimmt, dass die USA das autokratische System in ihrem Staat kritisch betrachten. Unter Biden gewichten die USA die Frage der Menschenrechte wieder stärker.

Erdogans Hoffnungen: «Der türkische Präsident will vor allem den Eindruck zerstreuen, dass die Türkei keine guten Beziehungen zum Westen hat», so Seibert. In den letzten Jahren habe es mehrere Fälle gegeben, in denen sich die Türkei im Verhältnis zu den USA und zu Europa quergestellt hat.

Wirtschaftliche Seite: Für internationale Anleger ist es schlecht, wenn die Türkei nicht als verlässlicher Partner gilt. Die Türkei sei aber dringend auf Investoren angewiesen, so Seibert. Deshalb versuche der Staatspräsident, dieses Image zu korrigieren.

Aussenpolitische Seite: «Erdogan möchte aus der Isolation, in die er die Türkei in den letzten Jahren hineinmanövriert hat, heraus», sagt der Journalist. Unter der Erdogans Regierung betrachte sich die Türkei nicht mehr als normalen Verbündeten des Westens, sondern als «eigenständige Regionalmacht», so Seibert. Die Türkei will auf Augenhöhe mit den Mächten dieser Welt umgehen, mit den USA, Europa, Russland und China. Da die Türkei wirtschaftlich nicht mithalten kann, versucht sie nun eine Annäherung.

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Aus dem Archiv: Biden anerkennt Genozid an den Armeniern
Aus Tagesschau vom 25.04.2021.
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SRF 4 News, 15.06.2021; 07:12 Uhr;

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8 Kommentare

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  • Kommentar von Maciek Luczynski  (Steine)
    Die Türkei muss sich entscheiden, ob sie eine «eigenständige Regionalmacht» sein will, oder ein Bündnis mit USA/EU, Russland oder China eingeht.
    Beides zugleich geht nicht.
    Und wenn sich kein Bündnis mit der USA/EU mehr haben will, dann sollte sie auch konsequenterweise aus de NATO rausgehen.
  • Kommentar von Paul Wagner  (päule)
    Solange Erdogan in der Türkei an der Macht ist - kein Entgegenkommen, keine Handelsabkommen, kein Urlaub in der Türkei!
    Wenn die Türken den Diktator abgesetzt/abgewählt haben, nicht jeder Oppositionelle als Terrorist verfolgt wird, die Kurden gleiche Rechte haben, die Frauen als gleichwertig zu den Männern betrachtet werden ... dann kann man wieder über alles reden.
    Jede derzeitige Unterstützung von Erdogan/Türkei verlängert den aktuellen Zustand einer Diktatur.
  • Kommentar von Martin Friedlin  (martinfriedlin)
    Wie wollen wir jemandem auf Augenhöhe begegnen, der es überflüssig findet, dass gleiche Rechte für Frauen und Männer gelten sollten?